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Vermischte Gedichte.
Aber aus der dumpfen grauen FerneKündet leise wandelnd sich der Sturm an,Drückt die Vogel nieder auf's Gewässer,
Drückt der Menschen schwellend Herz darnieder,Und er kommt. Vor seinem starren WüthenStreckt der Schiffer klug die Segel nieder;
Mit dem angsterfüllten Balle spielenWind und Wellen.
Und an jenem Ufer drüben stehenFreund' und Lieben, beben auf dem Festen:
Ach, warum ist er nicht hier geblieben!
Ach, der Sturm! Verschlagen weg vom Glücke!Soll der Gute so zu Grunde gehen?
Ach, er sollte, ach, er könnte! Götter!
Doch er stehet männlich an dem Steuer;
Mit dem Schiffe spielen Wind und Wellen;Wind und Wellen nicht mit seinem Herzen:Herrschend blickt er auf die grimme Tiefe,
Und vertrauet, scheiternd oder landend,
Seinen Göttern.
Ädler und Taube.
Ein Adlersjüngling hob die FlügelNach Raub aus;
Ihn traf des Jägers Pfeil und schnittDer rechten Schwinge Sennkraft ab.
Er stürzt' hinab in einen Mprtenhain,
Fraß seinen Schmerz drei Tage lang,
Und zuckt an Qual
Drei lange, lange Nächte lang:
Zuletzt heilt ihnAllgegenwärt'ger BalsamAnheilender Natur.
Er schleicht aus dem Gebüsch hervorUnd reckt die Flügel — ach!
Die Schwungkraft weggeschnitten —
Hebt sich mühsam kaumAm Boden weg
Uuwürd'gem Naubbedürfniß nach,
Und ruht tieftrauernd
Auf dem niedern Fels am Bach;
Er blickt zur Eich' hinauf,
Hinauf zum Himmel,
Und eine Thräne füllt sein hohes Aug'.
Da kommt muthwillig durch die MyrtenästeDahergerauscht ein Taubenpaar,
Läßt sich herab und wandelt nickendUeber goldnen Sand am Bach,
Und rukt einander an;
Ihr röthlich Auge buhlt umher,
Erblickt den Jnnigtrauernden.
Der Tauber schwingt neugiergesellig sichZum nahen Busch und blickt
Mit Selbstgefälligkeit ihn freundlich an.
Du trauerst, liebelt er:
Sey gutes Muthes, Freund!
Hast du zur ruhigen GlückseligkeitNicht alles hier?
Kannst du dich nicht des goldnen Zweiges freun,Der vor des Tages Gluth dich schützt?
Kannst du der Abendsonne ScheinAuf weichem Moos am Bache nichtDie Brust entgegen heben?
Du wandelst durch der Blumen frischen Thau,
Pflückst aus dem Ueberfluß
Des Waldgebüsches dir
Gelegne Speise, letzest
Den leichten Durst am Silberqnell, —
O Freund, das wahre GlückIst die Genügsamkeit,
Und die GenügsamkeitHat überall genug.
O Weise, sprach der Adler, und tief ernstVersinkt er tiefer in sich selbst,
O Weisheit! Du redst wie eine Taube!
Prometheus.
Bedecke deinen Himmel, Zeus,
Mit Wolkendunst,
Und übe, dem Knaben gleich,
Der Disteln köpft,
An Eichen dich und Bergeshöhn;
Mußt mir meine ErdeDoch lassen stehn,
Und meine Hütte, die du nicht gebaut,Und meinen Herd,
Um dessen GluthDu mich beneidest.
Ich kenne nichts Aermeres
Unter der Sonn', als euch Götter!
Ihr nähret kümmerlich
Von Opfersteuern
Und Gebetshanch
Eure Majestät,
Und darbtet, wärenNicht Kinder und BettlerHoffnungsvolle Thoren.
Da ich ein Kind war,
Nicht wußte wo aus noch ein,
Kehrt' ich mein verirrtes AugeZur Sonne, als wenn drüber wär'Ein Ohr, zu hören meine Klage,
Ein Herz, wie mein's,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.
Wer hals mir
Wider der Titanen Uebermuth?