Mehrbändiges Buch 
Goethe's sämmtliche Werke : Vollständige Ausgabe in sechs Bänden
Entstehung
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Einzelne Scenen zn festlichen Gelegenheiten.

551

Prinzessin.

Doch wer hat für Gott gestritten,

Für der Seele höchstes Heil,

Als mit allen, die gelitten,

Unser Herr an seinem Theil?

Thor.

Herrlich kommt er eingeschritten,

Unsrer Seele selig Heil.

Johann.

Und wo ward denn je den ThronenSolch ein großer Kampf geweiht,

Wo die Schaar der MillionenKaisern förderte den Streit?

Thor.

Nah und ferne, wie sie wohnen,

Alle stürzten zu dem Streit.

Lcncschall.

Nun bemerk' ich unterthänig

Denn zu sehr betrifft es mich:Ehmals stritt man für den König;

Nun sie stritten selbst für sich.

Chor.

Streite jeder für den König,

Und so streitet er für sich.

Minier.

Und vergebt mir, liebe FrauenGerne steht ihr nicht zurück,

Sie, die Herrlichste zu schauenFreiheit! Sie macht unser Glück.

Chor.

Sie, die Göttlichste, zu schauenFreiheit! Sie macht unser Glück.

pc-rigo und Lorezza.Und so ist denn unserm LebenUnd dem Untersten im LandGott und König wiedergebenAls der Freiheit schönstes Pfand.

Thor.

Gotte, der uns gnädig erhört,

Preis in Ewigkeit!

Dem Fürsten, der Sich und uns erhöht,Heil zur längsten Lebenszeit!

Beid?verehrt in allen Landen!

Freiheit ist auf ewig erstanden.

Schluß von Palarophron und tleoterpe.

Aufgeführt

zum Geburtstag der Prinzessin Marie.

Palaeophrou.

Begrüßet Sie, die holde Zierde,

Für die sich dieses Fest verklärt!

Ueoterpe.

Und überlaßt euch der Begierde,

Sie zu verehren, wie's gehört;

Sie kommt, die neue Zeit zu schmücken,palacoyhron.

Zur Lust der alten kommt Sie an.Leide.

Und beide rufen mit EntzückenDas schönste Glück auf Ihre Bahn!Ueoterpr.

Umschlinget euch mit frohen Kränzen,Paiaeophron.

Doch eure Freude schränket ein!Ncoter-e.

Zu würd'gem Fest, lebend'gen TänzenPalaroiihron.

Sind diese Räume viel zu klein.

(Wiederholt von Zeile 5 bis 6.)

Zu Wallenstein's Lager.

Als die Weimarschcu Freiwillige» ausinurschirtcn.

Erster Höllischer Jäger. Zweiter HöllischerJäger. Fremder Sänger.

Erster Jäger.

Da kommt noch einer überquer;

Der ist gewiß aus Italien her.

Zweiter Jäger.

Was willst du denn mit deiner Cither?

Du siehst aus wie ein Hochzeitbitter.

Erster Jäger.

Der Narre, der ist so bänderreich;

Sein lust'ges Land erkennt man gleich.

Sänger.

Euer Tumult, was will denn das?

Seyd höflich! denn ich sing' euch was.

Zweiter Jäger.

Da werden wir was Neues hören;

Doch hütet euch, ihn nicht zu stören!

Erster Jäger.

Nichts Neues! Alten Leierton!

Er ist verliebt, ich seh' es schon.

Sänger (recitativischj.

Wo so viel Völker sich versammeln,

Da mag ein jeder singen und stammeln.lJutonireud.)

Da dah! da dah!

Erster Jäger.

Ein närrischer Wicht!

Der Kerl, er singt schon, wenn er spricht.

Sänger.

Ich muß in's Feld, ich will dich meiden,

Wenn auch mein Herz mir widerspricht;

Von deiner Nähe werd' ich scheiden,

Von meiner Liebe kann ich nicht.