Band 
IV.
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Politische Fafterpredigten.

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gelt, und wer sich du, in ein Bette der Ehren bet-ten wollte, in der Kirche, mußte sich hinlegen, undmit Tode abgehen, und unter ihrem Fußboden indasselbe fallen. Aber wie ganz anders könnten diePrediger die Kirchen an großen Festtagen, z. B.am Neujahrtage. am Erntefesttage zu öffentlichenKronsalen von Preisbauern erheben und aus derstreitenden Kirche triumphierendeKircbgänger ent-lassen ! Es führe nur sich in ein Dorf nach demandern so der Wettstreit um öffentliche Auszeich-nung ein, durch Geistliche und Staat: so könnteman statt der strafenden Bußtage in Kirchen ein-mal darin Ehren-Tagc und geistige Erntefestefeiern.

Aber für Dörfer, d. h. für die Mehrzahl, thunwir nichts.

Wie öffentliche metallne Denkmäler in Frank-reich zugleich zu Springbrunnen dienen: so wür-den öffentliche Ehren-Denkmäler geistiges Lebens-wasser allen Völker» znsprichen.

Aber für die Ehre thun wir nichts«

Wenn wir Kapitolium und Olympia einigerma-ßen ersetzen sollen, so müssen wir Enkel-Stolzeinführen.

Aber für Ahnen-Stvlz thun wir alles.

Wenn auch alles dieses kein Oberer nur derAusführung würdig achtet : so schreib' icks doch.

Aber für die Ehre schreib' ich alles.

Morgenstralen im Jahr 1816 .

— Und für die Ehre wurde doch etwas gethan.Die opfernde Auszeichnung des Volks errang einebelobende des Throns. Es ist wenigstens etwas;sobald man sich nur vom Jrrziele umkehrt, sowird der kleinste Hingewandte Schritt ein doppeltergegen Las rechte Ziel. Aber nicht blos der Kriegsoll Betten der Ehre aufschlagen, auch der Friede;und dieser um so mehr, da er länger dauert undalso mehre Bettfähige finden und machen kann.Indeß hoff' ich, wir dürfen hoffen.

Zwielichter.

1 .

Der Fü rsten « Günstli ng.

Das Gliederreißen der Staatglieder spürt er —! da es anfangs nur die äußersten Volktheile an-greift , bevor es in den gekrönten Magen tritt —auf seiner schimmernden Hof - Eisinsel nicht sehr.Ihn geht nur an, wer über, nicht wer unterihm leidet. Sogar zwei mir bekannte Ministerj auf dem Kaukasus hatten oft Stunden, wo sie fürs Pöbel - Thränen — weil die Sonne oder eigent-l lich Leren Vetter ('), häufig Wasser zieht — eine

k'i Bekanntlich nennen sich die morgentändischen FürstenVettern der Sonne.

Grube voll lebendigen Kalks waren, oder auch einKessel voll geschmolzenen Kupfers.

Es gab einmal einige Prinzen - Räuber; aberein Unterthanen - Räuber am Fürsten - Herzenraubt mehr und mehre.

2.

O ri e nta l i sch er - G e neral stab.

Was denkt ihr wohl, daß dieser Generalstab ist,welcher zum Elephantcnorden unsterblicher Krie-ger gehört, weil er Elephantenameisen komman-dierte, welche ihn auf Flügeln erhoben — welchereben aus der Diamantgrube des Schlachtfeldessteigend mit seinem Juwelen - Besatz, die Welt-theils überrascht und blendet — welcher (wenn ernicht blind sei» will) den Lehr- und den Nähr-stand für seine dienenden Zwilling - Brüder (Irü-servsnts), für den rechten-und linken Reser-veflügel (um ihn iu Ermangelung eines feindlichenzu rupfen), kurz beide Stände für Zilial - Ständedes Kriegs (oder nach Aehnlichkeit der Pferde) fürVorleg - Kollegien des Krieqkvllegiums, kurz, jedenStaatdiener für einen Heerdiener ansehe» muß.—Ich fragte, was denkt Ihr wohl, das dieser Gene-ralstab ist? — — Bescheiden.

3 .

Polarität des Volks

Bei Bewegungen und Umwälzungen des Volkskann der Staatkünstler mehr als bei denen deseinzelnen Kraft - und Flammen - Manns daraufrechnen, daß jenes immer dem Korke gleiche»werde, der niemals in der Mitte des Wasserge-fäßes schwimmen bleibt. Er weiß, daß er die Ge-walt des Blitzes, welcher durch einen Schlag denanziehenden Pol in den abstoßenden umkehrt, zurUmkehrung der Vvlkpvlarität besitzt.

Deutsche Armuth.

Wenn wir einigermaßen wieder zu wahren alte»Deutschen geworden, »vn welchen Tacitus sagt:„sie hätten kein Gold und Silber, ob aus Zornober Huld der Götter, wiss er nicht: ein irdenesGeschirr wäre ihnen so viel als ein silbernes, undSilber sei ihnen ihres Kleinhandels wegen lieberals Goldwenn diese Aehnlichkeit da ist: so be-weiset es wenigstens, daß ein Land gleich Schweden,alte Deutsche tragen kann, wenn es sich gleich diesem,wie die Sorbonne, pauperwima üvMus nennt.Gar zu außerordentlich sollte demnach nicht ge-jammert werden, wenn man ei» ganzes Volk zujenen ältern historischen Völkern erhoben sieht,welche (nach der Geschichte) stets die größeren Um-wälzungen und Eroberungen gemacht, und die, je-weiliger sie zu vererben hasten, desto mehr beerbten,und welche die sogenannten ärmsten hießen. Ob-gleich nicht ohne Unrecht zu verlangen ist, daß wirnoch etwas Besseres als alte Deutsche, nämlich gar

so

I ca n Bau!' « Werke. IV-