Band 
IV.
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Herbst»Blumine.

Nachdrucket: ist, obwohl anders als Sie, einMensel des g e n i ale n Deutschlands und auchmit den natürlichen Ausnahmen Diesseits und jen-seits. Die Brief - Auszüge bezeugen wenigstensmeinen guten Willen, dem Taschenbuch etwas zuliefern. Es unterbleibe denn für dieses Jahr.Jetzt, im Juni, ist ohnehin, da wohl kein Buchseinem Zeitalter weiter vorläuft, als ei» Taschen-buch, das beinahe um ein Neujahr früher Dingedenkt und druckt, die der größte Kopf erst umeines später erfährt, ein neuer Versuch natürlichzu spät. Leben Sie wohl

Mciningen, den Listen Zum 1802,

Jean Paul Fr. Richte r.

N. S. Ich vergaß unter den flüchtigen Ein-kleidungen zuletzt die seltsame aufzuführen, daßich gar einmal Willens war, ste sämmtlich undauch die seltsame sammt dieser Nachschrift Ihnenin einem Briefe vorzurechnen und diese Rechnungselber für einen zeitigen Beitrag auszugeben. Na-türlicher Weise konnte sich der leichte Einfall nichtsonderlich bei mir halten — bei den Lesern hätt'erS »och weniger gekonnt — und er dürfte wohl,wenn ich künftig für das Taschenbuch arbeite undwäge, nicht längs auf der Wage liegen.

VI.

Selbertrauung des schottischen Pfar-rers Lcantter-—^ mit Miß 8u-

Es müßte keinen Archenholz und Wendebvrnin der Welt geben, wenn man nicht längst inbeiden gelesen hätte,daß in Großbritannien nichtsleichter ist, als ohne weiteres kopuliert zu werden,sobald man mit der Braut nach Schottland ab-reiset, und sich da, welchen Pfarrer man will, zumKopuliere» aussucht. Ja ei» und der anderePfarrer dort — z. B. der in Gretna Green einSchmidt seiner Profession — hält außer der Kirchenoch in seine», Hanse eine Kammer mit Bett inBereitschaft (*), weil er im Trauschein das Dop-pel - Verbinde» in und außer der Kirche beschei-nigen muß

Es ist hier keine Zeit, hundert Nebendinge zusagen: sonst möcht ich wohl wünschen, daß in gro-ßen Städten solche schottische Ehebinder an alleStraßenecken postiert würden, um in einer Nachtohne Verzug tausend Ehen zu schließen, zumal dadiese sich so selten machen, als Kolonial - Waaren;ja es lassen sich gewisse Allerwelthäuser gedenken,wo solche Gelegenheittrauredner wohnen müßten,um statt der Noth - Taufen sogleich die wichtigernNoth - Ehen zu besorgen. Aber Niemand willhier etwas leisten, und wäre auch ein solcherMann zufällig (aber wie selten!) da zu haben,

>o würd' er sich entschuldigen und sagen, er habejetzt andere Dinge zu thun, und brauche selberHülfe.

Wie ganz anders holte der schottische PfarrerSeitocksr aus, welcher im leeren Schottland, ausErmanglung eines ander» Pfarrers, zum nächstengriff, zu sich selber, und die folgende Trauredehielt, um sich mit eignen Händen priesterlich ein-zusegnen!

Auch hier wäre Nachahmung zu wünsche», aberwohl wird es nur ein schöner Traum bleiben, daßso wie jeder Quäker ein Prediger sei» kann, sojeder andere Christ, gleich Sonncken, auch ei» Pre-diger, und zwar in der wichtigsten Amtveirich-tung, im Trauen, wenigstens seiner selber würde,so wie jetzo schon jeder sein eigner Beichtvater ist,der losspricht. Welche Menge unsittlicher Verbin-dungen wären dadurch täglich in gute Heiralhenzu verwandeln, zumal wenn man so zufällige Ehendurch Abkürzung derselben noch leichter und belieb-ter machen wollte, dadurch daß jeder Selber - Ko-pulator auch sein Selber - Divisor, sei» Konststo-rialgericht sein könnte, das wieder schiede etwa»z. B. in der andern Woche! Den» man fragt mitRecht, warum man, da einmal Scheidungen, so-gar fester langer Ehen gelte», nicht noch lieberdie Trennungen der kürzesten bewilligen, sondernsich ordentlich daran stoßen will, wenn einer schonnach ein paar Flitterstnnden, statt nach Flitterwo-chen, uui Scheidung anhält.

Aber nun endlich zu Sonnckei-o Traurede!

Unter die wenigen guten Früchte der englischenBeschießung Kopenhagens gehört es mit, daß einMatrose die Broschüre verlor (anstatt mit ihreine Flinte mehr zu laden), woraus ich die fol-gende Traurede ziehe. Der Taufname Sennckerbedeutet abgekürzt, wie der ebenfalls vorkommendeSsinten, 8n»ckx, 8n»nx, nichts als Alexander;und 8uelox und 8u sind Abkürzungen (wie Tus-chen) von Sufanna. Uebrigens hab' ich dieseenglische Manufäklurwaare mit ungemein vieldeutschem Gewebe absichtlich durchschossen, damit siedie heiße Dvuanen - Linie des französischen n-Gleichers ohne Anstand als deutsches Gut pas-siere.

Gibt es Schottinnen so schön von der Naturgemalt, als sie die Verfasserin der Caledvniaschildert, so gehört ohne Frage 8ueirx nicht dar-unter, sondern voraus. Der Pfarrer und Er»,derer Alexander oder 8sncker trug schon in Wales lals ein jumper (') die reizende 8u, oder 8uelr;',als Liebebcute davon, und sie ihn, weil beide soartig und anmuthig in der Andacht einandergegenüber sprangen, daß sie sich gegenseitig sowarm vergafften, als ob sie gewalzt hätten. SeinFeuer für 8>acKx wurde am wenigsten gelöschtdurch das halbe Nößel Wein. das er (nach engli-scher Sitte) in der Sakristei umsonst (der Kirchen-Sprengel muß es bezahlen) trank; sondern er

(») Bei der bekannten Sekte der tumpers oder Sprin-ger setzt der Prediger (durch Worte und Sprünge) dieganze Gemeinde in Sprung; ja dieser Andachttanzwird meistens so festig, daß die Gemeinde nach Hause ti kommt, odne stehen zu können.

(*) Wcndcborn. B. III.