Mehrbändiges Buch 
Goethe's sämmtliche Werke : Vollständige Ausgabe in sechs Bänden
Entstehung
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Noten und Abhandlungen zum west-östlichen Tivan.

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ein inneres unmuthiges Leben verleihen; sie kommen oft vor,und erfreuen uns durch sinnigen Anklang.

Das Band gilt auch für jede Art von Bezirkung, die einenEingang hat und deßwegen wohl auch eines Pförtners bedarf,wie das Original sich ausdrückt, und sagt: „dessen Vorhang (oderThor) die Sonne aufhebt (öffnet)," denn das Thor vieler Orien-talischen Gemächer bildet ein Vorhang; der Halter und Aufheberdes Vorhangs ist daher der Pförtner. Unter Mani ist Mauesgemeint, Sectenhaupt der Manichäer; er soll ein geschickter Ma-ler gewesen seyn, und seine seltsamen Irrlehren hauptsächlich durchGemälde verbreitet haben. Er steht hier, wie wir Apellcs undRaphael sagen würden. Bei dem Wort Herrschersperlenfühlt sich die Einbildungskraft seltsam angeregt. Perlen geltenauch für Tropfen, und so wird ein Perlenmeer denkbar, in wel-ches die gnädige Majestät den Günstling untertaucht. Zieht sieihn wieder hervor, so bleiben die Tropfen an ihm hängen, under ist köstlich geschmückt von Haupt zu Fuß. Nun aber hat derDienstweg auch Haupt und Fuß, Anfang und Ende, Beginnund Ziel; weil nun also diesen der Diener treu durchschritten,wird er gelobt und belohnt. Die folgenden Zeilen deuten aber-mals auf die Absicht, den Gesandten überschwenglich zu erhöhen,und ihm an dem Hose, wo er hingesandt worden, das höchsteVertrauen zu sichern, eben als wenn der Kaiser selbst gegenwärtigwäre. Daraus wir denn schließen, daß die Absenkung nach Eng-land von der größten Bedeutung sey.

Man hat von der Persischen Dichtkunst mit Wahrheit gesagt,sie sey in ewiger Diastvle und Systole begriffen; vorstehende Ge-dichte bewahrheiten diese Ansicht. Immer geht es darin in'sGränzenlose und gleich wieder in's Bestimmte zurück. Der Herr-scher ist Weltlicht und zugleich seines Reiches Herr; der Schirm,der ihn vor der Sonne schützt, breitet seine Schatten über dieWeltflur aus; die Wohlgerüche seines Leibgurts sind dem Saturnnoch ruchbar, und so weiter fort strebt alles hinaus und herein,aus den fabelhaftesten Zeiten zum augenblicklichen Hoftag. Hier-aus lernen wir abermals, daß ihre Tropen, Metaphern, Hyper-beln niemals einzeln, sondern im Sinn und Zusammenhangedes Ganzen aufzunehmen sind.

Revision.

Betrachtet man den Antheil, der von den ältesten bis auf dieneuesten Zeiten schriftlicher Ueberlieferung gegönnt worden; sofindet sich derselbe meistens dadurch belebt, daß an jenen Perga-menten und Blättern immer noch etwas zu verändern und zuverbessern ist. Wäre es möglich, daß uns eine anerkannt fehler-lose Abschrift eines alten Autors eingehändigt würde, so möchtesolcher vielleicht gar bald zur Seite liegen.

Auch darf nicht geläugnet werden, daß wir persönlich einemBuche gar manchen Druckfehler verzeihen, indem wir uns durchdessen Entdeckung geschmeichelt fühlen. Möge diese menschlicheEigenheit auch unserer Druckschrift zu Gute kommen, da verschie-denen Mängeln abzuhelfen, manche Fehler zu verbessern, unsoder Anderen, künftig vorbehalten bleibt; doch wird ein kleinerBeitrag hiezu nicht unfreundlich abgewiesen werden.

