Statt pe» »«sprachen«» supplementären Theil«.
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er sich einmal beisammen befindet, so gut als jeden andern,ja vielleicht noch mehr, in Ordnung zu halten, damit man znjeder Zeit die verlangten Versuche anstellen und vorlegen könne;denn es wird künftig nicht wie bisher die Ausrede gelten, daßdurch gewisse Versuche, vor hundert Jahren in England an-gestellt, alles hinlänglich auch für uns bewiesen und abgethansey. Nicht weniger ist zn bedenken, daß, ob wir gleich dieFarbenlehre der freien Natur wiederzugeben so viel als möglichbemüht gewesen, doch ein geräumiges Zimmer, welches mannach Belieben erhellen und verfinstern kann, nöthig bleibt,damit man für sich und andere sowohl die Lehre als die Con-trovers befriedigend durch Versuche und Beispiele belegenkönne. Diese ganz unerläßliche Einrichtung ist von der Art,daß sie einem Privatmanne beschwerlich werden müßte; deß-wegen darf man sie wohl Universitäten und Akademien derWissenschaften zur Pflicht machen, damit statt des alten Wort-krams die Erscheinungen selbst und ihre wahren Verhältnissedem Wißbegierigen anschaulich werden.
Was den polemischen Theil betrifft, so ist demselben nocheine Abhandlung hinzuzufügen über dasjenige, was vorgeht,wenn die so nahe verwandten Werkzeuge, Prismen und Linsen,vereinigt gebraucht werden. Es ist zwar höchst einfach undwäre von einem jeden leicht einzusehen, wenn nicht Newtonund seine Schüler auch hier einen völlig willkürlichen Gebrauchder Werkzeuge zu ganz entgegengesetzten Zwecken eingeführthätten; denn einmal sollen auf diesem Wege die farbigen Lichtervöllig separirt, ein andermal wieder völlig vereinigt werden;welches denn beides nicht geleistet wird noch werden kann.
An diese Betrachtungen schließt sich unmittelbar eine andere.Es ist nämlich die Frage, was in einer Glas- oder Wafferkugeldurch Refraction oder Reflexion gewirkt werde, damit wir dasso nierkwürdige als schöne Phänomen des Regenbogens er-blicken. Auch mit diesem hat man, wie mit so vielem andern,fertig und in's Reine zu seyn geglaubt. Wir hingegen sindüberzeugt, daß man den Hauptpunkt vernachlässigt, welchenAntonius de Dominis bei seiner Behandlung dieses Gegen-standes schon sicher und entschieden ausgesprochen.
Zu dem historischen Theile ließen sich auch mancherleiSupplemente geben. Zuerst wären Eitate nachzubringen, garmancherlei Verbesserungen in Namen, Jahrzahlen und andernkleinen Angaben; bei manchem Artikel könnte sogar eine neueBearbeitung stattfinden; wie wir z. B. das über Keppler Ge-sagte gegenwärtig bedeutender und zweckmäßiger auszuführenuns getrauten.
Auch mit Rubriken und kurzen Jnhaltsanzeigen kleinererSchriften ließen sich diese historisch - literarischen Materialienum vieles vermehren, von denen hier manches weggeblieben,was uns einen gewissen Bezug versteckt hätte, der aus einerHintereinanderstellnng bedeutender Schriften Eines Zeitraumsvon sich selbst, ohne weiteres Räsonniren und Pragmatisiren,hervorzugehen schien.
Soll jedoch dereinst das Geschichtliche einen unmittelbarenEinfluß auf das Didaktische erlangen, so wäre jenes einmalnach den Abtheilungen, Rubriken, Capiteln des Entwurfsgedrängt aufzuführen, wodurch die Zeitenfolge zwar aufge-hoben, die Folge und Uebereinstimmung des Sinnes hingegensich desto deutlicher zeigen würde. Der Liberalgesinnte, nichtauf seiner Persönlichkeit und Eigenheit Verharrende würde mit
Vergnügen auch hier bemerken, daß nichts Neues unter derSonne, daß das Wissen und die Wissenschaft ewig sey, daß daswahrhaft Bedeutende darin von unsern Vorfahren, wo nichtimmer erkannt und ergriffen, doch wenigstens geahnt, und dasGanze der Wissenschaft, so wie jeder Tüchtigkeit und Kunst, vonihnen empfunden, geschätzt und nach ihrer Weise geübt worden.
