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Parabolisch.
Legende.
In der Wüsten ein heiliger MannZn seinem Erstaunen that treffen anEinen zicgenfüßigen Faun, der sprach:„Herr, betet für mich und mein Gefährt',Daß ich zum Himmel gelassen werd',
Zur Seligen Freud': uns dürstet darnach."Der heilige Mann dagegen sprach:
„Es steht mit deiner Bitte gar gefährlichUnd gewährt wird sie dir schwerlich.
Du kommst nicht znm englischen Gruß:Denn du hast einen Ziegcnfuß."
Da sprach hierauf der wilde Mann:
„Was hat euch mein Ziegenfuß gethan?Sah ich doch manche strack und schönMit Eselsköpfen gen Himmel gehn."
Autoren.
Ueber die Wiese den Bach herab,
Durch seinen Garten,
Bricht er die jüngsten Blumen ab;
Ihm schlägt das Herz vor Erwarten.
Sein Mädchen kommt — O Gewinnst! o Glück!Jüngling, tauschest deine Blüthen um einen Blick!
Der Nachbar Gärtner sieht herein
Ueber die Hecke: „So ein Thor möcht' ich seyn!
Hab' Freude, meine Blumen zu nähren,
Die Böge! von meinen Früchten zu wehren;
Aber sind sie reif: Geld! guter Freund!
Soll ich meine Mühe verlieren?"
Das sind Autoren, wie es scheint.
Der eine streut seine Freuden herum,
Seinen Freunden, dem Publikum,
Der andre läßt sich pränumeriren.
Krcensent.
Da hatt' ich einen Kerl zu Gast,
Er war mir eben nicht zur Last;
Ich hatt' just mein gewöhnlich Essen,
Hat sich der Kerl pnmpsatt gefressen,
Zum Nachtisch, was ich gespeichert hatt'.
Und kaum ist mir der Kerl so satt,
Thut ihn der Teufel znm Nachbar führen,
Ueber mein Essen zu räsonuiren:
„Die Supp' hätt' können gewürzter seyn,
Der Braten brauner, firner der Wein."
Der Tausendsakerment!
Schlagt ihn todt den Hund! Es ist ein Recensent.
Dilettant und Kritiker.
Es hatt' ein Knab' eine Taube zart,
Gar schön von Farben und bunt,
Gar herzlich lieb nach KnabenartGeätzet aus seinem Mund,
Und hatte so Freud' am Täubchen sein,
Daß er nicht konnte sich freuen allein.
Da lebte nicht weit ein Altfuchs herum,
Erfahren und lehrreich und schwätzig darum;
Der hatte den Knaben manch Stllndlcin ergötzt,
Mit Wundern und Lügen verprahlt und verschwatzt.
„Muß meinem Fuchs doch mein Täubelein zeigen!"
Er lief und fand ihn strecken in Sträuchen.
„Sieh, Fuchs, mein lieb Täublein, mein Täubchen so schön!Hast du dein Tag so ein Täubchen gesehn?"
Zeig' her! — Der Knabe reicht's. — Geht wohl an;
Aber es fehlt noch Manches dran.
Die Federn, zum Exempel, sind zu kurz gerathen. —
Da fing er an, rupft' sich den Braten.
Der Knabe schrie. — Du mußt stärkre einsetzen.
Sonst ziert's nicht, schwinget nicht. —
Da war's nackt — Mißgeburt! — und in Fetzen!
Dem Knaben das Herze bricht.
Wer sich erkennt im Knaben gut,
Der sey vor Füchsen auf seiner Hut.
Urologen.
Ich begegnet' einem jungen Mann,
Ich fragt' ihn um sein Gewerbe;
Er sagt': ich sorge, wie ich kann,
Daß ich mir, eh ich sterbe,
Ein Banergütchen erwerbe.
Ich sagte: Das ist sehr wohl gedacht;
Und wünschte, er hätt' es so weit gebracht.Da hört' ich: er habe vom lieben PapaUnd eben so von der Frau MamaDie allerschönsten Rittergüter.
Das nenn' ich doch originale Gemüther.
Krittler.
Ein unverschämter Naseweis,
Der, was er durch StahlarbeitersfleißAuf dem Laden künstlich liegen sah,Dacht', es wär' für ihn allcine da:
So tatscht' er dem geduld'gen MannDie blanken Waaren sämmtlich an