Zuvörderst also möge von der Rechtschreibung OrientalischerNamen die Rede seyn, an welchen eine durchgängige Gleichheit

kaum zu erreichen ist. Denn, bei dem großen Unterschiede deröstlichen und westlichen Sprache, hält es schwer, für die Alpha-bete jener bei uns reine Aequivalente zu finden. Da nun fernerdie Europäischen Sprachen unter sich, wegen verschiedener Ab-stammung und einzelner Dialecte, dem eignen Alphabet ver-schiedenen Werth und Bedeutung beilegen, so wird eine Ueber-einstimmung noch schwieriger.

Unter Französischem Geleit sind wir hauptsächlich in jene Ge-genden eingeführt worden. Herbelot's Wörterbuch kam unsernWünschen zu Hülfe. Nun mußte der Französische Gelehrte Orien-talische Worte und Namen der nationellen Aussprache und Hör-weise aneignen und gefällig machen, welches denn auch in DeutscheCultur nach und nach herüberging. So sagen wir noch Hegirelieber als Hedschra, des angenehmen Klanges und der alten Be-kanntschaft wegen.

Wie viel haben an ihrer Seite die Engländer nicht geleistet!und, ob sie schon über die Aussprache ihres eignen Idioms nichteinig sind, sich doch, wie billig, des Rechts bedient, jene Namennach ihrer Weise auszusprechen und zu schreiben, wodurch wirabermals in Schwanken und Zweifel gerathen.

Die Deutschen, denen es am leichtesten fällt, zu schreiben, wiesie sprechen, die sich fremden Klängen, Quantitäten und Decen-ten nicht ungern gleichstellen, gingen ernstlich zu Werke. Ebenaber weil sie dem Ausländischen und Fremden sich immer mehranzunähern bemüht gewesen, so findet man auch hier zwischenälteren und neueren Schriften großen Unterschied, so daß man sicheiner sichern Autorität zu unterwerfen kaum Ueberzeugung findet.

Dieser Sorge hat mich jedoch der eben so einsichtige als ge-fällige Freund, I. G. L. Kosegarten, dem ich auch obigeUebersetzung der kaiserlichen Gedichte verdanke, gar freundlichenthoben und manche Berichtigungen mitgetheilt. Möge dieserzuverlässige Mann meine Vorbereitung zu einem künftigen Divangleichfalls geneigt begünstigen.

Register.

A.

Aaron 3S8. 3S3.

Ahda« 308. 36« f.

Abrara« 286. 3«8.

Ahul Haffan Ehan 37«.

Achesteifl 3«S.

Alexander der Große 308.313.316.

317. 333. 33«. 336. 316. 37«.Allah 303. 313. 31«. 316. 321.333.

Amralkai 33V.

Amru 33V.

Ansari 338.

Antara 330.

Asra 233. 3S3.

Attar 333.

B.

Balch 308. 333. 33«. 33S.Bamian 333.

Barmektden 28S. 333. 336.Bastan Nameh 338.

Behramgur 313. 3«2.

Bidpai 33«. 3«2. 3öv.

Boteinah 233. 310. 312. 331.

E.

Ealiph und Caliphat 336.Eatschar 3«3. 37«.

Ehakani 31S.

Ehardin 318.

Ehattaj 3SS.

Eho«ru Parvi« 333. 33«. 333.Ehnaresm 3SS.

Clilus 316.

D.

Darin« I. 333. Vrg>. Dara.Darin« Codomannus 333.Delille 372.

Derwisch 340.

Diez (vont 369.

Dilaram 313. 3«2.

Dschami 312. S«V. 312.DschelSl-ed-dln-Rumi 238. 3«1 f.Dschemit 233. 310. 316. 3«2. SSI.Dschemschid 37«.

Dschengi« Ehan 333.

E.

Ebusuud 290.

Eichhorn 330. 362. 363.