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Politische Fa
Wahrhaft verwegen wars noch, daß der Zei-tungschreiber mitten in der Hauptstadt seines vori-gen Fürsten sich erkeckte!, dem Blatte ein Extra-blatt anzuhängen, worin er den Mariancrn vor-warf, daß sie eine der erbärmlichsten Aussprachen^ bätten, da sie nicht einmal v von f zu un-terscheide» wüßten, so daß er, wenn sie sonstvor dem Schloßhofe ihres Fürsten Virat, gerufenhätten, leider mit seinen geübtere» Ohren immergehört habe: lki! tut! — waS aber gänzlich denSinn entstelle.
Es wäre zu weitläufig, noch aus dem Dienstag-Mitwoch-, Donnerstag-, Freitag-, Sonnabend-blatte auszuziehen; genug er ärgerte damit ihrenMausen halb todt, wie mit Giftblättern.
Der Zeitungschreiber Maus schränkte sich mehrauf das Leben des Fürsten Maria ein, und berührtedie Trödler oder Liberianer nur seitwärts, umnicht von ihnen anders und vorwärs berührt zu! werden. Blos beiher malt er ihre Eß- und Ver-I kauflust aus, welche sie verspürt habe» sollen, als! sie neben einer offenen Kirchweih in einem aus-, ländische» Gränzbvrfe — nur zwei Schritte von! ihnen — sich blos mit Feinden herum zu schlagen! hatten, anstatt Esten und Geld einzunehmen. In-deß erinnern ihre Begierde» und ihr Schicksal inI der Beschreibung zu sehr an jene Hunde, welche! als (ausrecht) stehende Truppe in menschlicher
> Diapperie ein Lustspiel gebe» müssen — jämmer-lich sehe» die stummen Figuranten einander aufdie halb sichtbaren Schwänze — die Peitsche istihre üsa ex inaelrina j» ihren Forcerollen —und die Statisten sehnen sich umsonst von ihren Ko-thurnen, d. h. von ihren zwei Füßen auf ihre vierniederzufallen, und ganz andere Erkennungen alstheatralische darzustellen. Unlust genug für einLustspiel.
Zuletzt aber zankten sich die Zeitungschreiberimmer wilder — Schnabel sehte den gelassenenMaus ganz außer sich — Wortspiele über dieNamen, z. B-sich mausig machen, oder schrei,ben wie der Schnabel gewachsen, waren posttäg-liche Sachen. — Maus ließ, so wie jener Schlach-tenmaler zur Begeisterung des Pinsels Kriegin-strumente um sich zu spielen befahl, gewöhnlicheins Trompete »eben sich blasen, damit er besserin die weitere der Fama stieße. — Kurz der Kriegwar nun vom Festland aufs Papier gespielt,und beide Schreiber verwandelten sich zuletzti i» die Parteigänger, welche sie anfangs nur ausi Schein auf fürstliches Drohen hatten spielens wolle».
! Ganz anders siels mit beide» Kriegvölkern aus.! Der Krieg hatte nun schon so lange gedauert, so
> viele Tage, als der siebenjährige Jahre, einei Woche lang, mithin nur einen Tag kürzer, als! ein sinesischcs Trauerspiel von acht Tagen, indeß
Corneille die Trauerzeit gleichsam wie ein vorigerMagdeburger Festungkommandant nur auf dreißigStunden einschränkte. In beiden Residenzstädtenfraßen die Truppen mit Wetteifer, doch die Tibe-rianer das Meiste; denn sie, welche nicht verga-ßen, daß die Schneider ihnen au Anzahl überlegen,
m,geheures Gedächtniß blos einer Kopfwunde »er-danke.
stenpredigten.
mit den zahlreicheren Mägen die Stadt ausschöpfenwürden, arbeiteten auf ein Gleichgewicht dadurchhin, daß sie in Großlausau doppelte Porzionen undRazionen für Einen Magen beorderten. Schwa-ches Plündern, Requirieren der Schuldscheine unddergleichen war gar nicht gegen die Grundsätze derLiberianer, welche vielmehr schlössen, wenn schonFreunden alles gemein ist, wie viel mehr Feinden.Ja es gab Köpfe unter ihnen, welche fragten:sollten denn die Kriege, es werde nun darin eig-nes oder fremdes Blut vergossen, nicht so vielRecht haben, wie die elenden fünf jährlichen Ader-laßtage sclios rninutionum) der Karthäuser, anwelchen man diesen fettere Kost, Freiheit vom, Kloster und Freiheit zu Spaziergänge», und sogarweibliche Gesellschaft verstattet?— Freilich Han-del und Wandel, also Trödler und Schnei-der stockten; nichts war los zu werden, nichtsanzumessen. BeideHeere fühlten, daß die Astrono-men ein treffendes Zeichen für den Erdenkreis imKalender gewählt, nämlich einen Kreis mit einemKreuze sK), so wie sie die Venus beinahe wieThümmel mit einem umgekehrten angezeichnets ^) i— aber a» dieses arme Kreuz sind wir zweiMächte genagelt? Himmel wir? Wir, die wirumgewandt gern nach dem Evangelium die an-der» Backen hinhalten, wenn wir etwasauf die vorder» bekommen haben; und diewir die Bitte der tapfern Sparter an die Göt-ter, daß sie Beleidigungen möchten ertragen lernen,gar nicht zu thun brauchen, da dies schon Natur-gabe bei uns ist?
Diese Ueberlegungen wurden leider in beidenResidenzen solhäufig, daß sie eine Verschwörungunter den Truppen beider Heere gegen die Für-sten einleiteten, welcher nichts fehlte als Anfüh-rer, die sich unter Heerführern leicht finden.Denn ein wichtiger Umstand — auf welchen allekünftige Geschichtschreiber dieser Umwälzung auf-merksam zu machen sind, — entschied gewaltig da-bei, der nämlich, daß sowohl die Liberianer ihresTiberius so satt waren, als die Marianer ihresMaria, beide hingegen nach einem Umtausch derFürsten hungerten. Bei den Landeskindern bedeu-tete ihr Landesvater etwas nicht viel Besseres,als was die Studenten sonst einen nannten, einLvch imHute! --Ich habe mehrLandesväter in mei-nem Hute als du,-- sagt der Musensohn, weil beijedem Gesang, der --Landesvater" genannt, derHut durchstochen wird. Freilich verstanden Käu-zen und Großlausauer unter Löchern ganz andereals .in Hüten und Röcken. Es konnte z. B. denTrödlern wenig gefallen, ewig in Monturen ge-steckt zu werden, die sie vielmehr selber absetzenwollten; denn Tiberius ließ nur das halbe Land,j nämlich die weibliche Hälfte kantonsrei. Ob es abernicht besser sei, wenn ein Land kein Winter ist, inwelchem man bekanntlich von Amseln nur dieMännchen sieht, sondern lieber ein Frühling vollWeibchen, können wohl Trödler nicht ausmachen,sondern Gelehrte.
Auf der andern Seite waren die Schneider ebenso wenig mit ihrem Fürsten zufrieden, welchernicht sowohl Menschen, als Gelder, weniger Köpfeals Kopfsteuern eintrieb, um ein großes (Fürsten-)Haus zu machen. Daher sagten die Trödler : ein