Sprüche in Reimen.
Halte dich im Stillen rein,
Und laß es um dich wettern;
Jemehr du fühlst ein Mensch zu seyn,Desto ähnlicher bist du den Göttern.
Was hätte man vom Zeitnngstraum,Der leidigen Ephemere,
Wenn es uns nicht im stillen RaumNoch ganz behaglich wäre!
Das Schlimmste, was uns widerfährt,Das werden wir vom Tag gelehrt.
Wer in dem Gestern Heute sah,
Dem geht das Heute nicht allzunah,
Und wer im Heute sieht das Morgen,Der wird sich rühren, wird nicht sorgen.
Liegt dir Gestern klar und offen,Wirkst du Heute kräfüg frei;
Kannst auch auf ein Morgen hoffen,Das nicht minder glücklich sey.
Jedem redlichen BemühnSey Beharrlichkeit verliehn.
Jeder Weg zum rechten ZweckeIst auch recht in jeder Strecke.
Wer mit dem Leben spielt,Kommt nie zurecht;
Wer sich nicht selbst befiehlt,Bleibt immer ein Knecht.
Gut verloren — etwas verloren!
Mußt rasch dich besinnenUnd neues gewinnen.
Ehre verloren — viel verloren!
Mußt Ruhm gewinnen,
Da werden die Leute sich anders besinnen.Muth verloren — alles verloren!
Da wär' es besser nicht geboren.
Willst du dir ein hübsch Leben zimmern,Mußt um's Vergangne dich nicht bekümmern,Und wäre dir auch was verloren,
Mußt immer thun wie neu geboren;
Was jeder Tag will, sollst du fragen,
Was jeder Tag will, wird er sagen;
Mußt dich an eignem Thun ergötzen,Was andre thun, das wirst du schätzen;Besonders keinen Menschen hassen,
Und das Uebrige Gott überlassen.
Zahme Armen,v.
Kein Stündchen schleiche dir vergebens,Benutze, was dir widerfahren.
Verdruß ist auch ein Theil des Lebens,Den sollen die Tenien bewahren.
Alles verdient Reim und Fleiß,
Wenn man es recht zu sondern weiß.
Gott grüß' euch, Brüder,Sämmtliche Oner und Aner!Ich bin ein Weltbewohner,
Bin Weimaraner;
Ich habe diesem edlen KreisDurch Bildung mich empfohlen,Und wer es etwa besser weiß,Der mag's wo anders holen.
„Wohin willst du dich wenden?"
Nach Weimar-Jena, der großen Stadt,Die an beiden EndenViel Gutes hat.
Gar nichts Neues sagt ihr mir!Unvollkommen war ich ohne Zweifel.Was ihr an mir tadelt, dumme Teufel,Ich weiß es besser, als ihr!
„Sag' mir doch! von deinen GegnernWarum willst du gar nichts wissen?"Sag' mir doch! ob du dahin trittst,Wo man in den Weg.?
Jude.
Sie machen immerfort Chausseen,
Bis niemand vor Wegegeld reisen kann!
Student.
Mit den Wissenschaften wird's auch so gehenEin jede quält ihren eignen Mann.