Band 
IV.
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Leben Fibels.

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durstig ein, da deren ganzes Kraftwesen ihr ihrenwacker» Siegwart zurückspiegelte. Nur eine Aehn-lichkeit mit diesem wollte ihr nicht gefalle» , daßDrotla mit Weibern eben so ungern geschwätzigwar, als der stumme Vogler. — Der Magisterthat oft von weitem — so zärtlich verzerrte sichder Universität-Goliath und Schläger — als ob erMiene habe, die »erwittibte Cngeltrut gar zu^ heirathen; was man dahin und an seinen Ort ge-stellt sein lassen muß, nämlich in die andere Welt,l wo beide nun Hausen, denn in dieserkam es zu nichts.

! Fibel, obschon ein Ehemann, blieb doch seiner^ Mutter so Unterthan, als würd' er gar nicht älter.

! Drotta aber nahm ihn aus Pflicht für ein Stück-! chen Vater und Wildmeister; sie chsfragte seine»

^ Willen in der kleinsten Sache, ob sie gleich wußte,

^ Laß er in seine böhern gelehrten Arbeiten eilige-> senkt ihr jede» ihrigen ließ; denn sie sagte: »einEhe-Mann muß sein Recht haben." Und so stand^ denn sein Lebensbaum voll lauter Blüten, Früchte ^und Sangvögel. Unter diese Vogel gehörte be-! sonders der metrijche und rhythmische Geist der ,! Gattin, welche — ungleich seiner zuweilen ein we- !l nig chaotischen Mutter — alles zur rechten Zeit, !! für den rechten Ort, im rechten Maße bestimmte:

! was die Nachwelt schon daraus schließen kann, daß^ sie Abends alles bereit hinstellte, was man am^ Morgen brauchte und genoß, Wasser, Milch,Bier und mehr.

j Nur eine fast spitzige Feder spitzte sich aus die-i sein Eiderduiren-Chebest etwas heraus, und konntestechen; und dieser Kiel war Pelz. Anfangs der! Flitterwvchen sah die helle Wildmeisterin demTreiben und Reden des Magisters noch blos nachund zu, wiewohl es ihr immer am Montage we-niger gefiel als am Sonntage, und Mittwochsj weniger als Dienstags. Aber mögen nun dieschweigende Nachgiebigkeit die Flitterwochen gebo-' ren haben, oder überhaupt der neue Uebergangaus Vater-Händen in Gatteu-Hände, immerträgt die junge Frau viel mehr löchterliche jung-fräuliche Beugsamkeit in die Ehe hinüber als ehe-fräuliche; ja man könnte behaupten, es werde dasunschuldige Kind kaum früher aus elterlicher,mithin ehemännlicher Gewalt frei gelassen (eman-! zipisrt) als bis es selber ein noch unschuldigeres; Kind unter dem Herzen trägt, wodurch auf ein-mal zwei schlagende Herzen sowohl den Man»als dem Manne schlagen.

Obgleich diese Freilassung bei Drotta nicht ein-trat, so nahm sie sich doch dieFreiheit, ihrem Mannezu sagen, sie wisse nicht recht, was sie von Pelzenzu denken habe; womit sie wahrscheinlich andeutenwollte, er sei ein Windsack; öderer sei ihr imHause neben Fibel das, was in der heiligen Bun-Leslade die Aarons-Ruthe »eben dem Manna war.Fibel lächelte sehr im ganzen Gesichte herum, und§ schüttelte seinen Kopf, den er in der Sacheaufgesetzt. »Geht denn nicht alles, sagt' er, schonHerr ich über die Maßen, und hat er mir nicktnoch gar seinen Definitiv- und Fundamental-Rathzugesagt? den er mir auf der Stelle gibt, sobaldnur drei Exemplare abgedruckt find. — Aufdiesen Fundamental - Rath muß jeder harren,wenn er nicht ein unvernünftiger Mann und Au-tor heißen will.»

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Kurz der sonst nachgiebige Mann gab hier nichtnach. So wie es keinen vollendeten Sklaven sowenig als einen vollendeten Alleinherrscher gibt,so saß noch kein Mann im Fußblocke aus weibli-chem Pantvffelholz, der nicht wenigstens ein oderdas andere Glied sich freibehalten hätte. Ichkannte einen trefflichen Ehemann, welcher nichtaus Schwäche sondern aus Kraft und Liebe im-mer mit dem Willen seiner Frau zusammen traf;aber doch mußte diese über einen hartmäuligenFehler herbe klagen, den er sich nicht abgewöhnenließ — nämlich am Morgen aus dem Bette andie Wand zu spucken,anstatt sich blos umzukehren ge-gen die Stube. Das Abc mache» war für Fi-bel dieses Spucken. Er war ein guter Sohn, einguter Gatte, ein guter Mensch, aber er blieb dochei» Autor. Gleich manchen Luftschiffern warf ersei» als Ballast mitgenommenes Geld herunter,um höher und leichter zu steigen. Er war am Tageeben so warm gebettet, wenn er die Federn hieltals Nachts, wenn sie ihn hielten.

Wenn indeß Drotta ihn in seinem Himmel-Brod-Studium öfters durch ihre Zweifel überPelzen störte: so beherzige doch jeder, der an die-ser Sache wahren Antheil nimmt, daß sie nach ih-rem magern im Waldmoos erwachsenen Staudeunter dem Küssen in der Ehe das sogenannteSchnäbeln der Taube» verstand, von welchemBechstein (») bewiesen, daß es kein Küssen, sondernein wechselseitiges Aezen sei. Ich meines Orts,der ich an ihr so viel Antheil nehme, beherzige dieszuerst, und soll es auch.

Fibel aber hielt sich an die alte Antwort desMagisters fest: »find drei Exemplare abgedruckt,so geh' ich mit dem Fundamentalrath heraus, unddann sehen wir."

Im eben folgenden Kapitel erfahren wir allesso gut wie Fibel.

20stcs

oder Pelz -- Kapitel.

Der Definitiv- und Fundamental-Ralh.

Dieses ganze Kapitel wurde in einem Impf oderPelzgarten im Grase gefunden,und schien zum Ver-binden der Pelz-Wunde» gedient zu haben, waseiner leicht fein-allegorisch deuten könnte, wenn erwollte.

Pelz gab endlich seinen Definitiv- und Funda-mental-Rath her: »Fibel möge nämlich dem Mark-grafen das Buch mündlich zueignen, und dreiExemplare für die jungen drei Herren Markgräf-chen ack U8IIIN 0vlpt>i»i sehr submiß — und jasubmissest überreichen,» —

^ — Es steht nicht i» meiner Gewalt, Fibels Er-

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! (') 2« seiner Naturgeschichte der Böget.

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