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Kunst.
Und find' ich mich zurück hierher,
Empfängst dn, Liebe, mich,
Mein Mädchen, ach, im Bilde nur,
Und so im Bilde warm!
Ach, wie du ruhtest neben mir,
Und schmachtetest mich an,
Und mir's vom Aug' durch's Herz hindurchZum Griffel schmachtete!
Wie ich an Aug' und Wange michUnd Mund mich weidete,
Und mir's im Busen jung und frisch,
Wie einer Gottheit, war!
O kehre doch und bleibe dannIn meinen Armen fest,
Und keine, keine Schlachten mehr,
Nur dich in meinem Arm!
Und sollst mir, meine Liebe, sehnAlldeutend Ideal,
Madonna seyn, ein Erstlingskind,
Ein heiligs an der Brust;
Und haschen will ich, Nymphe, dich,
Im üefen Waldgebüsch;
O fliehe nicht die rauhe Brust,
Mein aufgerecktes Ohr!
Und liegen will ich Mars zu dir,
Du Liebesgöttin stark,
Und ziehn ein Netz um uns herum,
Und rufen dem Olymp,
Wer von den Göttern kommen will,Beneiden unser Glück,
Und soll's die Fratze EifersuchtAm Bettfuß angebannt.
Ämor als Landschaftsmaler.
Saß ich früh auf einer Felsenspitze,
Sah mit starren Augen in den Nebel;
Wie ein grau grundirtes Tuch gespannetDeckt' er alles in die Breit' und Höhe.
Stellt' ein Knabe sich mir an die Seite,
Sagte: Lieber Freund, wie magst du starrendAuf das leere Tuch gelassen schauen?
Hast du denn zum Malen und zum BildenAlle Lust auf ewig wohl verloren?
Sah ich an das Kind und dachte heimlich:
Will das Bübchen doch den Meister machen!
Willst du immer trüb' und müßig bleiben,Sprach der Knabe, kann nichts kluges werden:Sieh, ich will dir gleich ein Bildchen malen,Dich ein hübsches Bildchen malen lehren.
Und er richtete den Zeigefinger,
Der so röthlich war wie eine Rose,
Nach dem weiten ausgespannten Teppich,
Fing mit seinem Finger an zu zeichnen:
Oben malt' er eine schöne Sonne,
Die mir in die Augen mächtig glänzte,
Und den Saum der Wolken macht' er golden,
Ließ die Strahlen durch die Wolken dringen;Malte dann die zarten leichten WipfelFrisch erquickter Bäume, zog die Hügel,
Einen nach dem andern, frei dahinter;
Unten ließ er's nicht an Wasser fehlen,
Zeichnete den Fluß so ganz natürlich,
Daß er schien im Sonnenstrahl zu glitzern,
Daß er schien am hohen Rand zu rauschen.
Ach, da standen Blumen an dem Flusse,
Und da waren Farben auf der Wiese,
Gold und Schmelz und Purpur und ein Grünes,Alles wie Smaragd und wie Karfunkel!
Hell und rein lasirt' er drauf den HimmelUnd die blauen Berge fern und ferner,
Daß ich ganz entzückt und neu geborenBald den Maler, bald das Bild beschaute.
Hab' ich doch, so sagt' er, dir bewiesen,
Daß ich dieses Handwerk gut verstehe;
Doch es ist das Schwerste noch zurücke.
Zeichnete darnach mit spitzem FingerUnd mit großer Sorgfalt an dem Wäldchen,Grad' an's Ende, wo die Sonne kräftigVon dem hellen Boden wiederglänzte,
Zeichnete das allerliebste Mädchen,
Wohlgebildet, zierlich angekleidet,
Frische Wangen unter braunen Haaren,
Und die Wangen waren von der Farbe,
Wie das Fingerchen, das sie gebildet.
O du Knabe! rief ich, welch ein MeisterHat in seine Schule dich genommen,
Daß du so geschwind und so natürlichAlles klug beginnst und gut vollendest?
Da ich noch so rede, steh, da rühretSich ein Windchen, und bewegt die Gipfel,Kräuselt alle Wellen auf dem Flusse,
Füllt den Schleier des vollkommnen Mädchens,Und was mich Erstaunten mehr erstaunte,
Fängt das Mädchen an den Fuß zu rühren,Geht zu kommen, nähert sich dem Orte,
Wo ich mit dem losen Lehrer sitze.
Da nun alles, alles sich bewegte,
Bäume, Fluß und Blumen und der Schleier,Und der zarte Fuß der Allerschönsten;
Glaubt ihr wohl, ich sey auf meinem Felsen,Wie ein Felsen, still und fest geblieben?