Band 
IV.
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Der Komet.

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Länder-Eden. Stehst du jedoch selber wirklichauf der Scheidemauer zwischen deinem Lande unddem fernen : so verklären sich auf dem Tabor derHöhe beide zusammen und deines schimmert alsVergangenheit und LaS ferne als Zukunft hinauf,und nichts ist kalt und kahl als der Boden unter^ deinen Fersen. — Aber warum bewegen und erhe-ben unS ferne Waldungen viel weniger als Ge-! birge? Ja, warum, wenn diese das Herz ausdeh-nen, schränken jene, obwohl auch Höhen, eS zu-weilen ein ? — Rücke und tauche die Wälder nurtief und fern genug unter den Gesichtkreis, daß sieals niedrigere Wvlkenstreifen sich hinzuziehen! scheinen: so üben sie, wie sogar die Ebene, diej Zaubermacht der Ferne aus. Näher hingegenherangestellt, so hebt der Wälderzug die Seele nurwenig, aus vielen zusammenwirkenden Nebenum-ständen, z. B. weil er zu keiner bestimmten Gi-pfelhöhe sich schließt — weil also die Phantasie sichauf keine zum Umherblicken begeben, sondern sichi n die enge Tiefe versenken, und darin nur zer-streute Menschen, Köhler, Jäger, Diebe findenkann — weil er uns nur mehr mit der Länge er-scheinen kann, welche ohne die erhebende romanti-sche Breite nur eine undurchsichtige dünne Baum-linie ist. Hingegen sieht wieder ein Thurm, deraus der an sich nicht erhabenen Waldung dringt,uns romantisch-erhebend an — was er auf einemBerge nicht thäte —; aber wie viele Stralenbrenne» hier zu Einem Punkte zusammen ! Eine,in einen Wald verhüllte, von ihm umgitterte undbeschattete Sammlung von Menschenherzen — dielange Waldung wieder als beherrschter Garten andie Gemeinde gedrängt — der Thurm als offner,lichter Sonnenweiser des aus dem Schatten heraufbetenden Seelenbundes — die aufgedeckte Gesel-ligkeit in der Waldwüsie — das Sehnen der Ver-schatteten nach uns, das in uns wieder zu einem

nach ihnen wird-und Himmel! wie viele

andere Farbenpur.kte mögen sich-noch erst heimlichin einander verfließen, bis sie uns zu einem erha-benen Gemälde werden! — So wäre eine Grö-ßen lehre der Phantasie zu schreiben eben sounerschöpflich als die mathematische — wen» mandie ästhetischen Größen auf neue Weisen gruppierteund darüber die Aussprüche des Gefühls ver-nähme und aufnähme:

Ernste Ausschweife des dritten Vor»kapitels.

Annahme sittlicher Unarten.

Manche schöne richtige Handschrift bei Jünglin-gen und Jungfrauen fand ich nach Jahren vollverzerrter, unleserlicher, ausschweifender Buch-staben; und nichts war daran Schuld — Nach-'lässigkeit am wenigsten — als die drei Dinge,daß die Schreiber recht viel, folglich recht eilig !und abgekürzt, schrieben; daß sie aus Vorliebe für '

manche Buchstaben diese recht ausschweiften, unddaß sie endlich sich nicht in ihre eigne Unleserlich-keit hinein zu denken vermochten. — Ist es vielanders, wie manche schöne Seele in ihre Unartengeräth? Die häufige Wiederkehr derselben Ver-hältnisse— die Eiligkeit ihrer Behandlung undAbfertigung — die Borneigung zu gewissen Aeuße-rungen — und daS Unvermögen, sich sich selberunähnlich zu finden, und das allmäliche Abartenvon sich wahrzunehmen, dieses Uriachen-Dreikann machen, daß ein sanfter Mensch ohne seinWissen ein auffahrender wird, oder ein groß-müthiger ein karger u. s. w.

Jacobi der Dichter und Philosoph !

zugleich. I

Man zeige mir nur den zweiten Schriftsteller, idessen Herz so trunken nach Liebs dürstet und von !Liebe überquillt, indeß zu gleicher Zeit sein Geist !so scharf einschneidet und so philosophisch die Welt !abschält, und das eigne Herz dazu? So gab uns jdieser Unvergeßliche Liebe und Wahrheit auf ein- !mal, und glich dem Magnete, welcher sowohl an- jzieht und trägt, als am Himmel orientiert und !zeigt als Kompaß.

Die leidenden Kinder.

Die Kirche nennt die Kinder als die erstenMärterer des Christenthums, nämlich die vonHerodeS ermordeten. Aber noch sind die armenKinder die ersten Märterer in der Weise, wie !man ihnen das Christenthum predigt — ferner in !der Ehe zwischen physisch- oder zwischen mora- !lisch-kranken Gatten— und die Märterer dermeisten Kenntnisse. — O schafft die Thränen derKinder ab! Das lange Regnen in die Blüten istso schädlich!

Auschauuiigder Größen und der Klei-nigkeiten der Erde auf verschiede-nen Standpunkten.

Wie die Seele sich erhebt, verkleinert sich ihrdas Gepränge des Lebens, die Höhen der Gesell-schaft und alles, wovor die Menge kniet und er-schrickt. DaS Geringfügige aber nimmt der geho-bene Geist liebender wahr, das Wiederkommende, diekleinen Freuden und Ehren und Ziele des Lebens,ohne sich selber in siez» verlieren. So wiederholtsich hier geistig das Körperliche, Laß dem Men-schen auf einem hohen Gebirge die Höhen sich er-niedrigen, aber dagegen die Thäler sich aus-breiten.

Slaatleute.

Nichts wird ihnen schwerer, als den Unterschiedzwischen mechanischen und organischen Kräften im