Mehrbändiges Buch 
Goethe's sämmtliche Werke : Vollständige Ausgabe in sechs Bänden
Entstehung
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Vermischte Gedichte.

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Mit Himmelsband,

Und ihr geboten,

In Freud' und ElendAls treue GattinNicht zu entweichen.

Alle die andernArmen GeschlechterDer kinderreichenLebendigen ErdeWandeln und weidenIm dunkeln GenußUnd trüben SchmerzenDes augenblicklichenBeschränkten Lebens,

Gebeugt vom JocheDer Nothdurst.

Uns aber hat erSeine gewandtesteVerzärtelte Tochter,

Freut euch! gegönnt.

Begegnet ihr lieblich,

Wie einer Geliebten!

Laßt ihr die WürdeDer Frauen im Haus!

Und daß die alteSchwiegermutter WeisheitDas zarte SeelchenJa nicht beleid'ge!

Doch kenn' ich ihre Schwester,Die ältere, gesetztere,

Meine stille Freundin:

O daß die erst

Mit dem Lichte des Lebens

Sich von mir wende,

Die edle Treiberin,

Trösterin, Hoffnung!

Harzreise im Winter.

Dem Geier gleich,

Der, auf schweren MorgenwolkenMit sanftem Fittig ruhend,

Nach Beute schaut,

Schwebe mein Lied.

Denn ein Gott hatJedem seine BahnVorgezeichnet,

Die der GlücklicheRasch zum freudigenZiele rennt:

Wem aber UnglückDas Herz zusammenzog,

Er sträubt vergebensGoethe. Werke. I.

Sich gegen die SchrankenDes ehernen Fadens,

Den die doch bittre ScheereNur einmal lös't.

In Dickicht-SchauerDrängt sich das rauhe Wild,

Und mit den SperlingenHaben längst die ReichenIn ihre Sümpfe sich gesenkt.

Leicht ist's folgen dem WagenDen Fortuna führt,

Wie der gemächliche TroßAuf gebesserten WegenHinter des Fürsten Einzug.

Aber abseits wer ist's?

Jn's Gebüsch verliert sich sein Pfad,Hinter ihm schlagenDie Sträuche zusammen,

Das Gras steht wieder auf,

Die Oede verschlingt ihn.

Ach wer heilet die SchmerzenDeß, dem Balsam zu Gift ward?Der sich MenschenhaßAus der Fülle der Liebe trank!

Erst verachtet, nun ein Verächter,Zehrt er heimlich aufSeinen eignen WerthIn ung'nügender Selbstsucht.

Ist auf deinem Psalter,

Vater der Liebe, ein TonSeinem Ohre vernehmlich,

So erquicke sein Herz!

Oeffne dem umwölkten BlickUeber die tausend QuellenNeben dem DurstendenIn der Wüste.

Der du der Freuden viel schaffst,Jedem ein überfließend Maaß,Segne die Brüder der Jagd,

Auf der Fährte des WildsMit jugendlichem UebermuthFröhlicher Mordsucht,

Späte Rächer des Unbilds,

Dem schon Jahre vergeblichWehrt mit Knitteln der Bauer.

Aber den Einsamen hüll'

In deine Goldwolken!

Umgieb mit Wintergrün,

Bis die Rose wieder heranreift,

Die feuchten Haare,

O Liebe, deines Dichters!

Mit der dämmernden FackelLeuchtest du ihm

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