Band 
I.
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Quintus Fixlein..

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Narren, von Falsariern 'der Zeit und von geisti-gen Myrmidonen — daß ich unter dem Einseifenwünschte, statt meiner würde der Reichsfiskal bar-biert oder exzitiert und nähme einen solchen Fra-zcn beim Flügel. Der gallikanische Tropf gab sichMühe, sich anzustellen als wenn er mich und meinreisendes Schnepfenthal gar nicht sähe oder wür-digte, obgleich der Geringste unter meinen Leutenmehr von Rebellionen und Regierungformen —zumal alten — wissen muß als dieser Frankrei-cher. Ich konnte nur leider unter dem Rasiermes-ser die Kinnbacken nicht bewegen, um seinen! Un-sinn entgegen zu arbeiten; aber kaum war ich un-ter dem Messer hervor, so näherte ich mich demMenschen höflich und war willens ihm seinen Irr- !weg und seinen demokratischen Augenstaar zu neh-men und ihn aufzuhellen. Ich verbarg es ihmnicht, ich Hütte nie etwas aus der Nazionalver-sammlung gemacht, und die Begriffe, die ich mei-nen Unkergebenen von der jetzigen französischenVergatterung beigebracht hätte, wären ganz vonseinen verschieden. »Ich gebe indessen doch zu,(sagt' ich und ging mit dem Schlucker wider mei-nen Willen wie mit einem Gelehrten um) daßdie französische Rottierung weniger diesen Namenals den eines förmlichen Aufsiandes verdiene, dasie nicht nur so viele Menschen als die Gesetze zueiner Rebellion oder tuntm erfodern, nämlichfünfzehn Mann b-. -t §. Z. «In r i von. i-npt.)wirklich anzeigt sondern auch mehrere. Aber Siemüssen mir auch wieder die Strafe einräumen,die die alten obwohl republikanischen Römer aufAusstände legten, Kreuzestod, Deportationen,Vorschmeißen vor Thiere; ja wenn Sie auch alsChrist es mildern und wie Kaiser Iustinian, un-ser Gesetzgeber, sich nur des Galgens bedienen wol-len — und das müssen Sie, da sogar die Deut-schen, die sonst Mörder und Straßenränder lebenließen, dennoch Tumuttuanten henkte» — sehenSie nur Hellfelden nach — so sind Sie immernicht so mild als die alliierten Mächte, die die Na-zion, weitste sich in eine Soldateska verkehret hat,auch blos nach dem Kriegrecht strafen und. nurarquebusieren wollen." Da ich sah, daß ich demReisediener zu schwer ward: so bewarb ich mich umDeutlichkeit auf Kosten der Gründlichkeit undwies ihn darauf hin, daß Deszendenten ihren Va-ter (oder inürrniin nNquiventem), Gymnasiastenibren Rektor und folglich LanLeskinder ihren Lan-desvater unmöglich beherrschen, geschweige absetzenkönnten. Ich legte ihm die Frage vor, ob dennwohl das frankreichische Hysteronproteron mög- !lich gewesen wäre, wenn jeder statt der französi- ^schen Philosophen die alten AntoreS edieret und ^mit Anmerkungen versehen hätte; und ich ersuchteihn, mir es doch einigermaßen aufzulösen, warum jdenn gerade mir noch nie ein insurgierender Ge- >danke gegen meinen gnädigsten Landesherrn einge- !kommen wäre. »Der Grund davon ist, sagt' ich ,selber, ich treibe meine Klassiker und verachtePainen und seines Gelichters — obwohl ich sie !alle gelesen — ganz." — Mich ärgerts, daß ich idem Haselanten noch vorhalten wollte, daß schon idie Könige der Thiere, z. B. der Geierkönig, der !Adler, der Löwe ihre eigne Unterthanen aufzehr- !ten — daß ein Fürst, wenn er auch nicht einem !

3ea» Paul's Werke. I.

ganzen Volke wohlwolle, doch einige Individuendaraus versorge und also immer gerade das Um -g eke h r tejener von französischen Philosophen erson-nenen göttlichen Vorsehung sei, die nur Gattung,nicht Individuen beglücke — und daß überhauptgerade unter einer donnernden und blitzenden Re-gierung sich ein treues und geduldiges Landsskindam meisten erprobe, so wie sich der Christ geradein Nöthen zeige. Kurz ich wollte den Menscheneines öffentlichen Zeitungkollegiums werthhalten;aber der republikanische Hass sang pfeifend inmeine Belehrung hinein und ging ohne ein prosa-isches Wort zu sagen so zur Thüre hinaus, baßmir fast vorkam, als verachtete er meine Redenund mich. Indessen bracht' ich diese Belehrungbei meiner Jugend au, wo sie mehr verfing; ichhabe sogar vor, wenn wir die Rede gegen den Ka-tilina zu exponieren bekommen, ihnen deutlicherzu zeigen, daß die Pariser Katilinen, Cäsarsund P i si st r aten sind, die ins alte Staatge-bäude ihre Mauerbrecher setzen. . . .

Man verstatte mir folgende Digresstvn: achforschte einen halbe» Tag in meiner Bibliothekund unter den Nachrichten von den öffentlichenLehrern des hiesigen Gymnasiums nach, wer vonihnen gegen seinen Landesfürsten rebellieret habe.Ich kann aber zu meiner unbeschreiblichen Freudemelden, daß sowohl die größten Philologen undHumanisten — ein Camerarius, Minellins, Danz,Ernesti, der ciceronianische Sprachwerkzeuge undrömische Sprachwellen besaß, Herr Heyne, dieChrestomathew Strolh und andxre rc. — als auchbesonders die verstorbne Session hiesiger Schul-dienerschaft von den Rektoren bis zu den Quin-tuffen (inoluo.) niemals tumultuieret haben.Männer spielen oder defendieren nie Insurgentengegen Landesväter- und Mütter, Männer, diesämmtlich fleißig und kränklich in ihren verschiede-nen Klassen von- acht Uhr bis eilf Uhr dozierenund die zwar Republiken erheben, aber offenbarnur die zwei bekannten auf klassischem Grund undBoden, und das nur wegen der lateinischen undgriechischen Sprache.

Das Dozieren und Speisen war vorbei; undwir hätten gut die Hüte nehmen und Hofs öffent-liche Gebäude besehe» können: wäre mir nicht dieSorge für ein primnin inoinlo obgelegen — fürGestus. Ich sprach den Wirth um seine obereStube nur borgweise an (das Bezahlen verlohntenwohl die wenigen Minuten nicht), weil wir dro-ben nichts zu machen hätten als wenige leise ele-gante Bewegungen.

Ich ließ es nämlich schon lange durch einenmeiner Schüler (des größern Eindrucks wegen )in einer öffentlichen Redeübung feststellen, daßder äußere Anstand nicht ganz ohne sei. FremdeMenschen sind gleichsam das Pedal und Manual,welches gelenk zu bearbeiten ohne eine BachischeFinger- und Füßesetzung nicht möglich ist. Ichmerke am allerersten, wie sehr ich dadurch vonsonst gelehrten Männern abweiche, die solche poe-tische Figuren deS äußern Körpers nicht einmalanempfehlen, geschweige damit selber vorzuleuch-ten wissen. Es sagt über Seneka e. 3. du tr-u»-qulll. ganz gut: »niemals ist die Bemühung einesguten Bürgers ganz unnütz; denn er kann durch /