Noten.
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ward, welchen Körper sich ein so wunderlicher Geist gebildethabe? Ich wollte den Jüngling sehen, aber unerkannt, unddeßhalb hatte ich mich eigentlich auf den Weg begeben.
In DickichtschaucrDrängt sich das rauhe Wild.
Der Reisende gelangt auf die nächsten Bergeshöhen; immerwinterhafter zeigt sich die Landschaft, einsam und öde starrt allesumher, nur fluchtiges Wild deutet auf kümmerlichen Zustand.Nun blickt er über gefrorne Teiche, Seen, auch eine Stadtkommt ihm zu Gesicht.
Und mit den SperlingenHaben längst die ReichenIn ihre Sümpfe sich gesenkt.
Wer seine Bequemlichkeiten aufopfert, verachtet gern die-jenigen, die sich darin behagen. Jäger, Soldaten, mühsam Rei-sende bedürfen gutes Muthes, der sich leicht zu Uebermuth steigert.Unser Reisender hat alle Bequemlichkeiten zurückgelassen undverachtet die Städter, deren Zustand er gleichnißweise schmählichherabsetzt.
Wahrscheinlich ist ein wundersamer Druckfehler daher ent-standen , daß Setzer oder Corrector dieReichen, die ihm keinenSinn zu geben schienen, in Reiher verwandelte, welche dochanf einiges Verhältniß zu den Rohrsperlingen hindeuten möchten.In der vorletzten Ausgabe stehen jene, diese in der letzten.
Leicht ist's folgen dem Wagen,
Den Fortuna führt,
Wie der gemächliche TroßAuf gebesserten WegenHinter des Fürsten Einzug.
Der Dichter kehrt wieder zu seiner eigenen günstigen Lebens-epoche zurück, ohne sich irgend ein Verdienst anzumaßen, ja erspricht von den augenblicklichen Glncksvortheilen beinahe mitGeringschätzung.
Aber abseits, wer ist's?
Jn's Gebüsch verliert sich sein Pfad,
Hinter ihm schlagenDie Sträuche zusammen,
Das Gras steht wieder auf,
Die Oede verschlingt ihn.
Das Bild des einsamen, menschen- und lebensseindlichcnJünglings kommt ihm wieder in den Sinn, er malt sich's aus.
Ach wer heilet die SchmerzenDeß, dem Balsam zu Gift ward?
Der sich Menschenhai;
Aus der Fülle der Liebe trank!
Erst verachtet, nun ein Verächter,
Zehrt er heimlich aufSeinen eignen WerthIn ung'nügender Selbstsucht.
Er fährt fort ihn zu beklagen.
Ist auf deinem Psalter,
Vater der Liebe, ein TonSeinem Ohr vernehmlich,
So erquicke sein Herz!
Goethe, Werke. I.
Oeffne den umwölkten BlickUeber die tausend QuellenNeben dem DurstendenIn der Wüste.
Seine herzliche Theilnahme ergießt sich im Gebet. Die Aus-legung dieser Strophen ist meinem freundlichen Commentatorbesonders gelungen; er hat das Herzliche derselben innigst ge-fühlt und entwickelt:
Der du der Freuden viel schaffst,
Jedem ein überfließend Maaß,
Segne die Brüder der Jagd,
Auf der Fährte des WildsMit jugendlichem UebermuthFröhlicher Mordsucht,
Späte Rächer des Unbilds,
Dem schon Jahre vergeblichWehrt mit Knitteln der Bauer.
Der Dichter wendet seine Gedanken zu Leben und That hin,erinnert sich seiner engverbundenen Freunde, welche gerade indieser Jahrszeit und Witterung eine bedeutende Jagd unter-nehmen , um das in gewisser Gegend sich mehrende Schwarz-wildpret zu bekämpfen. Eben diese Lustpartie war es, welchejene verkante Gesellschaft aus der Stadt zog, dem Dichter Raumund Gelegenheit zu seiner Wanderung darbietend. Er trenntesich, mit dem Versprechen bald wieder unter ihnen zu seyn.
Aber den Einsamen hüll'
In deine Goldwolken!
Umgieb mit Wintergrün,
Bis die Rose wieder heranreift,
Die feuchten Haare,
O Liebe, deines Dichters!
Nun aber kehrt er zu sich selbst zurück, betrachtet seinen be-denklichen Zustand und ruft der Liebe, ihm zur Seite zu bleiben.
Hier ist der Ort zu bemerken, daß man sich bei Ausls>mngvon Dichtern immer zwischen dem Wirklichen und Ideellen zuhalten habe. In der siebenten Strophe heißt Liebe das unbe-friedigte, dem Menschen zwar inwohnende, aber von außenzurückgewiesene Bedürfniß; in der achten Strophe ist unter Vaterder Liebe das Wesen gemeint, welchem alle übrigen die wechsel-seitige Neigung zu danken haben; hier in der zehnten ist unterLiebe das edelste Bedürfniß geistiger, vielleicht auch körperlicherVereinigung gedacht, welches die Einzelnen in Bewegung setztund, aus die schönste Weise, in Freundschaft, Gattentreue,Kinderpietät und außerdem noch auf hundert zarte Weisen be-friedigt und lebendig erhält.
Mit der dämmernden Fackel
Leuchtest du ihm
Durch die Furten bei Nacht,
Ueber grundlose WegeAuf öden Gefilden;
Mit dem tausendfarbigen MorgenLachst du in's Herz ihm;
Mit dem beizenden SturmTrägst du ihn hoch empor;
Winterströme stürzen vom FelsenIn seine Psalmen.
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