Band 
IV.
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Dämmerungen.

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für ihre Kinder: so schenket doch, ihr Fürsten, demDeutschland liebende Deutsche zurück. Eure Thro-nen waren oft bisher die Cest i u s-P y r a mi d e nder Deutschen; werden sie künftig die Wetterschei-den finstern Gewölks! —

2 .

Kleine Zwielichter.

Höherer Staatcnbund — k. Wohlfeileres Geschütz —<l. Despoten - Errathen — v. Ruf an Fürsten —U. Krieg-Nutzen.

Für die olympischen Spielejstellten ailegriechi-l schen Völkerschaften ihre Kriege ein und fanden! sich froh, und friedlich bei den schönern Kämpfender Muse» und unblutiger Kräfte zusammen. Sowerde sichDeutschland, das jetzt Noth, Raum, Thron,ja Schlachtfeld feindlich scheidet, wieder zum Völker-bünde verknüpft auf dem hohen Musenberge, wo dieErde sich unten verkleinert und nur die Sonnender Dichtkunst und Weisheit oben Heller erschei-nen. Könnte deutsche Dicht- und Denkknnstnicht der lahme Schulmeister TyctänS sein, wel-chen die Athener den Sparten,, als Liese in,meffenischen Kriege einen Heerführer von ih-nen begehrten, höhnend zuschickten? Ich meinedarum, weil die Sparter durch den Poetenobsiegten.

8. Wenn man daran denkt, daß einmal dieRömer (nach Winkelmann) sich im GrabmaleHadnans gegen die Golhen durch herrliche Sta-tuen wehren mußten, welche sie auf die Belagererherunter warfen: so freuet man sich desto mehr,daß wir uns jetzt wohlfeiler und fast umsonst zuvertheidigen vermögen, indem wir nur lebendigeStatuen, nämlich Menschen, auf die Feinde zuschleudern brauchen.

cl. Von Jahrhundert zu Jahrhundert wirduns die Tyrannei oder Despotie kenntlicher be-zeichnet, so wie die Klapperschlange mit jedemJahre neue Warnklappern ansetzt und damit sichansagt. So arbeitet doch einigermaßen demFortgangs fremder Kraft und eigner Schwächeder Fortgang des Scharfblicks entgegen. Schwer-lich wird jetzt ein Volk unverinnthet einKnecht.

0. Die chinesischen Kaiser bringen vor jedergewichtvvile» Handlung ihren alten NotkaisernOpfer, gleichsam als Fragen und Bitten der Nach-ahmung dar. Sehen nicht unsere deutschen Für-sten ihre großen Ahnenbilder in der Vergangen-beit stehen , welche mit alte» Händen zeigen undwinken? Fürsten, ihre Gräber sind euere Altäre,

und auf diesen werdet ihr nichts aufopfern, alskaS Unrechte; — ihre Särge sind eure Reliquien-kästen, und auf diesen könnt ihr nichts beschwören,als das Rechte,

L. Wenn Las Kriegleben für ein Volk so vielgeistigen Gehalt abwürfe: so müßte ein Einzel-ner, der von Kindheit an bis ins Alter nirgendwo gewesen wäre als im Kriege, niemand wenigerähnlichen als alten Gemsenjägrrn und alten Scharf-richtern, wovon die einen mit Lebensgefahr, unddie ander» anfRechtsbefehl zerstören^ aber gleich-wohl soll.letztern beiden im Alter- wenig Milde übrigbleiben. Aehnlicher Weile waren für einen Ti-, mnr Völker-Thränen nur versteinernde (inkrustie-rende) Wasser seines Herzens; und Blut- undThränentroxfen durchschiffte er als sein roth undweißes Meer.

III.

Kriegecklärung gegen den Krieg (*).

Ich sagte oft, seitdem ich die seltsame Thatsachegelesen : ich wünschte, niemand trommelte hienie-den weiter als in Bamberg der Professor Ste-phan (**) aus seinem Ohre mit dem Hammer her-aus, gesetzt auch, man hörte das Wenigste. Aberleider ist der Bellona kaum das jetztlebende Eu-ropa breit genug zur Sturmtrvmmel, und sie häu-tet Welttheil nach Welttheil ab, um die Hautüber die Regimenttrommel zu spannen.

Gegen den Krieg schreiben ist allerdings so vielals im Druck harte Winter scharf rügen, oder dieErbsünde. Denn bisher waren die Geschichtkapitelmit Krieg gefüllt, unter welche der Frieds einigeNoten setzte. Seit der Schöpfnnggeschichts treibtdieses wahre perpotuurn modiie des Teufels dieVernichtunggeschichte fort. Der Friede war bis-her nur eine blühende Vorstadt mit Landhäusernund Gärten vor der Festung des Kriegs, der jenebei jedem Anlaß niederschoß. In der alten Ge-schichte trifft man wohl hundertzwanzigjährigeKriege an, aber keinen ffo grauen, lebenssattenFrieden.

Gleichwohl wäre ein Wort für den Krieg nochheiloser als eines dagegen fruchtlos ist; in keinerZeit aber mehr als in der jetzigen, wo die personi-fizierte Zwietracht, welche in Voltaire s Henriadedie Maschinsngöttin ist, im heutigen Epos wiedereinhilft, und wo (sind anders kleinliche Spielwortedem an sich kleinlichen Kriegspiele angemessen)

(*) Man halte diese Kricgcrklärung nur für einenNachtrag zur andern in der Lavana II S. iso rc.(B. III- S. »?o.f.l

Die fast unglaubliche Nachricht, daß dieserMann willkürlich mit dem Gehörknöchelchen, derHammer genannt, so an sein Ohrcntrommelfellschlagen kann, daß es auch andere vernehmen,steht in Voigts phvs. Magazin. B> 9. St. VI. S. SUi.