tlltt deZ verZprochenen Supplementären OheilZ.
( 1810 .)
Wir stammen, unser sechs Geschwister,Von einem wundersamen Paar,Die Mutter ewig ernst und düster,
Der Vater fröhlich immerdar.
Von beiden erbten wir die Tugend,
Don ihr die Milde, von ihm den Glanz:So drehn wir un« in ew'ger JugendUm dich herum im Eirkeltanz,
Gern meiden wir die schwarzen Höhlen,Und lieben uns den heitern Tag ;Wir sind es, die die Welt beseelenMit unser« Lebens Zauberschlag
Wir sind des Frühling« lust'ge VotenUnd führen seinen muntern Reihn;Trum fliehen wir das Hau« der Todten:Denn um uu« her muß Leben seyn.
Un« mag kein Glücklicher entbehren,
Wir sind dabei, wo man sich freut,
Und läßt der Kaiser sich verehren,
Wir leihen ihm die Herrlichkeit.
Schiller,
In der Vorrede des ersten Bandes haben wir zu den dreinunmehr beendigten Theilen unseres Werkes, dem didaktischen,polemischen, historischen, noch einen vierten supplementärenversprochen, welcher sich bei einer solchen Unternehmung aller-dings nöthig macht; und es wird daher, in doppeltem Sinne,einer Entschuldigung bedürfen, daß derselbe nicht gegenwärtigmit den übrigen zugleich erscheint.
Ohne zu gedenken, wie lange diese Bände, die man hierdem Publicum übergiebt, vorbereitet waren, dürfen wir wohlbemerken, daß schon vor vier Jahren der Druck derselben an-gefangen und durch so manche öffentliche und häusliche, durchgeistige und körperliche, wissenschaftliche und technische Hinder-nisse verspätet worden. "
Abermals nähert sich mit dem Frühjahr derjenige Termin,an welchem die stillen Früchte gelehrten Fleißes durch denBuchhandel verbreitet werden, eben zu der Zeit, als die dreiersten Theile unserer chromatischen Arbeit die Presse verlassen,und mit den dazu gehörigen Tafeln ausgestattet worden. Derdritte Theil ist zur Stärke eines ganzen Bandes herangewachsen,dessen größere Hälfte er eigentlich nur ausmachen sollte, undes scheint daher wohl räthlich, die Herausgabe des so weit Ge-diehenen nicht aufzuschieben, indem die vorliegende Masse großgenug ist, um als eine nicht ganz unwerthe Gabe der theil-nehmenden Welt angeboten zu werden.
Was jedoch von einem supplementären Theile zu erwartenstehe, wollen wir hier mit wenigem bemerken. Eine Revision
des Didaktischen kann auf mancherlei Weife stattfinden; dennwir werden im Laufe einer solchen Arbeit mit Phänomenenbekannt, die, wenn auch nicht neu oder von solcher Bedeutung,daß sie unerwartete Aufschlüsse geben, doch mehr als anderesich zu Repräsentanten von vielen Fällen qualificiren, und sichdaher gerade in ein Lehrbuch aufgenommen zu werden vor-züglich eignen, weil man das Didaktische von allen Einzeln-heiten, allem Zweideutigen und Schwankenden so viel alsmöglich zu reinigen hat, um dasselbe immer sicherer und be-deutender zu machen.
Hierdurch wird auch dasjenige, was allein Methode zunennen ist, immer vollkommener: denn j? mehr die einzelnenTheile an innerm Werthe wachsen, desto reiner und sichererschließen sie an einander, und das Ganze ist leichter zu über-sehen , dergestalt daß zuletzt die höhern theoretischen Einsichtenvon selbst und unerwartet hervor« und dem Betrachter ent-gegentreten.
Die Beschreibung des Apparats wäre sodann das Nothwen-digste : denn obgleich die Haupterfordernisse bei den Versuchenselbst angegeben sind, und eigentlich nichts vorkommt, wasaußerhalb der Einsicht eines geschickten Mechanikers und Experi-mentators läge, so würde es doch gut seyn, auf wenigenBlättern zu übersehen, was man denn eigentlich bedürfe, umdie sämmtlichen Phänomene, auf welche es ankommt, bequemhervorzubringen. Und freilich sind hierzu Hülfsmittel der ver-schiedensten Art nöthig. Auch hat man diesen Apparat, wenn