Band 
IV.
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Herbst-Blumine,

ode r

gesammelte Werkchen

aus Zeitschriften.

Erstes Ü an Lehen.

An Jhro

des Erbherzogs

Georg Karl Friedrich,

des souverainen Herzogthums MekleubnrgStrelitz Hoheit.

Durchlauchtigster Erzherzog,Allergnädigster Erbyerzog und Herr!

Die Nachsicht Ihrer Hoheit würde kaum hinrei-chen, von der Zueignung dieser Werkchen mehr zuentschuldigen als die Zueignung des Titels Blu-tn ine an einen Kenner der ausländischen undeinheimischen Kunst - F l o r a, wenn nicht der Ver-fasser Ihnen etwas besseres zu wikmen hätte,frohe Erinnerungen und schmerzlich - tröstende,beide Ihren eigenen verwandt. Die frohen im-mer grünen blühen von den Tagen her, in wel-chen die Vorsicht als höhere Blumine dem Ver-faffer das Glück gegönnt, derIZuschauer des Ihrigen,! und eines verschwisterten dreifachen zu sein. Er-i freuet schon angeschauete Liebe undZusammenfreube! gewöhnlicher Menschen, wie viel mehr die seltnerei von nahen, und (in mehr als Einem Sinne) schö-nen Wesen.

^ Zu diesen frohen Erinnerungen gehört der spä-tere selige Tag, wo der Verfasser das erstemal nebe»Ihn e n die Erhabne in jenem unsterblichen Kö-nighause erblickte, das nun seit dem neunzehn-ten Julius an Sterblichkeit und Unsterblichkeitzugleich erinnert; denn ihr jetziger Himmelkostet allen ihren Geliebten mehr als einenHimmel, und auch jedein von Fernen ehrendenHerzen so viel.

-noer wem anders als einem solchen Brudereiner solchen Schwester konnten »die schmerz-lich - t r ö st e n d e n Erinnerungen , wel-che das Buch beschließen, gewidmet werden? NichtIhr Geschmack, aber Ihr Herz verzeihe die zuge-eignete Blumine.

Mögen dem, der seit seiner Entfernung aus derSchweiz und Italien so viele schöne und hohe Na-tur - und Kunstgestalten ckir noch in der Erinne-rung aber in süßer bewahrt, auch die zuletzt Ver-lorne theuerste Gestalt allmälich vor der Erinne-rung nur in die Reihe verschwundener Nafaels-Verklärungen, Italiens - Ruinen und Schweizer-> Höhen treten, und möge Ihm jeder Tag denSchmerz der Entfernung mildern, und die Thrä-nen, verloren zu haben, in die Thränen geliebtzu habe», erwandeln!

Euer Hoheit

Baireuth den 6 . August 1810.

unterthiiingst«

Jean Paul Fr. Richter.