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Goethe's sämmtliche Werke : Vollständige Ausgabe in sechs Bänden
Entstehung
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Mineralogie und Geologie.

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Diese sich unmittelbar, wie an mehrern, jedoch seltenernBruchstücken gezeigt werden kann, an die frühern Epochen,und zwar nicht mechanisch, sondern chemisch anschließendeSteinart ist sehr weit verbreitet. Sie zeigt sich in den Schluch-ten über Carlsbad, welche gegen die Tepel zu fallen; sie steigtwestwärts bis an den Schloßberg heran, bildet den Fuß undeinen Theil der Höhe des Galgenberges, vorzüglich aber dieHügel, an welchen her sich die Tepel nach der Eger schlingt.Ueber der Eger verbreitet sie sich weit, und jenes Gestein, dasdie Bergesfläche gegen Zwoda hin bedeckt, ist alles gleichenUrsprungs.

Auf diesem Wege, besonders an der neuen Chaussee, wosich mancher entblößte Rand beobachten läßt, kann man be-merken , daß dieses Gestein theilweise sehr vielen Thon enthält,welcher an mehrern Stellen sogar das Uebergewicht gewinnt.Denn es zeigen sich große Masten und Lager, die, obgleich mitdem Hauptgestcin von gleichem Ursprung, fast gänzlich zu einemweißen Thon verwittern.

Wir wenden unsere Betrachtung nunmehr auf die besonderszwischen dem Ausfluß der Tepel und der Egerbrücke vorkom-mende Verbindung dieses Gesteins mit vegetabilischen Resten(58, 59). Man findet sie in dem dichtesten Ouarzgestein, sowie in demjenigen, das sich einem Conglomerat vergleichenläßt. Binsen und Schilfarten scheinen hier vorzüglich nieder-gelegt zu seyn. Doch finden sich auch Stücke von Aesten völligin dieses Gestein verwandelt und gleichsam auf's neue imMineralreiche verkörpert (60). Die schwarze Farbe, womitdiese Steinmasse öfters tingirt ist, während hellere Quarz-körner in ihr eingeschlossen sind, scheint sich auch von der Vege-tation herzuschreiben; wovon wir uns zunächst überzeugenkönnen, wenn wir die aus den Steinkohlengruben von Dallwitzgenommenen Stücke betrachten.

Wir finden daselbst eine offenbar durch Kohle gefärbtetbonige Quarzmaste (61), manchmal trummweise mit an-stehenden Amethystkrystallen (62), manchmal einen solchenTrumm, begleitet von faserigem Quarz, der gleichfalls durchKohle gefärbt ist. Oft sitzen auf versteinertem Holze zwischendeutlicher Kohle eine Menge vollkommen ausgebildeter Berg-krystalle (63). Die Kohle daselbst ist nicht von so guter Artals die beiliegende (64).

Wenn wir diese Gruben verlassen und wieder auf dieOberfläche zurückkehren, finden wir jene Quarzbreccie, jenesConglomerat, wovon oben die Rede gewesen, höchst grobkörnigwieder (65). Ferner zeigt sich ein grober, leicht zerreiblicherSandstein (66), mit wenigem Thon, ein anderer dagegen (67),in welchem der Thon die Oberhand gewonnen. Hier giebt esauch große Thonlager aller Art vom Capselthon an bis zumPorcellanthon, mit Spuren von Quarz und Glimmer (68, 69).

Hierher ordnen wir, der Nachbarschaft wegen, das ver-steinerte Holz von Lessau, das sich durch seine bläulich undweißlich graue Farbe, durch die ansitzenden Amethystkrystalleund durch die öfters mit Chalcedon ausgefüllten Höhlungenvon allen andern versteinerten Hölzern auszeichnet (70, 71).

Auch werden in jener Gegend ausgewitterte Chalcedonstückeeinzeln gefunden, welche deutlich zeigen, daß sie sich vormalsin Zwischenräumen irgend eines Gesteins erzeugt haben (72).

