Dämmerungen.
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— Es gibt einen Freistaat, der in einer Brust §Raum hat — oder hast du kein Herz?
Anfangs fällt die Gestalt im Grabe ein, dannschleift sich sogar ihr Bildniß auf dem Grabsteinehinweg: — was bleibt? Was beide erschuf, dieSeele !
Freiheit, wo sprichst du deine göttlichen Worteam lauteste»? Nicht im Wohlleben und Spätalterder Staaten, nur in ihrer noch kahlen Mai-Jugend. So fingt der Vogel seine schönsten Liederauf den unbelaubten und belaubten Aesten desFrühlings; aber unter den Früchten des Herbstesstht er stumm und trübe auf den Zweigen undschmachtet nach dem Frühling.
Gutes Deutschland, oft haben dich die Sitten-lehrer und Länderkundigen das Herz Europens ge-
§ nannt! Du bist es auch; unermüdlicher schlagend! als deine Hand, bewegst du dich wärmend fort,sogar im Schlafe und im Siechthum.
Der Donner zerreißt die deutsche Eiche; abernicht ihren Samenstaub; und die dodonäischesprach entwurzelt noch als Mastbaum der Argofort.
Tithon liebte die Dämmerung, aber morgenrothe; sie, Aurora erbat ihm Unsterblichkeit, und erbehielt die seiner — Stimme.
Aurora, du Rosengöttin der Dämmerung,mögest du diesem Buche beides aus deinen Händenverleihen, was die alten Maler in ste gaben, dieRose in die rechte , die Fackel in die linke; — nurlasse jene nicht stechen, diese nicht sengen; milderDuft und mildes Licht sind genug.