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Politische Fastenpredigten.
einem Kaiser von China? Nur in Staaten wiebeioer Gewalthaber bewegt ras geistige Blut, dieMeinung, sich nicht, sondern stebi fest, aber fanllMio zersetzt nichts als sich selber. Eine Demokra-tie ohne ein paar Hundert Widersprechkunstler, istundenkbar; wa« ist aber Deuischlanb anders alsei» Slaatenbuno von körperlichen Monarchie»und Einer geistigen Demokratie, oder dock untereinem Amphyklionengericht auf dem Oruckblatteund an der Wulhstafel? Sogar Irrthümer undVerfinsterungen, welche den Zwiespalt begleiten,stur in der Tiefe der Stände, Nebel, welche blosbethauen und belustige». Nur w nn sie die Hoheder Stände besuchen, find sie steigende Nebel,welche den heitern Himmel nicht anders zurückge-ben als umerRege» und Blitz. So nebmen auch dieHeuchelei, der Geiz, der Zorn, der Leichtsinn, dieVor-eile, die Lässtgkeit, erst aus den Thronen eine giftigeNatur au, wie Pflanzen, die im Tbale wenigschaden, auf den Bergen stch so giftig bilden, daßdas Eisenhütlein droben nur in der Hand gehalten,schon vergiftet.
Zwielichter.
Einheit und Vielheit.
Deutschland war bisher ein weites vielzweigigesGesträuch; aber ein Gesträuch beugt und tritt jederum, der hindurch will. Frankreich war ei» Baum-stamm, den man nicht niederrennt und bricht.Jetzo ist letzter gar zu einem indischen Lianen-Baume, welcher seine Zweige wieder zu Wurzelneinsenkt und zu Gipfel» aufzieht, geworden, viel-zweigig und vielsiänimig zugleich.
(Slalt der Vielstämmigkeit des Jahres löoyfindet das Jahr 1816 zwar nur Dielzweigigleit;aber diese ist desto dichter in einander geflochten ;und das dürre Geflecht der Rache und derArmuth widersteht dem Zerreißen vielleicht stär-ker als mancher schönere Bund.)
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Deutsche Gesellschaftlichkeit.
In der Gesellschaft erscheint der Dentsche seltenals Mensch, d. h. als Gesellschafter, sondern alsguter Beamter, Professor, Soldat. Wie derBütlnergeselle nach de» Gesetzen seines Hand-werks nicht ohne Sälläael oder Triebet, Band-messer oder sonstiges Werkzeug auch nur dreiHäuser weit ausgehen darf: so zeigen wir unsungern in Gesellschaft anders als mit unserem ju-ristischen oder medizinischen oder anderem Triebetund Schlägel in 'der Hand, gleichsam um damitanzuzeigen,weßHandwerksman sei. Dahsrgibteskeinen köstlichern Gesellschafter als eine» Professor,nämlich für Professoren; und so ist ein Jurist
einer der besten Unterhalter für — Juristen; undso jeder vor der offnen Lade seines Gewerks. —Daher reift die jugendliche Freiheit und Bestimm-barkeit, und unsre All- und Weltseitigkeit imSchreiben endlich durch langes Geschäft zurEinseitigkeit'im Leben. — Was übrigens jetztuns in unseren Klubbs, Harmvnieeu, Kusinen ei-nen gemeinschaftlichen Ton gibt, ist das politische !
Kannengießern, und zweitens die KlubbS selber, !
als Kongresse aus allen Ständen. ^
3 . !
Wir. ^
Die deutsche Seele bestellt nicht, wie nach Tha-les die menschliche, aus Wasser, nicht, wie nachDemokrituS diese, aus Feuer, sondern, wie nachHippokrates, aus beiden. Diese Mischung vonFeuer und Kälte — zu welcher ich noch die geo-graphische von Süd- und Nord-Deutschland bringe— könnte uns sehr entwickeln und zu hohem Wüchsetreiben.
4 .
Deutsche Opposizionparteien.
Kein Land sagt sich selber so viele Wahrheiten,als Deutschland; den» seine kleine Staaten bil-den sich durch ihre Zerfällung so sehr zu freienwechselseitige» Opposizionparteien gegen einanderaus, daß e n Fürst, der sich aus Gründen ungernvon seinen Unterthanen eine Wahrheit sagen läßt,sich solche leicht von benachbarten im Druck an-schafft. Diesen Vortheil vergleich' ich mit dem !ähnlichen der Ehe; denn indeß ein vornehmer ^Hagestolz stch Jahre lang mit Fehlern durch alle ^Gesellschaften ziehen kann, ohne ein einziges Rü- ,gewort zu vernehmen: so genießt in der Ehe jede,sogar die schönste Dame, wie sehr auch die ganze ,Stadt als eine männliche Sirene ihr schmeichle, dasGlück, daßwenigstens ihr Mann einen ganz andernTon anstimmt, ja zuweilen den Text liefet und Iwettert; was aber auch die Frau mit Dank er- iwiedert, indem sie den Gatten gleichfalls durch-nimmt und warm hält; so daß Eheleute von ^Stande oder Mitteln in Wochen mehr Freimüthi-ges hören, als Unvermählte in Jahren.
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5 .
VeredelteLebensart. j
Die Satyrs griechischer Bildhauer hielten oftkleine Grazien in stch verborgen. Nicht ohne Ge-winn für das Auge kehren zuweilen heutigeWeiber und Franzosen, ja Deutsche es um, undsind Grazien, in deren Innern man erst die Sa-tyrs entdeckt.