Band 
I.
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Grönländische Prozcs s e.

am Fenster harrte der folgsame Liebhaber underfuhr durch die verabredete musikalische Sprachedaß er nicht umsonst harre. So hört der gemeineMann die Stimme deS Todes in dem Schlage»,mit welchem die Bücherlaus in ihrem Wurmlochda-Z Männchen zur Begattung einladet.

Nur noch die Dinte, die ich sonst ausspritze,für ein paar Züge meiner Frau. Ich muß ihreGaben für Ohnmachten rühmen, und ste hat zugut leben gelernt, um nicht öfters todt zuscheine». Und wenn ein kleiner Unfall neben sieanstreift, warum sollte ste auch nicht den Speck-käfer nachahmen. der sich bei der kleinsten Berüh-rung todt stellt s Die Kunst zu sterben ist derProbierstein eines Schauspielers; warum solltesie nicht der einer Frau sein? — Doch stehenihre feiernden Lebensgeister allemal nnter dem Ge-setze des Wohlstandes; sie weiß sich selbst zu rech-ter Zeit von den Todten aufzuerwecken, und dasLeben verlängert seinen Urlaub nicht über die be-stimmte Minute. .

'An ihrer Laune hängt meine Ruhe, und ihreLaune hängt an dem Zufall. AuS dem Mittag-essen weissag' ich mehr, als der Augur aus demFressen der heiligen Hühner weissagte; und vorschlechtem Wetter sichern mich meine Wändenicht. Oft wird man unbillig bestraft, damit manbillig bestraft werden könne; und man läßt denandern das Holz zu seinem Galgen stehlen. —Ich fürchte nichts mehr als die Schmeicheleiender Frau. Der Fuchs stutzt vor einem unerwar-teten Leckerbissen und vermuthet richtig die versteckte Falle. Eh' man die Schafe schiert, wäschtman ste weiß. Wenn ste mich sehr lobt oder liebt,so weiß ich, habe ich ihr etwas Theueres zu kau-fe». — Tändeln kann man, eh' der Priester mitdem heißen Lack aus dem ersten Buch Mosts dieVereinigung versiegelt, und das Orchester spieletauch oft ein lustiges Allegro vor dem Trauer-spiel ; aber in das Ehebette muß man die Pup-pen der Wiege nicht bringen, sonst trägt ein Kindden Namen eines KönigS, und seine Anverwand-ten regieren. — Auch Küsse sättigen, und die Lip-pen verwunden eben so gut als die Zähne, so wieder Pelikan seine Jungen durch das Reiben mitdem Schnabel töttet. "Ich küsse den halben Ta-del von der schönen Lippe weg" d. h., du leckst denLöffel aus, woraus du bittere Magentrvpsen ein-genommen. — Aber wer widersteht auch oft demReize des Geldes, obgleich silberne Spornen ebenso wie stählerne das Pferd verwunden ; oder demReize der Ehre, obgleich der Maulesel durch einenprächtigen Reiter, einen Kardinal, nichts gewinnt;und endlich dem Reize der Schönheit, obgleichversilberte Pillen eben so bitter wie andere schme-cken? Aber dieß gehört nicht mehr in diesenBrief, und ich muß aus der blumenvolle Wiese,in der man nicht reiten darf, wieder in den altenSteig zurückkehren.

Sie wollen die Stutzer näher kennen lernen?Wenn Sie unter dieser Benennung alle die Leuteverstehen, die am Nachttische und am Pulte fa-seln, die mit drittischen und französischen Thor-heiten prahlen, die von der Narrheit nur dieGestalt, und von der Dummheit das Innere ent-lehnen, so werden Sie in meinem Briefe vielleicht

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das finden, was ste suchen. Ein Stutzer, in derweiter» Bedeutung des Worts, ist erstlich einPhilosoph. Jetzt nämlich ist die Metaphysik nicht ^mehr eine Landkarte vom Reiche der Möglichkei- ,ten und von leenen Mvndkratern, welche nach den igroßen Gelehrten genannt werden, die ste entdeck-ten; jetzo brüstet man sich nicht mehr auf Absirak- !zionen, die weniger in den Gehirnfibern als auf ldem Trommelfells philosophische Erzitterungen ,verursachen, und verwandelt leere Wörter nicht jmehr in Demvnstrazion durch eins Stellung, die ;man das Metrum der metaphysischen Dichtereiennennen könnte. — Sondern man ist so viel modi- ^scher ein Narr. Wer durch sein Salarium nicht !gezwungen ist, im Konzerte der menschlichen Thor-heiten den Takt zu halten, und mit den Nach-barn ein Unisono zu singen, der ersetzt die Stelle ;der Thorheiten, die. er nicht nachahmet, durch die, !die er erfindet. Man erfand daher eine Philoso- jphie, die sich durch eine trübsinnige, schwarze Ge- !statt empfiehlst und gleich einem Weibe, statt !scharfsichtiger, schöne Augen, statt der Be-weise Blumen hat; sie gleicht dem IndianischenGötze» in der Stadt Multan, dessen Gesucht !schwarz ist, und in dessen Augenhöhlen statt der ^Augen zwei Perle» glänzen. Unser Stutzer nun ^haßt leere, abstrakte Termen, liebt aber gefühl-volle, widersinnige Ausdrücke, und zieht dem nie- ttaphysischen Unsinn den poetischen, der kalten lln- ^Vernunft die warme vor. Nach der Ebbe und 'Flut seines Nervsnsafts fällt und steigt seine ,Ueberzeugung, und sein Gehirn muß erst durch die !heftige Bewegung des Bluts elektrisiert sei», ;wenn die Bewohnerin der sluuckulu pinvulw ei- -nige Funken Wahrheit aus demselben herauslocken ;soll. Sein Geist, ein Feind deutlicher Begriffe, !erhält nur von dunkeln die Wärme, die sein Kör- ,per von dunkeln Kleidern empfängt. Der Anblick !der nackten Wahrheit würde seinen Augen schaden, !wie der Anblick der nackten Minerva den Augen ^des Tiresias. Daher umschafft er Gedanken in !Blumen, wie unter den Händen des Midas näh- !rende Speisen sich in glänzendes Gold verwandel-ten. So vergoldet man zu Weihnachten für die !Freude der Kinder die Nüsse; aber wer weiß nicht, jdaß ihnen das Flittergold zwischen den aufknacken- !den Zähnen hängen bleibt? Er duftet von Phi-losophie wie von Pomade, und macht die Brilleder Vernunft * zu einem modischen Augenglas.Am Morgen gibt der Frisör seinen Haaren, undein Duvdezbändche» seinen Gehirnfibern eine mo-dische Lage; Nachmittags trägt er die' leiblicheund geistige Frisur zur Schau herum, lind Abendszerstöret er beide in ten Armen einer Dirne. !Doch oft zu stolz für eine solche Unbeständigkeit, ;setzt er sich durch einen nachgesprochenen Skspti- ;zismus über das Denken hinweg, und machet die iSchwäche seines Kopfes zur Schwäche aller Köpfe. >Nun öffnet sich seiner streitbaren Zunge das Feld ider Zweifel, nun steht seine Behauptung jedem !Anfall, und jede fremde weicht dem seinigen; nun ^schimmert die besiegte Vernunft für den Triumph !seines Stolzes; eben so funket n ün S ch w ar r ;

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iso nannte, ich weiß nicht wce, die