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Der Komet.
j Das große magnetische Gastmahl des >Reisemarschalls Worble.
Magnetische Gastmähler können nnr wenigeMensche» geben, Fürsten und Kapitalisten amallerwenigste». Desto lieber ist es mir, ob iä>gleich nicht mit an der Tafel saß, daß der Reise-marschall Peter Worble die Sache machen konnte,der nnter allen Tischt», den Spiel - nnd den Schreib-nnd denSesstontisch nicht ansgenominen, keinenso gern hatte, als den Eßtisch; nnr mußt'eskein einsitziger, sondern eben sowohl etwas a nals auf ihm sein. Ein Miteffsn war ihm ein; baldes Essen; er genoß zn seinen Speisen immer^ einige Gäste, ja er statte auf eine Nachtigall,i welche die gesangreichen Jtaliäner so gern ver-! weisen, ein paar Gäste eingeladen, und den! Vogel in der Luft geschickt zerlegt, wär' er einemI solchen Braten mit seinem Beutel gewachsen gei wesen.
s Es fiel zu»! Glück gerade in die Zeit eines^ Mitlelallers, wo er halb bezahlen und halb ent-! lestnen konnte, daß er seine Menschenliebe und^ Eßliebe durch das große magnetische Gastmahl! befriedigte, das ich eben zu beschreiben habe.
! Künftig wird man noch genug davon lesen, daßdieser Peter Worble der stärkste Magnetisör war,welchen nur die Geschichte aufführen kann nacheinem Pupiegur, der sogar einen widerspenstigenlachenden Postillon von Weitem zur Ruhe brachte,oder nach einem Pölitz in Dresden, der an einerTafel blos durch Handanflegen auf die Achsel aufder Eßstelle einschläferte. Worble freilich war gari noch darüber hinaus; er übersprang und über-! flog alle Grade der Einfchläferung so mächtig,i daß er sogleich bei dem Erwache» anfing, nämlich! bei dem Hellseh,«. Es sei nun seine durch Mark-! suppenanstalten verdoppelte Körperkraft — oder
> seine zwei sechste» Finger an den Händen, die er,i wie Katzen und Löwen unter dem Gehen ihre
feinen Schneidekrallen, gewöhnlich einschlug, unddie er folglich vkne Abnutzung geladen er-hielt — oder es sei sei» verstecktes Magnetisterenmit den Fußzehen — oder weil eS überhauptmagnetische Goliathe geben kann, auf dieman erst künftig mehr achten wird — oder es sei,was am wahrscheinlichste», Lies alles zusammen-genommen die Ursache davon; kurz Worblebrachte durch Anschauen und allmächtiges Wollen undunsichtbares Fernhaucheu und Finger - und Zehen-standhaben die magnetische» Wunder des Hellfe-heus, der Sinne»-Versetzung, der Anschmiedung! an den Magnetisör, zu welchen andere Monate^ brauchen, in Minuten zu Stande.
> Unter allen-Wundern war nun dem guten ebenI so spaß - als menschenliebenden und effenliebenden
! Rcisemarschall Worble das bekannte das liebste, ,i daß ein Hellseher jeden Bissen und Tropfen schme- '! cken mußte, den sein Magnetisör zu sich nahm. 'i Nie aber zeigte sich sein gutes Herz und seine .; Freigebigkeit, so wie seine herrliche Magnetkraft, -^ in schöneren. Lichte, als bei dem berühmten Gast- !mahl, das er in der Stadt Wien — so heißt >der Gasihof— einer ansehnlichen Gesellschaft von
kranken und hungrigen Männern aus verschiedenenStänden gab.
Er ließ nämlich in der gedachten Stadt Wieneine große Tafel mit 32 wenn nicht mehren Ge-decke» bereiten, und bestellte zwei Gänge derausgesuchtesten Speisen, jedoch von jeder Speisenur eine Porzion, und zwar für sich allein.Unter den höchst bedeutende» Gästen (um docheinige näher anzugeben) erschienen ein philosophi-scher Ordinarius, der au seiner neuen Philosophie,weil sie hinter den drei andern frühern Philoso-phien nicht abgehen wollte, halb umkam vorHunger und vor Aerger — ei» außerordentlicherProfessor der Jurisprudenz, der sich an Napole-ons rheinischer Bundes-Akte zu einem erlangischenG l i-:ck über das römische Recht, nämlich zu ei-nen. Glück über das neue deutsche hatte hin-auf kommentieren wollen, aber damit sammt demBunde sitzen geblieben war, gleichfalls stech undarm — mehre Schulmänner voll Eßlust und Nah-rungsorgen — ei» Prälat und ein Probst, undnoch einige Klosterleute, sämmtlich krankhaft ge-nug, weil sie immer sowohl vor dem Essen ge-gessen, als nach dem Essen — desgleichen einigeHoste,ite, aus demselben Grunde preßhaft — undein paar Landleute von Stand, aber durch Krieg ^herunter und erdfarbig — und ich könnte noch ^fünf oder sechs Gäste anführen. !
Nachdem nun der Reise- und Futtermarschallseine Gäste mit Handdrücken und Fußscharren —nicht sowohl aus Achtung als aus magnetischerList — empfangen hatte und vor die ss kunstreichwie Schwüre gebrochnen Tellertücher setze» lassen:bracht' er sie alle, noch eh' sie ein Tuch entfaltetstatten, auf ihren Cßstühlen in magnetischenSchlaf, und sie faßten sich alle, (so wollt' ersstill als Magnetisör) wie Brüder an den Händenan, woran sie sich auch unter dem ganzen Essenfesthielten, und sahen sämmtlich hell. !
Jetzo ließ er eine köstliche Sardellensuxpc auf-tragen, und leerte zwei Teller davon mit solchemWohlbehagen ab, daß die Professoren und dieSchulmänner einstimmig versicherten, sie hättenzum erstenmale eine so feine Suppe geschmeckt,als er sie darüber fragte und ihnen die trocknenSuppenteller weggenommen wurden und anderevorgesetzt. !
Es wurde ferner aufgetischt moskowitisches !Rindfleisch und eine Krebspastcte, nebst geback- jne» Froschschenkeln. Der Reisemarschall schickte, inoch ehe er das Messer genommen, die Beiner- !kling voran : er Habs mit Vorbedacht, damit dieParität und Duldung der Nömischkatholischenund der Protestanten erhalten werde, auf heute,wo kein Fleischtag sei, für die Bekenner derrömischkatholischen Kirche die Krebse und die Fröschebestellt; wenn er aber das iiiofkowitische Rind-fleisch esse, so werd' er natürlich dafür sorgendurch ein recht starkes Wollen (*), daß niemandvon den Katholiken etwas davon schmecke außerden Protestanten. Allein hier fielen ihm zweikatholische Hellseher, ter Prälat und der Probst
(') Bei mehre» Magncti'sörcn kam rS blos auf ihrstarkes Wollen an, daß die Hellseher!» gesprochenes nichthörte u. s. w.