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Mineralogie und Geologie.
Königreich« Quito kann als ein ungeheurer Vulcan angesehenwerden; eben so ist die ganze Gruppe der Canarischen Inselnaus einen unter dem Meer befindlichen Vulcan gestellt; sodannist der merkwürdigste Punkt zu berühren, daß alle Thatsachenzu beweisen scheinen, daß sich die vulkanischen Feuer auf denAmericanischen Inseln wie auf den Anden von Quito, inAuvergne, in Griechenland und auf dem größten Theile derErde mitten durch primitive Gebirgsarten den Weg nach außengebahnt haben."
Nachdem dieses alles nun so weit geführt worden, so ge-schieht ein Rückblick auf die Streitigkeiten selbst, welche überden Gegenstand sich erhoben; man deutet auf das mehrfachemenschliche Fehlsame, auf die Unzulänglichkeit der Individuen,die denn doch, was ihnen persönlich oder ihren Zwecken gemäßist, gern zu einer allgemeinen Ueberzeugung umwandeln möch-ten. Wie das nun von jeher bis auf den heutigen Tag ge-schehen , wird kürzlich durchgeführt und zuletzt die Anmaßlichkeitderer abgelehnt, welche verlangen, daß man dasjenige, wor-über man urtheilen wolle, selbst müsse gesehen haben. Diesebedenken nicht, daß sie doch immer dem Object als Subject,als Individuum entgegenstehen und trotz ihrer Gegenwart nur-mit ihren eigenen Augen und nicht mit dem allgemeinen mensch-lichen Blick die Gegenstände sowohl als den besondern Zustandbeschauen. Männern wie von Humboldt und von Buch wirdunbedingter Dank gezollt, daß sie die Welt umreisen mochten,eben um uns eine solche Reise zu ersparen.
In den Anhängen kommt nun die wichtigste Frage vor, inwiefern wir ein Unerforschtes für unerforschlich erklären dürfen,und wie weit es dem Menschen vorwärts zu gehen erlaubt sey,ehe er Ursache habe, vor dem Unbegreiflichen zurückzutretenoder davor stille zu stehen. Unsere Meinung ist, daß es demMenschen gar wohl gezieme, ein Unerforschliches anzunehmen,daß er dagegen aber seinem Forschen keine Gränze zu setzenhabe: denn wenn auch die Natur gegen den Menschen im Vor-theil steht und ihm manches zu verheimlichen scheint, so stehter wieder gegen sie im Vortheil, daß er, wenn auch nicht durchsie durch, doch über sie hinaus denken kann. Wir sind aberschon weit genug gegen sie vorgedrungen, wenn wir zu denUrphänomenen gelangen, welche wir in ihrer uncrforschlichenHerrlichkeit von Angesicht zu Angesicht anschauen und uns so-dann wieder rückwärts in die Welt der Erscheinungen wenden,wo das in seiner Einfalt Unbegreifliche sich in tausend undaber tausend mannichsaltigen Erscheinungen bei aller Veränder-lichkeit unveränderlich offenbart.
Der Horn.
1820.
Ein freier, hoher Gebirgsrücken, der auf einer flachen Höheaufsitzt, bleibt dem Reisenden nach Carlsbad rechts, und wirdvon dorther immer als ein ansehnlicher Berg beachtet. SeinenGipfel habe ich nie bestiegen; Freunde sagen, er sey Basalt,so wie die von der Fläche seines Fußes gewonnenen Steine.Sie werden zur Chauffeebesserung angefahren, und haben dasMerkwürdige, daß sie, ohne etwa zerschlagen zu seyn, einzelnklein sind, so daß eine Kinderhand die kleinern, die größer»eine Knabenhand gar wohl zu fassen vermöchte. Sie werden
also zwischen einem Tauben- und Gänseei hin und wiederschwanken.
Das Merkwürdigste aber hierbei darf wohl geachtet werden,daß sie sämmtlich, genau besehen, eine entschiedene Gestalthaben, ob sie sich gleich bis in's Unendliche mannichfaltig er-weisen.
Die regelmäßigsten vergleichen sich dem Schädel eines Thiersohne untere Kinnlade; sie haben alle eine entschiedene Fläche,auf die man sie legen kann. Alsdann stehen uns drei Flächenentgegen, wovon man die obere für Stirn und Nase, die beidenSeiten für Oberkiefer und Wangen, die zwei rückwärts fürdie Schläfe gelten läßt, wenn die hinterste, letzte dem Hinter-haupt zugeschrieben wird. Ein Modell, in diesem Sinne ver-fertigt, zeigt einen regelmäßigen Krystall, welcher nur seltenin der Wirklichkeit erscheint, der aber, sobald man diese Grund-form , diese Grundintention der Natur einmal anerkannt hat,überall, auch in den unförmlichsten Individuen, wiederzufindenist. Sie stellen sich nämlich von selbst auf ihre Base, und über-lassen dem Beschauer, die übrigen sechs Flächen herauszufinden.Ich habe die bedeutendern Abweichungen in Thon nachgebildet,und finde, daß selbst die unregelmäßigsten sich zu einer oderder andern Mittelgestalt hinneigen. Sie scheinen nicht von derStelle gekommen zu seyn. Weder merklich abgestumpft nochabgewittert, liegen sie auf den Aeckern um den Berg wie hin-geschneit. Ein geistreicher junger Geologe sagte, es sähe auswie ein Asrolithenhaufen aus einer frühern prägnanten Atmo-sphäre. Da wir im Grunde nicht wissen, woher diese Dingekommen mögen, so ist es gleichviel, ob wir sie von oben odervon unten empfangen, wenn sie uns nur immer zur Beobach-tung reizen, Gedanken veranlassen und zu Bescheidenheitfreundlich nöthigen.
bist Huaeckam etiam neseisocki urs st seisntis,.
kockotreckus Herrn rmnus.
Lamrnerberg bei Eger.
1820.
Man wird aus unserer frühern Darstellung des Kammer-bergs bei Eger sich wieder in's Gedächtniß rufen, was wirüber einen so wichtigen Naturgegenstand gesprochen und wiewir diese Hügelerhöhung als einen reinen Vulcan angesehen,der sich unter dem Meere, unmittelbar auf und aus Glimmer-schiefer gebildet habe.
Als ich am 26. April dieses Jahres auf meiner Reise nachCarlsbad durch Eger ging, erfuhr ich von dem so unterrichtetenals thätigen und gefälligen Herrn Policeirath Grüner, daßman auf der Fläche des großen, zum Behuf der Chausseenausgegrabenen Raumes des Kammerberger Vulcans mit einemSchacht niedergegangen, um zu sehen, was in der Tiefe zufinden seyn möchte, und ob man nicht vielleicht auf Steinkohlentreffen dürfte.
Auf meiner Rückkehr, den 28. Mai, ward ich von demwackern Manne auf's freundlichste empfangen; er legte mirdie kurze Geschichte der Abtäufung, welche doch schon sistirtworden, nicht weniger die gefundenen Mineralkörper vor.Man hatte beim Absinken von etwa 1'/, Lachtern erst eineetwas festere Lava, dann die gewöhnliche völlig verschlackte in