Meteorologie.
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Wenn nun für jede höhere und tiefere Ortslage ein solcher §Mittelstand erst auszuforschen ist, so giebt die Berechnung so- ^wohl als auch die Erfahrung die Auskunft, daß bei uns inWeimar 27 Zoll 6 Linien ungefähr diese Gränze zu ziehen ist.
Sie kann mit Recht als den veränderlichen Zustand an-deutend angesehen werden: denn da man nie voraus wissen ,kann, ob das Quecksilber darüber steigen oder darunter fallen ,werde, so kann man sich doch versichert halten, daß das Queck- ^silber im Steigen auf einen klaren, heitern, im Sinken aufeinen bewölkten Zustand hindeute. Steht das Barometer sehrhoch, so hat man beständig Wetter angenommen, wenn schonBeständigkeit vom Barometer aus keiner Stufe zu erwartensteht; da jedoch von dieser Höhe (bei uns 28 Zoll) das Queck-silber mehrere Tage sich nieder senken und auf und ab bewegenkann, ohne daß es sich unter die Mittellinie herunterläßt, soist das heitere Wetter, im gewissen Sinne, beständig; aber esist nicht beständiger als das trübe, regnerische, stürmischeWetter, wenn das Quecksilber unter gedachter Linie sich ausund ab bewegt, ohne sie zu überschreiten.
Es ist leicht einzusehen, welche Vortheile ein solcher Finger-zeig dem harmlosen Beobachter bringt, der keine Ansprüchean höhere wissenschaftliche Mittheilungen zu machen denkt,sondern sich nur in diesem Labyrinthe nach einem Leitfadenund nach einem festen Punkte umsieht, woran er denselbenheften kann.
Auf wohlgearbeiteten Barometern zu Ende des vorigenJahrhunderts findet sich die Mittellinie noch; allein da, wiegesagt, eine allgemeine Linie für die verschiedensten Ortslagennicht hinreicht, so muß dieser Jndifserenzpunkt auf den Baro-metern eines jeden Ortes besonders bestimmt werden, worüberfolgendes zu sagen märe.
Am einfachsten gelangt man zum Zweck, wenn man, beiunbekanntem Höhenunterschied zweier Orte, sich mit einemandern Beobachter in Rapport setzt, welcher die Mittelliniefür sein Instrument schon besitzt. Bei dem bemerkten paral-lelen Gang des Barometers würden schon wenige während ^einiger Tage an verabredeten Stunden zu machende Beob- ^achtungen genügen, um zu erkennen, um wie viel dort unter ^oder über der bekannten Mittellinie das Quecksilber stand, ^wonach man denn hier die Mittellinie um eben so viel unter ^oder über den hier beobachteten Ständen ziehen würde. >
Ist aber der Höhenunterschied beider Orte bekannt und ^zeigen beide Barometer, neben einander hangend, gleiche ^Stände, so ist die neue Mittellinie nach der bereits bekannten >unmittelbar zu bestimmen. Denn läge der Ort, wo die Mittel- !linie gesucht wird, etwa 80 Pariser Fuß höher als der andere ,Ort, wo man diese Linie bereits ausgemittelt hat, so würde !die neue Mittellinie um 1 Pariser Linie tiefer zu bestimmenseyn. Und so nach Verhältniß an allen übrigen Orten. !
In Ermangelung dieser Hülfsmittel wird der Durchschnittregelmäßiger Beobachtungen die Mittellinie ergeben, und zwarum so genauer, je länger man beobachtet: denn während nurEines Jahres kann man sich bei drei täglichen Beobachtungenfreilich um 1 Pariser Linie und mehr irren.
Haben wir nun das Vorgesagte gemerkt, wissen wir unsan die Mittellinie zu halten, haben wir beobachtet, wie hoch
und wie tief aus unserm Barometer das Quecksilber zu steigenund dann auch aus eine Reihe von Zeit wieder zu fallen Pflegt,so müssen wir folgendes im Auge behalten.
Das Steigen und Fallen des Barometers deutet auf eineUrsache, deren Wirkung erst später hervortritt, wie denn viel-jährige in ein und demselben Local bei unverrücktcm Baro-meter täglich und stündlich angestellte Beobachtungen zur Ueber-zeugung hinführen, daß man vierundzwanzig Stunden vorherdie Witterung voraussagen könne.
Nimmt man dieses auch nicht für so ganz entschieden an,da in der täglichen Erscheinung auch irgend ein Schwankengar wohl zum Vorschein kommen könnte, so kann man dochversichert seyn, daß es in der Hauptsache nie trügen werde.
Sogenannte Oscillationen.
Außer der bisher behandelten, weder an Jahres- nochTageszeit gebundenen Bewegung des Mercurs in der Glas-röhre ist uns in der neuern Zeit durch mannichfache Beob-achtungen eine andere Bewegung des Quecksilbers in derRöhre bekannt geworden, welche ihre Bestimmung in vierund-zwanzig Stunden durchläuft.
Die verschiedenen in Europa angestellten Beobachtungenzeigen diese Bewegung nicht unmittelbar; wir übergehen siejetzt und halten uns an Beobachtungen, die unter dem Aequatorauf dem Meer angestellt worden, wo das Phänomen auf'sdeutlichste hervorzutreten scheint.
Wir legen eine Stelle aus Simonows Beschreibungeiner Entdeckungsreise, Wien 1824, zum Grunde,welche folgendermaaßen lautet.
S. 33. „Die Erscheinungen, die sich nach diesen Beob-achtungen auf dem Barometer zeigten und die bisher seltenuntersucht wurden, bestehen darin, daß das Quecksilber anjedem Tage allmählig bis zum höchsten Grade des Barometerssteigt und von diesem wieder langsam zu fallen anfängt. DiesesSteigen und Fallen des Quecksilbers im Barometer geschiehtzweimal in vierundzwanzig Stunden. Nämlich um neun Uhrin der Früffe und Abends um dieselbe Stunde (steht es amhöchsten), Nachmitternacht und Nachmittag auf dem niedrigstenPunkte."
(Vo/sxs ä'AIexnnäre äs Rumbolät. Tom. III.p. 2 s. I.es oscillsticms cku Llerenrs äuns le daro-mstrs jiiäiizueot I'üeure prss<zue eomme no korloAS.p. 310. Ims äenx minimn bnrometriczues soinsiäsntpresgns nvee Iss «poczuss les plus cüsuäss st lesplus troiäes cku zour st äs In nuit.)
Auch hier gedenken wir uns, nach gewohnter Art, an dasGewisseste zu halten, um nach und nach dem Ungewissen destoeher beizukommen.
Ganz deutlich ist im Vorstehenden ausgesprochen, daß umNachmittag und Nachmitternacht das Barometer auf demniedrigsten Punkte stehe; daß um neun Uhr früh und Abendsum dieselbe Stunde es am höchsten stehe, mußten wir durcheine Parenthese aussprechen, da es uns nur zufällig ausge-lassen scheint.
Hierauf nun fußend, lehnen wir alle äußern Einflüsse «abermals ab und sagen: Diese Erscheinung ist tellurisch. Wir