Leben Fibels.
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beben zu malen; ick fahre also sogleich mit dems fortfahrenden Pelze fort:
! — „ Und dann muß vorzüglich bei Serenissimus
- angehalten werden um ei» rechtes Abc-Edikt^ oder ein gutes Privilegium, daß das Buch von den
! Kindern, aller Völker seiner Markgrafschaft zum !
! Buchstabieren und Lesen verbraucht werde. Und >
! waS brauchen wir dann weiter? " — 1
j Es stände noch weniger als vorhin in meinen ii Kräften, Fibels Erbeben, und zwar ein süßeres zu! schildern, wenn nicht der Magister sogleich beige-! setzet hätte:
! --Freilich brauchen wir noch etwas Wichtiges,einen Mann, der unsere drei A b c-Bücher nettl einbindet und außen auf der Schale alles vergvl-
- det, sowohl die Buchstaben als den Deckel und! Schnitt — und diesen Mann haben wir schon bei! der Hand in der Hauptstadt, kampier heißt^ er, ein relugiß, aber er weiß, was Vergol-: den ist.
! Denn nach diese» Worten war Fibel in eineni warmen leichten Himmel aufgelöset, und seine§ Hoffnung schwamm als Sonne darin. Er ver-, setzte: --kriegten wir nur gleich diesen Pompie-
> rer her zu uns, lieber Pelz.--
! Er war bald gekriegt. Es kam ein gutes langes! gesprengeltes Männchen unter einer Perücke. —
! Den Schmetterling-Flügeln seines seidnen Anzugs §mochte die Hand der Zeit Schmetterlingstaub ab-! gescheuert haben, aber seine papiernen Manschet-, ten hatten ihre Farbe — er hatte Ehre im Leibe! — wenigstens auf dem Leibe — jedes Glied war! ein Solotänzer/und der Inhaber voltigierte um! jede fremde Seele geschickt. Helf hatte schon vielei Höflichkeiten in seinem Leben empfangen; aber! so große wurden ihm noch nicht angethan. Da-
> mals nannte man einen Franzosen noch kriechend,
> aber so unrichtig wie im Mittelalter der tapfere! Drache ein Wurm genannt wurde.
i kampier gestand, er sei außer sich über die! Ehre, Sr. markgräflicken Durchlaucht und Herrn' Fibel einige uttenttcms Lurch seine Chrysogra-
! phie (*) beweisen zu dürfen.-" Chrysographie ? --
Allerdings! Außer Weiber» und Titeln liebte derFranzose von jeher nichts so sehr als griechischeWörter. Auch hat ein solcher, fremde Wörterausspielende 6>«e mehr für sich als wir. Wirkönnen aus der lateinische» Sprache borgen, aberer, der mit ihr in der seinigen schon überflüssigversehen ist, wendet sich lieber an die großmütter-liche griechische, aus welcher die lateinische ent-sprang. Was den französischen 6ooe aber ganzrechtfertigt, siud die beiden alten Geschicht-Sa-gen (""), daß die Franzosen von übriggebliebenenund entwischten Trojanern abstammten, und daßsie schon unter Philipp und Alexander gegen dieGriechen gedient hätten; denn in jedem Falle be-weiset eS doch ihre alte (auch sonst bewährte) An-tipathie gegen die Griechen, daß sie so recht aus
(*) Chrysograxhcn nannte man sonst die Schreiber,welche in Bücher die Anfangduchstabcn mit Gold ein- ^malten. ^
(**) Leiblich führt diese Sagen, obwohl widerlegendan, in seinem klssai sur I origine des krsngois.
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Hohn und Parodie ihnen ordentlich ihre Wörter !nachrede» und nachäffen. !
Kaum hatte Pompier die ersten Höflichkeiten ^abgethan — nie die letzten, — so fiel er, wenigstens sim Abstich mit sich selber, grob aus; indem er ge- srade heraus federte, was ihm für die Arbeit ge- 'höre. Dieses französische Polarisieren des höflichen ^oder anziehenden Pols mit dem eigennützige» oder labstoßenden, kann nur Menschen unerklärlich sein, -welche die dazwischen liegende Indifferenz gegen >Menschen nicht errathen.
Aber Drvtta'n war der ganze Man» verdrüß- !lich, nur der Magister noch mehr, weil dieser ihr, swie sie auf dem Kopfkissen klagte, einen Brotfres- !ser nach dem andern einschwärze. Doch Fibel be- !harrte auf Nachruhm. In kurzer Zeit hatte derFranzose ohne zögernden Eigennutz Einbinden ^und Vergolden vollendet, und konnte die drei er-sten Pracht-Exemplare zum künftigen devoten Ue- !berreichen überreichen. Es war für Pompier, der >sich mehr an das Große der ganzen Sacke heftete,Herzens-Augelegenheit, daß er Fibeln zur Uebergabe 'der Prachtbändchen Mißfall empfahl. Wie gern wär'er selber fürstlichen Füßen zu Fuße gefallen, hätt' ^er daran kommen können! --Warum bin ich, jsagt' er sich selber ins Ohr, naullreureusewent !nicht so glücklich wie der Tropf da, daß 'ch statt -seiner den Thron bestiege und auf der vorletzten !
> Thrvnstufe niederfiele, um mich zu heben? — !
Wird der Dorfbeugel Fibel dem Markgrafen ^
nur halb so viele rloucsurs zu sagen wissen, ^als ich vorbrächte? — Darauf bin ich wirklich be- ^gierig.-- !
Der Besuch des Hofes wurde nun Sache des 'Hauses. Das Kleinste wurde zugenäht, eingekauft, ^abgebürstet, ausgekämmt und eingsteckt, was der ^Haus- und Buch-Vater zu seiner Erscheinung amHofe bedurfte. ^
Da Helf glaubte, es verstoße gegen den Respekt, lzu Füße, und blos auf dem gemeinen Fußsteige !der Landleute zu teinem Landesvater zu marschie- 'ren: so lief er Tags vorher in die Stadt, und be, jstellte eine Chaise (Kutsche), welche ihn sammt sei- !neu drei Dedizier - Abc' s am Morgen darauf (ertraf Abends zeitig genug vorher ein), aus dem !Dorfe abzufahren hatte.
Sein Triumphzug (die Nachricht davon drangbis an die äußersten Häuser des Nests) bleibe für §biographische Pinsel nach mir; genug, unterwegssaß er auf dem Kutschenkissen halb gekrönt, undlächelte sehr heraus, so oft es schnell fort, oder je-mand vorüber ging, und wär' ich dabei gesessen,ich hätte mit ihm zusammen gelächelt. Er müßtenickt bei sich gewesen sei», wenn er unter seinemKutschenhimmel sich bei solchen Umständen und dendrei Abcbüchern nicht für den Prinzenhvfmeister,und in so fern höchste» Orts einmal deren allge-meine Einführung geboten wurde, den Landesherr»für den Lehrherrn der Markgrafschaft angesehenhätte, für den König Dionysius, der syrakusisckerSchulmeister gewesen, wie Homer smyrnischer.Allerdings konnte Fibel sich selber mikroskopisch^ oder vergrößert erblicken, wenn er erwog, daß er,
' anstatt wie Pestalozzi seine neue Lehrmethode an-fangs nur Bettelkindern anzuversuchen, gerade um-gekehrt an Fürstenkinder wie an Probiersteine seine