Parabolisch.
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Und schlitzte sie, nach Diinkelsrecht,
Das Schlechte hoch, das Gute schlecht,Getrost, zufriednen Angesichts;
Dann ging er weg und kaufte nichts.
Den Krämer das zuletzt verdroß,
Und macht ein stählern künstlich SchloßZur rechten Stunde glühend heiß.
Da ruft gleich unser Naseweis:
„Wer wird so schlechte Waare kaufen!
Der Stahl ist schändlich angelaufen."
Und tappt auch gleich recht läppisch dreinUnd fängt erbärmlich an zu schrein.
Der Krämer fragt: was ist denn das?
Der Quidam schreit: „Ein frostiger Spaß!"
Nässer.
Wir reiten in die Kreuz' und Quer'Nach Freuden und Geschäften;
Doch immer kläfft es hinterherUnd billt aus allen Kräften.
So will der Spitz aus unserm StallUns immerfort begleiten,
Und seines Bellens lauter SchallBeweist nur, daß wir reiten.
Celebritiit.
Auf großen und auf kleinen BruckenStehn vielgestaltete NepomuckenVon Erz, von Holz, gemalt, von Stein,
Colossisch hoch und puppisch klein.
Jeder hat seine Andacht davor,
Weil Nepomuck auf der Brucken das Leben verlor.
Ist einer nun mit Kopf und OhrenEinmal zum Heiligen auserkoren,
Oder hat er unter HenkershändenErbärmlich müssen das Leben enden:
So ist er zur Qualität gelangt,
Daß er gar weit im Bilde Prangt.
Kupferstich, Holzschnitt thun sich eilen,
Ihn allen Welten mitzutheilen;
Und jede Gestalt wird wohl empfangen,
Thut sie mit seinem Namen prangen:
Wie es denn auch dem Herren ChristNicht ein Haar besser geworden ist.
Merkwürdig für die Menschenkinder,
Halb Heiliger, halb armer Sünder,
Sehn wir Herrn Werther auch alldaPrangen in Holzschnittsgloria.
Das zeugt erst recht von seinem Werthe,
Daß mit erbärmlicher GeberdeEr wird auf jedem Jahrmarkt prangen,
Wird in Wirthsstuben aufgehangen.
Jeder kann mit dem Stocke zeigen:
„Gleich wird die Kugel das Hirn erreichen!"Und jeder spricht bei Bier und Brod:
„Gott sey's gedankt: nicht wir sind todt!"
Pfaffen spiel.
In einer Stadt, wo ParitätNoch in der alten Ordnung steht,
Da, wo sich nämlich KatholikenUnd Protestanten in einander schicken,Und, wic's von Vätern war erprobt,Jeder Gott auf seine Weise lobt;
Da lebten wir Kinder LutheranerBon etwas Predigt und Gesang,
Waren aber dem Kling und KlangDer Katholiken nur zugethaner:
Denn alles war doch gar zu schön,Bunter und lustiger anzusehn.
Dieweil nun Affe, Mensch und KindZur Nachahmung geboren sind,Erfanden wir, die Zeit zu kürzen,
Ein auserles'nes Pfaffenspiel:
Zum Chorrock, der uns wohlgefiel,Gaben die Schwestern ihre Schürzen;Handtücher mit Wirkwerk schön verziert,Wurden zur Stola travestirt;
Die Mütze mußte den Bischof zieren,Von Goldpapier mit vielen Thieren.
So zogen wir nun im OrnatDurch Haus und Garten früh und spat,Und wiederholten ohne SchonenDie sämmtlichen heiligen Functionen:Doch fehlte noch das beste Stück.
Wir wußten wohl, ein Prächtig LäutenHabe hier am meisten zu bedeuten;
Und nun begünstigt uns das Glück:Denn auf dem Boden hing ein Strick.Wir sind entzückt, und wie wir diesenZum Glockenstrang sogleich erkiesen,Ruht er nicht einen Augenblick:
Denn wechselnd eilten wir Geschwister,Einer ward um den andern Küster,
Ein jedes drängte sich hinzu.
Das ging nun allerliebst von statten,Und weil wir keine Glocken hatten,
So sangen wir Bum Baum dazu.
Vergessen, wie die ältste Sage,
War der unschuld'ge Kinderscherz;
Doch grade diese letzten TageFiel er mit einmal mir auf's Herz:
Da sind sie ja, nach allen Stücken,
Die neupoetischen Katholiken!