Band 
IV.
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Politische

Fastenpredigten

während

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Deutschlands Marterwoche

Vorrede.

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Ich kann die kleine Geschichte der vier, vor meh-! ren Jahren gedruckten Abtheilungen des Werk-chenS (denn die fünfte ist neu, so wie auch dieVorrede und bekommen beide erst künftig eineGeschichte) in Einer Minute mittheilen. I. DieNachdämmerringen wurden im »deutschenMuseum bei Perthes " 1810 gedruckt — H. dieBelagerung von Ziebingen im <-Kriegs-kaleuder bei Göschen» 1810—I». die Sphinxe- im »deutschen Museum von Schlegel» 1S12—

! IV. die D 0 pvel - Heerschau im »Kriegskalen-! der bei Göschen» 1311.

! Da sie nun in jenen lastenden Jahren geschrie-ben worden, wo weiter keine ander» Federn kühn»nd stolz sich bewegen durften als die auf Hel- Imeu, und wo mau in Schafkleidern gehen mußte,um Wölfen nicht anstößig zu werden: so wirdman sich über die Stellen dieses Buchs nichtentrüsten, wo ich mit den Wölfen zwar nichtheulte, aber auch nicht über sie. Auch gibt eswieder andere Stellen, worin ich, wie noch welt-klügere Köpfe, von dem zweiten Bonifacius, derunsere heiligen Eichenwälder fällte, immer nochZu hoffen nicht nachlassen wollte, wiewohl wirDeutschen diesem Bonifacius — uns auch voneiner Freiheitinsel zugeschickt wie der erste — dieBekehrung vom moralischen Heidenlhum derSelberentzweiung und Gelbsucht wider seinenWillen verdanken. Alle jene Stelle» hab' ich un-gebessert und ungefärbt bestehen lassen, um mirnicht Lurch Zurückdatieren späterer Einsichten und

> durch Einschiebung jetziger Freimüthigkeit einenneuen falschen Glanz zu geben, da ich alten genughabe. Nur Sprachänderungeu wurden ins Alteeingeschvben; aber höchstens solche Gedanken, wo-mit man zu allen Zeiten hervorrücken durste, z.B. mit den, Satze u — u, indeß ein Gedanke wiea — u — 0 schon seine besondern günstigen Zeitenfedert. Auch wollt' ich die Gegenwart gern wie-der hören lasse», wie man vor Kurzem hat seuf-ze» lassen — besonders nach ihr.

Ueberhaupt sollten die Schriftsteller sich, wie-I. Rousseau, nicht schämen, in neuen Auflagenihre alten zu berichten. Warum wollen sie geradeim Drucke die Wunde und den Wundbalsam deri Endlichkeit, die Veränderlichkeit, verberge», alswäre jede ihrer Meinungen die letzte und jederj Wille ein letzter? Wenn doch in der Stutierstubeeines Gelehrten der Glaube desselben sich so oftverwandeln, häuten, einspinnen, verlarven, ver-puppe» muß, bis solcher wieder endlich entpupptausfliest — und wenn es auf keine Weise zu än-dern ist, daß man es anfallen Gassen weiß, wieder gelehrte Mann in einem fort, (es geht beinaheins Unglaubliche) sich und seinen Glauben änderteund anders dachte, zuerst als Primaner — dannals Student — anders als Privatdozent — nochanders als Professor extrrrorllinar-ius — vonNeuem anders als orckinariu» — darauf vollendsanders als reetor maznikeus — : warum willdenn der Mann nicht auch der Welt im Freien seineneuen Häutungen zeigen, welche er, wie die Ein-tagfliege die ihrigen, »och im Fluge vornimmt? —Ohnehin ließe sich fragen, ob nicht zuweilen dieGeschichte einer Meinung , so wie gewöhnlich dieGeschichte einer Stadt, nicht ergiebiger ist, alsdiese selber.