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Q. u i n t n s
peitschen der Prozeßordnung dazu) wenn diehöher» Kollegien, an die alle Akten indossieretwerden, in Hemmschuhen und Hemmketteneinherwaten? — Kurz die Advokaten und die ho-her» Instanzen (denn uns niedrige» zügelt manschon und ich darf kaum mehr sprechen, so verlan-ge» die Leute die Apostel) stechen an demselbenMarasmus der Dilazion, an derselben Fraktur-schrift der Schreiber, an derselben Geld - und Ge-sichterschneiderei. ... Ich schweife hier vielleichtab; aber ich bekenne, ich fast' es niemals, wie ichim Schreiben von Einem aufs Andre komme,da ichs doch im Denken nicht thue.
Aber wie gesagt, es war an meinem Hochzeit-tag : — er war schon ganz vorbei bis auf eineViertelstunde. — Die finstere Hochzoitnachtwar hereingebrochen — ich hatte meine Repetier-uhr und mein Zopfband schon unter den Spiegelgehangen und das vorletzte Licht anSgethan nttdbeim letzten drei Viertel auf zwölf Uhr gelesen undso feurig als wenige an meine liebe Braut, alsTbiir- und Wandnachbarin meiner Seele, gedacht,als ich im sogenannten Ehekalender, der neuererZeiten das Kirchenbuch und den Geburtscheinum drei viertel Jahr antizipieret, nachschaueteum das heutige Datum zu unterlinieren: nunkam ich im Kalender, worin zugleich meine ju-ristisch en Fatalien und Termins stehen, zumGlucke mit darhiuter, daß ich innerhalb zwei Ta-gen appellieren müßte; und daß der letzte Viertel-hammer der zwölften Stunde den achten garerschlüge. Ich raffte mich zusammen, beschnitt Pa-pier (in Baiern wärs »»nöthig) und legte stehen-des FnßeS die Axpellazion ei», die einzulegen warund vetschierte sts zusammen." Ich habe nur —meldete ich ausgefroren der Braut — voin üu-Zar» gnn zum .luüv.v -xt «inen, appellieret; und Dukannst Dir denken, ob man es appellatischer Seitswerde erwartet haben." —
Da der Teufel eine eigne Liebhaberei für Zwie-spalt hat: so sucht er mir gerade, wenn ich durch ei-nen Ehrenbogen gehe, den Grimm meiner Freundezuzuwenden. Ich erinnere mich, daß ich oft ver-mischten Gesellschaften mit der größten Deutlich-keit LavaterS Thierslücke aus seinem physiognvmi-schen Schwabenspiegel repetierte, und ihnen dieAnwendung der Vieh- und Jnsektenköpfe auf diemenschlichen so leicht machte als ohne Kupferstichemöglich ist; ich erinnere mich, sag' ich, daß ich mich,wenn ich mich dann nach einiger Bestimmung um-schauete, in einem Zirkel oder Trapezium von fa-talen verdrießlichen Gesichtern mit gekräuseltenNasen, faltigen Lippen, gestirnten überschriebnenStirnen stehen sah — und wer mir aus der Ge-sellschaft die nächsten Wochen darauf ein Bein un-terstellen konnte, der thats. Wenn ich nicht zu-weilen in Gesellschaft einschliefe, so könnten allenichts aufbringen, womit ich ihnen zu nahe träte:alles was ich darin wage, ist, daß ich vor ihnenim Kopfe einige juristische Oznisoula ausar-beite, anstatt daß Z imni ermann ihnen imKopse gar seine philosophischen vorliefet. New-ton sah den Finger einer Dame für einen Zwerg-Hirschchen-Fuß an, den man nun Pfeifenstopfernimmt; ich aber Habenichts auf mir als daß icheinmal da ich meine Pfeife ausklopfte, ausHöflich-
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keit einigemal rief: herein, weil ich dachte, manklopfe draußen an.
So werf' ichs mehr einem bösen Dämon alsmir selber vor, daß ich in Einem Jahrs meinen Ge-vatter und meinen Beichtvater zugleich geärgert.Ich war sehr krank und ließ auf drei Sonntageeine Kirchenvvrbitte für meine Genesung bestel-len. Am dritten Sonntag saß ich während derVerbitte selber mit unter den Leuten und schau-ete — während der Pfarrer oben an meiner Re-konvaleszenz arbeitete - unten aus meinem Git-terstuhl mit einem närrischen Gesichte genesenheraus. Ich wußt' aber am besten warum ichmich als Rekonvaleszent öffentlich vorstellte: dieGemeinde sollte sehen, wie ihre Norbitte ange-schlagen, und zweitens sollte sie ermuntert werdenzu Verbitten gegen das Rezidiv.
Was meinen Gevatter, den' Marschkomnnffär,anlangt, so ritt ich zu ihm bei der ersten Nieder-kunft meiner Frau und wollt' ihn, da er meinalter UniversitätS-Jvnathan und Orest ist und inder Nähe wohnt, zu Gevatter bitten, als er geradereisefertig im Stalle auf den Durchmarsch der Un-garn paßte. Da sein erstes Wort war, ich möchteauf dem Pferde mit ihm reden und mitreiten: soverritt ich einen halben Tag und erst vier Meilenvom Täufling macht' ich ihn bei einem Setzteichezu meinem Gevatter in Beisein der Kompagnie.Den andern Tag erreichten ich und er mit zweisolchen Jagdpferden wie wir reiten, leicht denTanfstein bei Zeiten.
Ich kann nicht erzählen, wie ich meinen Gevat-ter grimmig und zwieträchtig gemacht, wenn manmich nicht vorher über die Tücke meines Dämonsabhört, der mir so lang' ich Gebnrttage in mei-nem Leben antraf, noch keinen einzigen zu begehenerlaubte. Kurz v o r, kurz nach den Geburttagenveranstalt' ich viel und schaffe Vorreiter und Dvr-effen an; ist aber einer von den Gebnrttqaen da,so merk' ich nichts von Ihm und ich kann M alsonicht durchfeiern. Endlich dacht' ich, es würdezu etwas führen und gescheut sein, wenn ich sattelnließe und schon vier Wochen vorher meinen Ge-vatter auf Barnabas-Tag — da fiel meine Geburt
— sammt den sieben lieben Kleinen invitierte, mitmir vorlieb zu nehmen. Ich saß auf und überaschteund überredete den Marschkommiffär, ohne ihm je-doch etwas vom Geburtfeste zu entdecken: ich setztenicht eher einen Fuß in den Steigbügel, als biser — weil er kaum aus den Neisekleidern wegen.der Durchmärsche kam, die halb-frankieret warenund nicht viel anderes Geld gaben als Fersengeld,
— doch in meinem Beisein ein viersitziges Fuhr-werk auf Barnabas bestanden hatte. Nun hatt'ich alles abgethan und brauchte nicht weiter daranzu Lenken: ich wußte, der Kommissär vergesse nichts.Unter dieser Zeit ließ ich das schöne Bau-Wetternicht wieder verstreichen, sondern machte mich ein-mal im Ernste über die Hauptreparatur und Re-produkzion meines brüchigen Hauses her. Alsnun am Barnabastermin bei früher Tageszeitder alte Marschkommiffär sammt seiner jungenFrau und sieben lebendigen, meinetwegen in Putzgesetzten vergnügten Kindern wirklich unten vormeinem Hause gleich ihrem Fähr - und Fuhrmann,der schon vom Bocke war, freudig auszusteigxn