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Ursache des letzter» oder die Idee, um welchemau ihn fuhrt, die aber wieder dem Friede» zu-gehvret, z. B. der Religion oder der Verfassung.Bekamen den» die friedliebende» Schweizer ihreWunderkräfte der Tapferkeit gegen Oestreich undFrankreich von langen Kriege», oder nicht viel-mehr on Vaterlandliebe her? — Erschuf denweichlichen, ungeübten Krieg-Neulingen unterder Nevoluzion der erste Feldzug oder nicht viel-mehr die Freiheitflamme die siegende Macht?Nicht der längste Friede an sich macht, wie dieSchweiz zeigt, selbstisch, zaghaft, weichlich, son-dern die Regierungweise, welche nicht mit feurigenIdeen den scheintodten Staatkörper beseelt undanbrütet. Der despotische Orient lebt zugleich inewigen Kriegen und ewigen Ohnmachten; Englandaber ohne Landkriege und ohne Feigheiten.
--Der Friede verweichlicht die Völker." sagteiner der Geuieinplätze, wo Irrthum und Wahr-heit sich friedlich neben einander aufhalten undmit sich Versteckens spielen. Eine körperlicheVerweichlichung steht keinen Hunger, eine anderekein Ueberfüllen aus; eine kein Frieren, eine keinSchwitzen. Die klimatische Abhärtung ist meistparziell; der Altdeutsche verträgt nur Hunger undFrost; das Südvolk mehr Schweiß und Durst;so aber hält jedes Volk durch seine klimatischeWeichlichkeit und Abhärtung zugleich dem eutge-gegensetzten eine andere Blöße und andere Rüstungentgegen. Uebrigens härtet der Krieg nicht vielstärker aus, als der Friede; denn dieser gibt demLandmann, Seemann, Kaufmann,Handworkmann,also d.sr Ueberzahl, Eisenmolken länger zu trinkenals die kurzen mit Schwelgereien unterb'rochneuStrapazen einiger Kriegjahre dem Soldaten.Auch steht Abhärtung weit unter Stärke; jenehaben die mongolische» Völker, diese die zeltischen— beweist Meiners; der Krieg aber kann nurjene geben, nicht diese. .
Der Weichling Alcibiades spielte den Perserund den Sparter gleich gut; die Heerführer undFürsten aller Zeiten gingen geradezu und glücklichaus beul auflösende« Thauwetter ihres Standesin den grimmigen Wolfmonat des Kriegs; unddie Neukvnskribierlen sockten mit Rußland nahean dessen Klima. Die aus dem üppigen und hei-ßen Afrika kommenden Karthager dauerten wie dieFranzosen den frostigen Alpenzug aus; sie konntenalso in Kapua nichts Körperlich- Neues fin-den, das sie entmannte und verweichlichte; dochkann; Kapua's Einfluß selber bezeugen, daß dasStärken der Krieger durch Krieg etwas so Hin-fälliges sei, als (ist das Gleichniß erlaubt) dasStärken der-Wäsche.
Desto seltsamer ists, eine so kurze, sogar mitKriegen und Ausrüstungen verfitzte Friödenzeit,als die preußische war/ für eine auflösende papi-uianische Maschine der Staat-Maschine auszugeben;falls es nicht etwa gar Ironie ist, von Verweichli-chung zu sprechen bei kalter Sonne, karger Kost,kleinem Gelde, ewiger Arbeit. Auch sonst ist fürKrieg und Menschheit die Behauptung schimpshchund unwahr, daß siebenjährige Erhärtungen i„
erunge n.
so kurzer Zeit zerfließen — daß der Mensch nurerst eine harte Haut bekomme, wenn auf sie undvon ihr geschlagen wird — daß nicht Freudigkeit,sondern nur Schmerz sie gegen den Schmerz ver-panzsrt, und daß erst Länder zu Gräbern um-geackert werden müssen, um einige Helden zulässt.
Was aber verweichlicht und die Festungwerkeder Seele schleift, kann Krieg und Friede gleichgut zuschicken, nämlich die Herrschaft des Genus-ses über die Idee. Der Körper sei siech, weich,weichlich, »lud weiblich: setzt z. B. ein Mutter-herz hinein, so ist er eine Bergfestung, und dieKinder werden durch keine» Sturm erobert.Entzündet in der Jungfrau Liebe —wie inHanni-bal Römerhaß —: sie geht auch über die Alpenund kann sterben und tödten. Folglich kann einFriede eben so gut durch eine Idee — es sei Frei-heit, oder Religion, oderjEhre— den verzärtelte»und geuußhungrigen Körper gleichsam dem siegen-den Geiste vorspannen, als ein Krieg ohne dieseIdee den im abgehärteten Körper gleichsam als ei-nen gepanzerten Pazienten hinlegt. — Das immerfortdauernde Kriegfeuer brannte doch die Kaiser-Römer nicht härter aus, sondern schmolz sie durchdas Verquicken mit dem Golde der Welt nurflüssiger zusammen,
Uebrigens frißt der Fettfleck des vorherrschendenGenusses, so wie ein Fettfleck an einer Marmor-säule, unaufhörlich weiter; und entblößt am Nie-sen eine so tötdliche Stelle als an in durchDrachenblut hornhäutigen Siegfried (im Nibe-lungeu-Lied) die kleine verwundbare war, welcheein Lilienblatt während des stärkenden Blutbadesüberdeckt hatte. Denn indeß Lügen, Rauben,Tödten sich von selber ihre Feinde anwerbe» undsich dadurch hemmen: so findet die Genußsuchtneben sich nur Vundgenosseu, und wächst, wie dasGift der Liift, durch Gesellschaft.
Ungeachtet der Friedenschlüffe, welche so oft die ^UriaSbriese der Zukunft sind, kann man im Allge-meinen voraussetzen, daß jeder Friede nur aufge-opfert werde, um einen fester»'Zu machen. Die Unter-brechungen des Friedens und des KriegS behaltenauf etwas Höheres Bezug; aber der Friede wiegtüber. Ei» ewiger Krieg würde ganz anders ent-kräften, als ein ewiger Friede, sowie ein Mensch,dessen ganzes Leben blos über lauter Schlachtfel-der gegangen wäre, mehr von: Vogel, dem Wür-ger, als von eine!» Würgengel haben würde.
Was dein Frieden die Wohlthaten verfälschtund schmälerl, ist eben, daß er alle Krieg-Wundenzu verschließen uns zu neuen auszuholen hak. Wollteein großer Staat nur die Halste seines Krieg-Brennholzes ziini Bauholz des Friedens verbrau-chen ; wollt' er nur halb so viel Kosten aufwenden,um Mensche», als um Unmenschen zu bilden, undhalb so viel, sich zu entwickeln, als zu verwickeln:wie ständen die Völker ganz anders, und stärkerda.
Wie viel mehr hat das kleine friedlichere Athenfür die Welt gethan, als das würgende Riesen-Rom! Nur viel hätte die Wölfin Rom gegendie Welk in ihrem geifernden Toll-Werten ge-than, und ihr Wunden nach Wunden gerissenhätte Gott nicht dagegen Christenthum und den