Band 
IV.
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398 Politische Fastenpredigten. !

Unglück erzogen wurden, eben so mancher Offizierdurch starkes auf dem Schlachtfelde so gebildetheim gekommen, daß mehr von ihm zu erwartenist.

7.

Trost.

Staatschiffe, welche die Segel verloren, habendarum noch nicht die Anker eingebüßt. !

8 ,

S o l d ate n. Plage.

Diese kann man länger haben als ächte Solda-ten; so wie Zahnschmerzen länger als Zähne.

9.

Die Volker-Zypresse.

Der Aufenthalt unter Zypressen, glaubten die !Alterst*), heile und stärke. Nun so geht unter !die Zypressen der alten deutschen Gräber, ja!der neuen. >

10

DaS Menschen-Geschlecht.

Die ganze Erde wurde noch in keine Seelen -Nacht eingewickelt — denn wie hätte dann allesUmwenden ihr aus dieser helfen können? — son- !der» die Himmelsonne der Bildung senkte sich, wie ^auf den nordischen Meere» die andereSonne nach Ilangem Tag, bis auf die Wellen nieder, hob sich jaber aus gedrohter Nacht unerwartet auf, und ein jneuer Morgen fuhr hinter der Mitternacht auf- !geblüht hervor. i

ii !

Werth des Unglücks.

Ich hatte das Glück, unglücklich zu sein, darfzuweilen ein Volk so gut sagen als ein Mensch.Verunreinigte Völker gleichen Strömen, welcheihren Schlamm nur fallen lassen, wenn sie sichzwischen aufhallenden eckigen Ufern durchkrüm-men.

12 .

Unterschied des Stillstandes.

Gleich den Rauchsäule» der Vulkane steigt dergroße Mann eine Jugendlänge dem Himmel zu,dann zieht er, wie jene, nur waqrecht fort — soheben und wenden sich auch die Völker, aber nicht !so das Menschengeschlecht. Auf das liegende Volk jthürmt stch daS höhere — Riesen werden von !Feuerbergen zugedeckt — ei» Grab erhöht dasandere, und so entstehen ans den einzelnen Ver- >senkungen die allgemeinen Erhebungen, und ausNiederschlagen Gebirgketten.

C) Nach Mlnius.

13.

Mißkennung großer Thaten-Men-sch en.

Sie stehen im Aether - Blau vor der Zeit erha-ben als Gebirge, aber eben darum wird alles, wasvom tiefen Dolkboden an sie fliegt, für ihre Ge-burt gehalten. So scheinen die hohen Berge zurauchen; aber der Schein kommt von den Wol-ken, welche sich von unten an sie he» und legen.— Nur die Tiefe nebelt, nicht d e rBeg.

11

Mein Aufenthalt

IN der Nepomuks »Kirche

der Belagerung der Reichsfestung Aiebingen.

Je kleiner eine Reichs-Stadt, desto größer ihre !Geheimnißsucht; und ein ganz kleines ReichS-Dvrf ^gesteht gar nicht einmal seine Existenz. Diel- sleicht glaubte auch Ziebingen — ein anderes Zie- !bingen als das im krossischen Kreise — wer stch zu !spät beweglich (mobil) wider den Feind mache !werde leicht zu früh beweglich vor demselben undrenne. Kurz. wäre Senat und Militair nicht so !verschlossen gegen In- und Ausland gewesen als die !Jubelpforte in Rom, welche man nur an Jnbeljah- !ren aufmacht und sogleich zumauert: so hätt' ich !von der bevorstehenden Belagerung etwas ersah- !ren eh' die Thore zugesperrt worden und wäre !fortgeritten; so aber wurde jeder Reisende mit ^einkaserniert, ohne etwas davon zu haben als die-sen Aufsatz.

Die schon aus öffentlichen Blättern bekannteVeranlassung war diese. Das Reichs-StädtchenDiebsfehra — nickt das meißnische Dorf — besaßmit Ziebingen auf den Gränzen eine Gemeinkut,worauf beide Städte ihre Gänse weiten durften.Unglücklicher Weise fiel den Uten Mai ein so starker Hagel aüf die Markung- und Kvppelhut-Ane,daß vierzig theiss Gänse theils Ganser erschlagenwurden, den Diebsfehraner Gänsehirten nichteinmal gerechnet, welchen der Blitz niederstreckte.Der Ziebing'sche Gänsehirt ließ als Patriot allesTodte liegen, und trieb so viel Lebendiges wiesonst nach der Festung. DiebSfekra, eine Stadtvon mehr als anderthalb Hundert Einwohnern,konnte eine solche Verletzung der Weide.Paritätnicht schweigend erdulden, wenn sie bleiben wollte,was sie war. — Minister mit dem koi-tvkeuilleder auswärtigen Angelegenheiten wurden mit denstärkstenIVollmachten und Ausdrücken in dieFestunggeschickt — auf Halbpart oder Parität der Gänse