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vorne vorausgesetzt hallen, daß ich eine Manier > der geneigte Leser einen Begriff, wie es mit demhaben würde. — Und Liese hab' ich offenbar. — ! Ganzen der Rezension aussehen mag. Ich schämeAber noch mehr: da der Grad und das Der- ! mich fortzufahren.
hältniß unserer Kräfte sich von Jahr zu Jahr ! Viertens find' ich überall, wenn ein Autor sichverwandelt — und mithin auch die Frucht und der I in der Vorrede mit einem leichten Tadel, den er
Ertrag verleiben, die Manier —: so wirft leidergewöhnlich die Manier des fünfzigsten Jahrs sichzum Korrektor der Manier des fünf und zwanzig-sten auf; oder vielmehr, eS geht eine heterogeneEinkindschaft von Kindern zweier Ehen vor, beiwelcher beide verlieren. Ein solches Simultan-Hysteronprotervn ist noch ärger, als wenn mandie griechischen Statuen aus dem einen Winkel-maunschen Kunstzeitalter nach den Statuen auseinem andern behacken und znschleifen wollte.Gieße lieber ein reines flüssiges Werk in deinejetzige Form, und treibe nicht erst das gegosseneerhärtete darein! — Gesetzt auch, ich würde künf-tig klüger und anders, niemals würd'ich den Greisauf den Jüngling pfropfen.
Der Mensch hält sich im Konzertsaal des Uni-versums, wenn nicht für den Solospieler, doch fürein Instrument darin — anstatt für eineneinzigen Ton, — wie denn der Fürst sich fürein Oberons- oder doch Parforcehorn ansteht —der Poet für ein Haberrohr — der Autor für einSetzinstrument * ** — der Papst für das Orgelwerk
— die Schöne für Bestelmcisrs Handstahlharmo-nika oder für eine Wachtelpfeife — mein Rezen-sent für eine Stimmpfeife — und ich mich selberfür Mälzels großes Panharmonikon. Aber wiralle sind nur Tone, wie in Potemkins Orchesterjede der sechzig metallenen Flöten nur einenTon angab. Daher bin ich über jede Individua-lität, über jede Manier als über einen neuenHalbton in der Kirchenmusik der Wesen froh.
Drittens weiß ich nichts, woraus ich meineskünftigen Rezensenten Verlegenheit um sündigeMaterie zum Tadeln, besser sehen kann, als dieses,daß er sich an solche jämmerliche Kleinigkeiten hält
— in Zukunft, — wie folgende augenscheinlich sind,daß ich z. B. diese Vorrede beigefügt, daß ich dasWerklein in vier Hefte auseinander gebundenund durch dieses vierte Heft einem frühern Besi-tzer und Bücherwurm den Bogenwurm ^ der altenAusgabe ganz unbrauchbar gemacht. Aus derglei-chen Proben und Sprüchen, womit mir ein solcherspartischer Cphvrus Emerepes die vierte undhöchste Saite nehmen will, die ich auf meinerGeige voll steigender Quinten aufziehe, mache sich
* So heißet ei» Klavier, das alles aufnotiert, wases vortönt.
** So heißet der unten auf jedem Bogen abgekürztwiederkommende Titel des Buchs.
doch selber kaum glaubt, belegt, daß alsdann dieKritiker diesen Tadel sogleich akzeptieren und ver-doppeln, wie die Römer einen Selbermörcer, demdie That verunglückte, nachher ordentlich hinrichte-ten. Schlägt der gewitzigte Autor die Sache inein anderes Fach und belegt sich vornen mit eini-gem Lob — und nicht mit scheinbarem — so wirddieses gar nicht akzeptiert, geschweige verdoppelt.Da mag der Teufel Vorredner sein! —
Inzwischen scheint er auch nur Rezensent zusein und weniger ein schlauer als ein grober Gast.Viele und wirklich auffallende Unhöflichkeiten ver-geb' ich aber meinem künftigen Rezensenten gern,indeß ich einem gallischen oder brittischcn nichtsverziehe, weil er weiß, wie man mit Leute» um-geht. — Ich jpiele ihm selber in der Antikritiknicht sonderlich höflich mit, und ziehe nicht, wieder LanLmann vor höher» Blitzen, die Mütze vorseinen ab. Die Richter sagen nach der Spezial-Rezension ohnehin zum Jnculpaten Du. Ein ge-linder (kritischer) Winter ist ungesund für den,den er betrifft. Uebrigens lauer' ich blos darauf,daß ich berühmt werde und Lorbeerblätter auf-habe: dann werd' ich so gut wie andre Zeitgenoj-sen, die jetzt Lorbeerbäume aufgesetzt, nicht leiden,daß man mich tadelt; und wenige werden sichsunterfangen, so wie auch auf Gemälde, die niitLvrbeeröl bestrichen worden, keine Fliegen fal-len.
Fünftens und letztens. Es ist bekannt, daß dieverstorbene Schriftstellerin Ehrmann den Advo-katen Ehemann, als er eines ihrer Werke in derStraßburger Zeitung mit vielem Beifall aufge-nommen und angezeigt, der Rezension wegen ge-heiratet hat. Will es der Redaktör eines Jour-nals heimlich so karten, daß eine Mitarbeiterindesselben meine zweite Auflage desHcsperus (oderVemissterns) mit dem Beifalle aufnimmt und be-kannt macht, den die erste ihrer Reize wegen all-gemein erhält; und will er mir nur einen Winküber das Geschlecht meines Rezensenten zuspielen— wobei aber darauf gesehen werden muß, daßdie kritische Person sich noch im besten blühendenAlter eines Rezensenten überhaupt befinde, worinman das Feuer des Abend- oder Venussternesnoch leicht empfinden und mittheilen und günstigrezensieren kann, um so mehr, da schon in derPhysik nur grünes Holz ein Leiter der elektrischenFlamme ist, dürres aber ein Nichtleiter — will
r.