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aus des Teufels P a p ieren.
dem Riechsacke, womit ich gleich anfangs ihreHände aufgetrieben, zum Theile beizumeffen habe,allein doch nicht ganz. Die übrigen Glieder sinddes Mvsis seine, dessen vollständige Physiognomieden Lesern schon aus dem alten Testamente bekanntsein muß.... Wahrhaftig, wenn ich mich so sicherdarauf verlasse, daß kein Man», wenn er mitmeiner Art von Schönen Ehepakten aufgerichtet,über mich die Hände zusammenjchlagen und dabeischreien wird, ich hätte ihn mit den hölzernen sogut wo nicht mehr betrogen als die lebendigen:so steif' ich mich auf keinen starkem Grund alsden, daß ich die Physiognomie solcher Schönenganz in die Gewalt des Mannes bringe, dessenHand sonst der lebendigen ihre nicht sowohl ver-bessern als blos entstellen konnte; er kann inein solches Gesicht nicht nur die natürliche Mo-ral schnitzen, sondern auch die geoffenbarte.Wollte Gott, der Leser könnte sich auf die Drech-selbank noch heute setze», mit der ich durch ge-ringe Aenderungen in der Physiognomie meinerFrau alle die darauf folgenden Aenderungen inder Seele ausarbeite, die ich zu unserm Eheständenicht missen kann: schien mir z. B. ihre Stirnzu eckig und hartsinnig, so brachte ich sie un-ter mein Eisen und hobelte damit einige Nach-giebigkeit nach Vermögen hinein; auf diese Weisebildete ich ihr die vier Kardinaltugenden ohneBeredsamkeit und mit so gutem Erfolge an, daßich das größte Mitleiden mit mir und jedem be-kam, der sich statt von einer Drechselbank, blosvon einer Kanzel will umbessern lassen. Undwenn der Apostel Paulus unter derBeschnei-dung des Fleisches und der Lippen nichtdiele wahre Beschneidung der Physiognomie ver-stand: so vermuth' ich wenigstens, daß er sichblos figürlich ausdrücken und auf meine unbe-lebten Damen gar nicht anspielen wollte.
Es ist hier der unschicklichste Platz, dem Lesereinen nicht unvortheilhaften Begriff von derEntwickelung ihres Verstandes dadurch beizubrin-gen, daß ich ihm ohne Unwahrheit berichte, daßsie sowohl die hiesige Lesegesellschaft JahrausJahrein auf meine Kosten mithält (welches michoft anreizt, zu Zeiten ein gutes Buch zu stehlen)als auch Besitzerin von einer weniger starken alsgewählten Büchersammlung ist. Ueberhauptdürfte sie wohl der Natur wenig vom Werthe ih-res Verstandes verdanken und dem H. v. Gros-sing alles, dessen Werke ich ihr vorgelegt habe:denn seine unsterblichen Schriften haben ja schonmeistens das Sterbliche ausgezogen und ihrenelenden papiernen Körper und Maden sack ver-lassen, und sitze» in Gestalt seines Verstandes zu-frieden im Monde. . . . Wenn H. Heinecke inLeipzig etwan vermuthete, oder gar hörte, meineGattin hätte stch die Bildung ihres Kopfes besondersdurch das Buchstabieren, das er für nichr kleiner alsdas Uebel der Jnquisizion und Erbsünde halten will,viel zu sehr erschweret, und man könnte ihr nichtzutrauen, daß sie lesen könnte : so will ich ihmund andern hiemit nicht verhalten haben, Laß siewirklich das Buchstabiere» gar nicht kann.
Sondern vielmehr daS Poetisieren, welchesnoch seltener ist, aber auch besser. Denn ich nisteHaus an Haus bei Feinden von meiner Frau,
ie sie und mich, sobald ihr Pfund von Belesen-heit wegen ihrer Stummheit ohne Wucher undein völliger eingescharrter Geldschatz bliebe, deswe-gen außerordentlich lächerlich machen würden.Daher versah ich ihre rechte Hand mit einigemAnsätze zur deutschen Poesie. Ich spannte näm-lich in ihrem Arme drei Wetter stricke auf.die bekanntlich das schlimme Wetter verkürzetund das gute verlängert. Diese in die drei Schrei-befinger eingeknüpften Sehnen setzen die letzter«in eine horizontale Bewegung und zugleich dietragbare Schreibfeder mit Dinte, die dazwischensteht (und die bei H. Scheller in Leipzig fast in Mengezu haben ist), falls nämlich Las Wetter gut unddie Dünste so aufgelöset sind, daß sich die Schrei-beflechsen verlängern. Daher kann ein Poet beischlechtem Wetter, wo seine Schreibeflechsen durchMangel von Trockenheit und Sonne zusammen-schnurren, mit seinen zu kurzen nichts recht Gu-tes hinsetzen. Regt sich einmal die Feder, so mußdas untergelegte Papier (welches Tag und Nachtda liegen muß, weil niemand weiß, wann sich dasWetter zum Vortheil der Dichtkunst ändert) vonder linken Hand immer unter der schreibendenweggezogen werden, damit alle Worte und Ge-danken leserlich auseinander rücken. Es thuuswieder ein paar Wetterstricke, durch deren Ver-kürzung ein größeres Rad und durch dieses einkleines stch umdreht, um welches die Schnüre ge-hen, die der rechten das Papier allmälich neh-me», und es ist ein Unglück für mich, daß derLoser noch keinen Pyrometer mit Rädern gesehen.Ein gcborner Dichter kann also gar nicht dielinke Hand ganz zur Poesie entbehrlich finden, obman ihm gleich freilich nicht leugnet, daß dierechte bei weitem den meisten Antheil an einemguten Gedichte behaupte. Durch dieses Schreibennun müssen natürlich Buchstaben hervorstießen,die man muß entziffern können, daraus Wörter(denn diese bestehen aus einem oder mehrern Buch-staben), aus diesen glückliche Metaphern und gutge-wählte Beiwörter und hinlänglicher Flug undlauter Wohlklang (denn alles das kömmt blos aufWörter hinaus), und aus diesem allen im Grundeein wahres Metrum, da die Zeilen nicht wieProsa, sondern völlig wie Verse abgetheilet ste-hen; — wenn wir dieses Hingeschriebene danneine Elegie oder eine Ode oder eine poetischeEpistel oder ganz etwas neues übertiteln: so istsbloßer freier Wille von mir und meiner unbeleb-ten Frau, zwei angenehmen Eheleuten hieniedenund sündigen Kindern des Adam.
Da sie leider nicht im Stanke ist, sich selbst zurezensieren: (denn ich ersann zwar auch gute Rc-zensierflechsen, allein blos für meine Hand, weilman sie unmöglich in der nämlichen Hand nebenden Pvetisierflechsen aufspannen kann, und weilsie gerade in dem entgegengesetzten Wetter sichverkürzen), so will ich doch weder sie noch daSPublikum dabei verspielen lassen, sondern mit eig-ner Hand für die Zeitung ihres Verlegers eineRezension niederschreiben, in der ich sie und ihreGedichte genug lobe: denn rechtschaffene Männermüssen stets die tottgeborncn Gedichte ihrer Wei-ber unbeschreiblich loben und dadurch beseelen,wie nach der alten Naturgeschichte der Löwe den