Mehrbändiges Buch 
Goethe's sämmtliche Werke : Vollständige Ausgabe in sechs Bänden
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AuSwSrtlge Literatur und Polksxresie.

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Forderung als unbefriedigt erklären; und so befreit man sichvon aller Dankbarkeit gegen den Künstler.

Die productive Kritik ist um ein gutes Theil schwerer; siefragt: Was hat sich der Autor vorgesetzt? ist dieser Vorsatzvernünftig und verständig? und in wiefern ist es gelungen,ihn auszuführen? Werden diese Fragen einsichtig und liebevollbeantwortet, so helfen wir dem Verfasser nach, welcher beiseinen ersten Arbeiten gewiß schon Vorschritte gethan und sichunserer Kritik entgegengehoben hat.

Machen wir aufmerksam auf noch einen Punkt, den mannicht genug beobachtet, daß man mehr um des Autors als desPublicums willen urtheilen müsse. Tagtäglich sehen wir, daßein Theaterstück, ein Roman, ohne die mindeste Rücksicht aufRecensionen, von Lesern und Leserinnen nach individuelleigenster Weise aufgenommen, gelobt, gescholten, an's Herzgeschloffen oder vom Herzen ausgeschlossen werde, je nachdemdas Kunstwerk mit irgend einer Persönlichkeit zufällig zu-sammentreffen mag.

Kehren wir jedoch zu unserer Tragödie zurück, und zwarzu der Schlußscene, zum Scheiden des Grafen von seiner Fa-milie. Wir thun dieß um so lieber, als wir bei unserm bis-herigen Vertrag davon geschwiegen. Der Englische Kunstrichternennt sie wahrhaft herzergreifend; uns gilt sie auch dafür, undihr Gelingen ist um desto verdienstlicher, als durch das ganzeStück keine zarte, thranenhafte Rührung vorbereitet ist. Nachdes Herrn Manzoni ruhig fortschreitender, ohne Verfchrän-kung, gerade vor sich hinwaudelnder Weise vernimmt man imLaufe des Stücks zwar, daß Graf Carmagnola Gemahlin undTochter habe; sie erscheinen aber nicht selbst als ganz zuletzt,wo sie das den Grafen befallene Unglück urplötzlich vernehmen.Der Dichter hat sich hier, wie in dem unmittelbar darauf fol-genden Monolog des Grafen, nicht weniger in der Scheidesceneselbst, musterhaft bewiesen, und wir triumphiren, daß er demEngländer ein inckeell stkeetinA abgewonnen hat.

Zwar wissen wir aus eigener Erfahrung, daß man, nachausgezogenem Vorhang, mit wenig gesprochenen Zeilen eingroßes Publicum gleichsam aus dem Stegreife rühren könne;näher betrachtet jedoch sieht man, daß immer etwas voraus-gegangen seyn müsse: irgend ein vorbereitender Antheil mußschon in der Menge walten, und wenn man diesen aufzufassen,den Augenblick zu nutzen weiß, so darf man seiner Wirkunggewiß seyn.

Eben so wenn Herrn Manzoni geglückt ist, durch einenChor den Geist lyrisch zu erheben und anzufeuern, so vermochteer das nur in Gefolg der zwei ersten Acte; gleichermaaßen ent-springt aus den drei letzten Acten die Rührung der Endscene.Wie nun der Dichter seine Redekunst nicht hätte entwickelnkönnen, ohne die schöne Gelegenheit, Doge, Senatoren, Ge-nerale, Commissarien und Soldaten sprechen zu lassen, ebenso wenig hätte er uns lyrisch begeistert oder elegisch gerührtohne die edlen Prämissen, auf die er vertrauen konnte.

Eine Ode besteht nicht an und für sich: sie muß aus einemschon bewegten Elemente hervorsteigen. Wodurch wirken diePindarischen so mächtig, als daß ihnen die Herrlichkeiten großerStädte, ganzer Länder und Geschlechtsfolgeu als Basis dienen,worauf denn die eminente Persönlichkeit eines einzelnen empor-gehoben wird.

Man gedenke der umviderstchlichcn Gewalt tragischer

Chöre der Griechen. Wodurch steigern sie sich aber als auf demdazwischen, von einem Act zum andern, sich steigernden dra-matischen Interesse?

Herr Manzoni hat sich als lyrischen Dichter in seinen hei-ligen Hymnen zu unserer Freude früher bewiesen. Wokonnten aber diese wachsen und gedeihen als auf dem frucht-baren Boden der Christlich Römisch-katholischen Religion? unddoch läßt er aus diesem breiten Felde nur fünf Hymnen auf-steigen. Dann finden wir den mysteriös stemmen Gehaltdurchaus einfach behandelt; kein Wort, keine Wendung, dienicht jedem Jtaliäuer von Jugend auf bekannt wären; unddoch sind die Gesänge originell, sind neu und überraschend.Bon dem zarten Anklang des Namens Maria bis zum ernstenVersuch einer Judenbekehrung alles lieblich, kräftig undzierlich.

Nach diesen Betrachtungen dürften wir wohl unsern Dichterersuchen, das Theater und seine eigens gewählte Weise nichtzu verlassen, aber darauf zu sehen, daß der zu wählende Stoffan und für sich rührend sey; denn, genau betrachtet, liegt dasRührende mehr im Stoff als in der Behandlung.

Nicht als Vorschlag, sondern nur eines schnellern Ver-ständnisses wegen, nennen wir die Räumung von Parga.Zwar möchte dieses Sujet gegenwärtig zu behandeln einiger-maaßen gefährlich seyn; unsere Nachkommen werden sich'snicht entgehen lassen. Wenn es aber Herr Manzoni ergreifendürfte, und es nur in seiner ruhigen, klaren Art durchführte,sein überzeugendes Rednertalent, seine Gabe, elegisch zu rührenund lyrisch aufzuregen, in Thätigkeit setzen wollte, so würdenvon der ersten bis zur letzten Scene Thränen genug fließen;so daß der Engländer selbst, wenn er auch durch die bedenklicheRolle, die seine Landsleute dabei spielen, sich eiuigermaaßenverletzt (otkenlleä) fühlte, das Stück doch gewiß keine schwache(keedle) Tragödie nennen würde.

Maiyoni an Goethe.

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