oder
satirische Skizzen.
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Vorrede zur zweiten Auflage.
Endlich wird auch mein ältestes Werkchen ver-jüngt und neu aufgelegt. Bei dieser Gelegenheitlernt' ich dasselbe, da ich es als mehr seit anderthalbViertcljahrhunderten nicht angesehen, wieder ken-nen und las es völlig durch unter dem Verbessern.Ich schrieb es achtzehn Jahre nach — meiner eig-nen Geburt. Da mich der Leser von einem Schrift-steller, dessen Vollmond mehrmal in ihre Zimmergeschimmert, auch gerne das erste Viertel beschauenwill: so laß ich dieses denn hier wieder aufgehen,so eckig und zackig und ausgebrochen auch immerdas Viertel vor der Welt hangen möge. Es istdes Lesers Schuld selber, daß er nach dem erstenViertel eines Autors so neugierig, ja noch vielgieriger als nach dessen letztem oder abnehmendemLichte ausläuft — .womit doch jeder von uns täg-lich dienen kann, und wirklich dient — ;und sogardas dünne Neulicht der schriftstellerischen Knaben-zeit möcht' er gern (er verspricht sich viel Lichtüber manches) zu sehen bekommen.
Einige Vorworte aus meiner künftigen Lebens-beschreibung — wenn sie anders noch auf das Pa-pier gelangt — scheinen zum Würdigen und Ent-schuldigen dieser Jugendarbeit nöthig und erlaubtzu sein. Der Verfasser schrieb sie in seinem neun-zehnten Jahre als Student in Leipzig nieder.In seinem achtzehnten hatte er nach Erasmus einezweite Lobrede der Narrheit gemacht, welche, dasie selber sich unter keine Presse einzudrängenvermochte, ihre besten Stellen den "grönländischenProzessen» zum Drucke abtreten mußte — was al-les zehnmal ausführlicher in der möglichen Sel-berlebens-Beschreibung vorkommen kann.
Erasmus Lobrede, Popcns Dunziade undDoungs Satiren waren seine satirischen Musenund Bonnen und Hausfranzösinnen j bei welchener im Komischen etwas thun wollte. Jetzo siehter freilich ein, daß man nur zwischen ernsterBitterkeit und freiem Scherz, zwischen Juvenal-Persius und zwischen Horaz, oder Aristophanes,oder Swift oder Sterne oder Shakspeare, welchealle mit ihrem Komischen dem Juvenal-Persiusentgegenstehen, ausschließend zu wählen und sichzu entscheiden habe, indem die widerspenstige Hin-und Hermischung des Spottzorns mit der Lust,der Bußpredigt mit dem Lusispiel immer nur ent-weder eine falsche sich selber aufreibende Ironieoder eine eben solche Strafrede und folglich beidesauf einmal gebären kann. Verschrieben sich aberdie satirischen Musterbilder lateinisch und englischso gewaltig: Wie mögen nicht erst satirische »Skiz-zen» sich vergreisen? — Nun wer fragt, der hältja hier die Antwort in der Hand.
Doch weiset, darf ich sagen, das zweite Bünd-chen schon mehr ächte Farben der Ironie vor, nichtblos, weil eS mehr über Schriststellerei, wo jederjunge Mensch zu Hause ist, sich lustig machen will,sondern auch — und vorzüglich — weil es ein hal-bes Jahr später geschrieben wurde. Aber mansieht, wie der Mensch sich bessert, zumal ein junger.
Inzwischen durste an diesen Aushängebogen derJugend das Alter als Korrektor nur die grobenErrata oder Druckfehler verbessern, aber es durftenicht das ganze Werk Umdrucken, nicht baSkervilli-sche Lettern, anstatt der Mönchschrift erwählen,noch das Neueste an die Stelle des Nettesten setzen.Der Leser will, wie ein Geschäftmann, in die Rei-sepässe oder Schuldscheine der Jugend nicht sxäte-
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Zcan Paul'« Werke. l.