Wir haben bisher manches Quarz- und Thongestein inseinem ursprünglichen Zustande betrachtet; jetzt kommen wir

Goethe, Werke. VI.

in den Fall, dasselbe in einem sehr veränderten zu sehen, näm-lich indem wir die Erzeugnisse eines Erdbrandes vorlegen,der sich zwischen den Hügeln von Hohdorf und weiter in denfrühesten Zeiten ereignet haben mag. Es hat derselbe auf jenesOuarzgestein, auf jenes Conglomerat, auf ein schieferigesThongestein, auf reinen Thon, vielleicht auch auf Granitge-schiebe gewirkt.

Man findet also in diesem Bezirk ein schieferiges Thon-gestein, durch das Feuer verhärtet, so daß es am Stahle Funkengiebt: seine Farbe ist rothbraun geworden (73). Dasselbefindet sich sodann etwas mehr verändert und mit Quarzpunktendurchsäet (74). Diese Punkte nehmen immer mehr überhand,so daß man bald das Quarzgestein der 54. und 55. Nummer,bald Granitstücke, durch das Feuer höchst verändert, zu sehenglaubt (75, 76). Theilweise findet man es auch schieferig (77),da es sich denn immer mehr der Erdschlacke nähert (78). Zuletztgeht es über in völlig blasige Erdschlacke, woran man kaumdas Gestein, woraus sie entstanden, erkennen kann (79). Dochzeigt sich bald der Uebergang zum Porcellanjaspis an Musternvon mehrerer Härte und Schwere (80, 81), endlich der Por-cellanjaspis selbst von gelber und Lilafarbc (82, 83), derschwerste und härteste Körper dieser umgebildeten Folge. Manch-mal findet sich auch versteinertes, durch Feuer verändertesHolz (84), das wir vorhin in seiner ursprünglichen Gestaltkennen gelernt.

An diese pseudovulcanischen Erzeugnisse scheinen sich dieErdschlacken von außerordentlicher Schwere unmittelbar anzu-schließen, welche sich jedoch in ziemlicher Entfernung bei derKobesmühle befinden (85, 86). Seltener und um desto in-teressanter ist der stängelige Eisenstein (87); Psendo-Aötiten(88) und mit sehr kenntlichen Blättern durchzogener, oft ausdenselben fast gänzlich bestehender Rasen-Eisenstein (88), welcheroft so fest und schwer als obige Erdschlacke gefunden wird, leitenunsere Betrachtung wieder zu den Erzeugnissen des Mastershinüber.

An dem linken Ufer der Eger gegen Fischern findet sich derBasalt unmittelbar an dem Granit. Eine halbe Basaltkugelliegt hier bei (90), ingleichen basaltischer Mandelstcin vondaher (91); ferner Basalt, mit gelbem Kalkstein durchzogen (92).

Ohne wettern Zusammenhang sind nunmehr die letztenNummern. Basaltischer Mandelstein aus der Gegend (93);Kalkspath von geradstängeligen, abgesonderten Stücken ausdem Basalte von der Hard (94); Klingstein von Engelhaus(95); Pechstein von daher (96); Conglomerat, sogenanntesweißliegendes, zwischen Tepel und Theising, welches zu Mühl-steinen verwendet wird (97); Basglt von dem sogenanntenSchloßberge hinter dem Hammer (98), und Augitkrystalle ineiner dem Basalt und Mandelstein ähnelnden grünlichen undröthlichen Masse (99, 100) mögen hier einzeln den Schlußmachen, bis sie in der Folge an ihre Nachbarn und Verwandtennäher anzuknüpfen sind.

Damit man diese Sammlung bequemer behandeln undleichter ordnen könne, fügen wir noch eine kurze Rekapitulationhinzu, wobei wir die Gelegenheit ergreifen, schließlich zu be-merken, daß die einzelnen Nummern nicht immer vollkommenmit der Beschreibung übereintreffen können, weil vorzüglichvon Uebergängen die Rede ist. Will man also die Beschreibungmit den Körpern zusammenhalten, so thut man wohl, die

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