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Dämmerungen.
sonale sehen wir oft Regenten selber wie Fried-rich n, Cäsar rc.) — Aber wenn nicht diese Ver-züge, welche fehlen lins? Nur Inti-ockueteur» ckesLinvassarlerios. Ich „leine damit nicht fürstlicheOber-undUnterbibliolhekare; sie sind ja angestellt undzuweilen den ersten römischen Bibliothekaren gleich,welche gewöhnlich Sklave» waren; ferner sind dieöffentlich-fürstlichen Bibliotheken sammt den Hand-bibliotheken auch aufgestellt, dieaber ihre Na ch r i ch-ten häufig nur für den Buchbinder geben. Eben sowenig werde» fürstliche Vorleser gemeint;hatten den» die Fürsten sie nicht unter dem nochhöher», aber richtigern Titel I-vclouos oder I-se-tores, d. h. Lese r; es sei nun, daß diese ihr Amtallein zu Hause gewissenhaft schon ohne einen Ohren-zeugen verwalten, oder daß Fürsten ungern hörendeLeser beim Vorlesen sind, weil sie es hier wie allehöhere Personen, gleich den orientalischen Fürstenbei Audienzen, zum Anstand rechnen, nicht zuscheinen, als ob sie Achtung gäben. Außerdem istja der Vorleser nur der Vorschneider, nicht, derKredenzsr.
Sostdern Intoortlieteurs lies Lmdsssacksurssind erst noch von Fürsten anzustellen und zu be-eidigen (*), nämlich eins geheiligte Gesellschaft vonMännern, welche mit gränzenloser Zensurfreiheitdem Fürsten alle wichtige gedruckte Aufsätze inBetreff des eignen Landes und der eingreifendenNachbarländer gewissenhaft anzeichnen und vor-legen müßten--die für den zeitigen Fürsten oftso wichtigen Zei t-Schriften wahl-und Iheilweise—von Justiz-, Finanz- und Krieg-Wese», Statistikund Negierungphilosvphie, sowohl die Meister-werke, als die zeituiäßigen Notizen. Gott, wel-ches Unheil wäre oft abzutreiben gewesen, hätteman manchen Fürsten einzelne Aufsätze von Archen-holz — Büsch — Bülow — Moser — Möser rc.vorwählen und vorlegen dürfen —Die Rathwahl,d. h. die Wahl gedruckter Nathherren für Fürstenbleibe fremden Vorschlägen auszusagen überlassen.Genug; denn kann ich auch nicht den Orgauisa-zionrlan eines solchen Kollegiums von geisti-gen Wahlkerren — sammt sderen Gliederzahl, Wis-senschaft-Rangstufe und ihren Sitz- und Lauf-Ta-gen angeben: so kann ich doch die Nothwendigkeitdavon noch länger beweisen; was eben geschehensoll, weder ohne Ernst noch Scherz.
Schwerlich hat ein Mensch weniger Zeit zu lesen,als ein Fürst, welcher kaum die kurze erübrigt,zu schreiben, nämlich seine Namenuuterschrift,welche zum Glück der Mangel des Geschlechtna-inens etwas verkürzt. Fürstinnen lesen mehr Ge-drucktes als Fürsten, auch weil sie weniger zuschreiben haben — keine Namenunterschrift—blosihre Briefe an ungefährliche Bekanntschaften (lisi-sons). Will dennoch ein Fürst lesen, so weiß eralsdann nicht m a s, oder — falls man ihm es ausschlimmer» Gründen als die seinigen empfohlenund zugebracht — so weiß er nicht warn »i. Da-bei weiß er aus dem ungeheuern Sternhimmelder Wissenschaften — ohne Finder an Teleskopenuns ohne Kvmetensucher — nicht, was er vorder Hand und am Beste» zu ersehen habe für sein
(*) Nach Waltis. Sich Bibtiotyck der MenschheitI. S. I8ü.
Auge, zumal da er zwar alle, aber nicht alles be-herrscht.
Laßt uns für kurze Augen nicht sowohlals für kurze Gedächtnisse hier in kurzenSätzen reden.
Wenn viele Fürsie» Kaufleute sind, welche forthandeln und fort spekulieren ohne allen gedrucktenWechselkvurs, ohne Nachrichten von ein-, ausge-laufenen und gekaperten Schiffen, und ohne Zei-tungen von Krieg und Frieden, so gibt es solcheKaufleute und Urbilder gar nicht, sonder» nurdie Nachbilder, die Fürsten. Unerwartet berührensich wieder die Ertreme: die schwere Kunst zuregieren wird zur leichtesten gemacht. Jeder ver-waltet früher sein Land, ehe ers verwalten läßt;aber auf dem Throne sitzt zuweilen der unge-krönte Reichsvikarius neben dem gekröntenFürsten, der RepräsentanT neben dem Reprä-srntanOen.
Auf den Alpen sieht sich oft drei Wochen langder Hirt nicht »ach seiner Heerke um; ist abereine Alv ein Lhron?
Gerade das eigne Land schickt dem Fürsten, wieChina dem Europa, keine Gesandten, ausgenom-men die wenigen aus ausländischen Pressen.Inländische berichten ihm dafür treu genug dasAusländische; und so'sieht ein Fürst das fremdeLand oft Heller und richtiger als das, welchem ermit seinem Zepter wie mit einer Magnetnadel dierechte Himmelgegend zeigen soll
Wissen müßte eigentlich ei» Fürst mehr vvm !ganzen Lande, als sonst ein Mensch darin, weil !die Thronhöhe seinen Fall sowohl tiefer, als zer- 'schlagender für ihn und die Menge macht. !Bewahrt Feuer und Licht, gilt zwar für jalle Hausbesitzer, aber am meisten für einen ^Pulvermüller. Gauze verblutete Zeiten und >Völker stehen vor uns als Blutzeltgen des Satzes, sdaß ein Fürst etwa eine Wahrheit anderthalb jSeiten stark nicht gelesen hatte. Denn die Fürstenwie wir alle, sündigte» mehr, weil sie es gut, als jweil sie es böse zu machen suchten. s
Wer soll nun den Häupter» unter dem Thron-himmel, der so viele Schalten und faliche Lichterwirft, wahre Beleuchtung geben? — Quält we-nigstens den armen eingesperrten Hofmann nichtdamit, der genug mit Selbsi-Verhüllen zu thunhak, und an Enthüllen gar nicht denken mag.
Er dankt Gott, wenn der Hos eben eine guteFlötenichule ist, und wenn alle Ergrimiiiunaen, Un-stttlichkeilen und öffentliche,: Uebel den gutenCharakter der Krätze und des Friesels annehmen,welche beide sich (nach Plattlers so» irierlencki)niemals im Gfe st ch te zeigen. Ihm, dem schondas Gesicht nicht genug verstummen kann, wärsja schrecklich, wollte» vollends die Lippen sprechen.
Er kennt den Herrn, hofft er, der ein noli mstsiigsoe, ein Berührmeinnichi lst,eine Sinnpflanze,welche durch starkes Berühren leicht eine Un>Sinnpflanze wird. »Wollte nur Gott, sagt er,man könnte dem Herrn noch weit mehre Nasendrehen, damit er wenigere vertheilte! Wie sollenHvflustbarkeite» gedeihen, oder nur auszuhaltensein, zumal solche, denen man schon von Vormit-tags an beizuwohnen bat, wenn der Herr in derFbte wie ein stiller Sturm da sitzt, uns Tafel-