Doch wäre vielleicht vor allem andern noch das Geschichtlicheder letzten zwanzig Jahre nachzubringen, obgleich keine sonderlicheAusbeute davon zu hoffen steht. Das Bedeutende darunter, die! Wirkung farbiger Beleuchtung betreffend, welche Herschel wieder, zur Sprache gebracht, findet sich in einem Aufsätze, den wirHerrn Dr. Seebeck in Jena verdanken. Das seltsam Unerfreu-liche, durch welches Wünsch neue Verwirrung in der Farben-lehre angerichtet, ist bei Erklärung der Tafeln in seine erstenElemente aufgelöst und dabei das Nöthige erinnert worden.
Der andern, minder wirksamen Aeußerungen möchte ichüberhaupt gegenwärtig nicht gern, so wenig als dessen, wassich auf mich bezieht, gedenken. Theils hat man gesucht, durchein mißwollendes Verschweigen meine frühern Bemühungengänzlich auszulöschen, welches um so mehr thulich schien, alsich selbst seit vielen Jahren nichts direct deßhalb zur Sprachebrachte; theils hat man von meinen Ansichten, die ich seit ebenso langer Zeit im Leben und Gespräch gern mittheilte, ingrößern und kleinern Schriften eine Art von Halbgebrauchgemacht, ohne mir die Ehre zu erzeigen, meiner dabei zugedenken. Dieses alles zu rügen, deutlich zu machen, wie aufdiese Weise die gute Sache retardirt und discreditirt worden,würde zu unfreundlichen Erklärungen Anlaß geben, und ichkönnte denn doch, da ich mit meinen Vorfahren und mit mirselbst streng genug umgegangen, die Mitlebenden nicht wohlschonender behandeln.
Viel besser und auch wohl gelinder macht sich dieß in derfolgenden Zeit, wenn sich erst ergeben wird, ob dieses Werksich Eingang verschafft und was für Wirkungen es hervor-bringt. Die Farbenlehre scheint überhaupt jetzt an die Tages-ordnung zu kommen. Außer dem, was Runge in Hamburgals Maler bereits gegeben, verspricht Klotz in München gleich-falls von der Kunstscite her einen ansehnlichen Beitrag. PlacidusHeinrich zu Regensburg läßt ein ausführliches Werk erwarten,und mit einem schönen Aufsatz über die Bedeutung der Farbenin der Natnr hat uns Steffens beschenkt. Diesem möchten wirvorzüglich die gute Sache empfehlen, da er in die Farben-welt von der chemischen Seite Hereintritt, und also mit freiem,unbefangenem Muth sein Verdienst hier bethätigen kann.Nichts von allem soll uns unbeachtet bleiben: wir bemerken,was für und gegen uns, was mit und wider uns erscheint,wer den antiquirten Irrthum zu wiederholen trachtet, oderwer das alte und vorhandene Wahre erneut und belebt, undwohl gar unerwartete Ansichten durch Genie oder Zufall er-öffnet, um eine Lehre zu fördern, deren abgeschlossener Kreissich vielleicht vor vielen andern ausfüllen und vollenden läßt.
Was diesen frommen Wünschen und Hoffnungen entgegen-steht, ist mir nicht unbekannt. Der Sache würde nicht dienlichseyn, es hier ausdrücklich auszusprechen. Einige Jahre belehrenuns hierüber am besten, und man vergönne mir nur Zeit, zuüberlegen, ob es vortheilhafter sey, die theils nothwendigentheils nutzbaren Supplemente zusammen in einem Bande oderhestweise nach Gelegenheit herauszugeben.