Band 
IV.
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Der Komet.

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uns Dichter oder Weltweise waren; denn gebo-ren, d. h. erschienen, ist uns aus den in einan- ^der fassenden Enden beider Zahrhunderte noch ^kein Ersatz. — Aber wozu die ganze Betrachtung, !oder überhaupt jede Trauer um Verlorne Gei-ster, zu welchem Nutzen? — Zum Nutzen derer,die wir noch haben, indem wir nämlich unsereTrauer durch das Schonen und Achten der Genienausdrücken, welche entweder als nene Himmel-körper ihren Bogen mit dem wachsenden Lichtehinaufsteigen, oder als alte den ihrigen schon hin-i untergehen und nur noch kaltes Licht auf die frü-! her von ihnen gewärmte Erde werfen.

Alte und neue Staaten.

Die neuen Staate», weniger aufeinem ethischenWnrzelgeflecht als Ganzes ruhend, verlangen täg-lich Nachhülfen und Erinnerungen zum Gedeihen,und sind einträgliche Gemü ßg ärt e n, die injedem Jahre neu gepflanzt werde»; aber die altenStaaten sind Obstgärten, die,einmal angelegt,von Jahr zu Jahr ohne neue Ansaat reifereFrüchte geben und höchstens das Beschneiden be-dürfe».

Ernste Ausschweift des sechsten Vor»kapitels.

Die Wohlthäter im Verborgenen.Em «wiymeter.

Verhülle dich immerhin, wenn du blos wohlthust.Auch dein Verhüllen ist ein Wohlthun. Sogleichest du den Cherubim des Propheten, welchemit zwei Flügeln ihr Gesicht verdeckten und ihreFüße mit zweien; aber ein Flügelpaar streckte» sieaus und flogen damit.

Die Kirche n.

Polymeter.

Euch verdrießt, daß der Krieg in euere Tempeldie Verwundeten sendet, als ob Wunden die Tem-pel entweihten. Stehen sie ja den am Geiste schwerVerwundeten offen, den Sündern und den Irren;und diese entweihen sie leichter als der matteKrieger mit seinem Blute.

Leiden und Freuden.

Da wir ein matteres Gedächtniß für Größe undZahl der Leiden haben als für Freuden: so verges-sen wir mit ihnen leicht auch, welche Früchte unsihre Stechpalmen getragen. Aber diese Früchte

sind vielleicht unserem Kopse noch unentbehrlicherals unserem Herzen. Um alles zu lieben, die Men-schen und das Große bis zum Kleinen hinunter,langt ein frohes Dasein schon zu; aber um alles zusehen, die Menschen, das Leben und noch mehr sich,dazu gehört Schmerz.

Das geistige Auge wird durch das körperliche >vorgebildet, das die Thränenwege täglich befeuch- jten müssen, damit die Thränen ihm Beweglichkeit !geben, die Lichtstärke mildern, und aus ihm fremd-artige und feindselige Körper sanft forttreiben.Wir bemerken es nicht, daß wir eigentlich den gan-ze» Tag weinen — ick rede vom körperlichenAuge.

Aber doch unterscheidet die Leiden. Die einerschönen Seele sind Maifröste, welche der wär-mer» Jahrzeit vorangehen; aber die Leiten einerharten, verdorbenen sind Herbstfröste, welche inichts verkündigen als den Winter.

Jede schwere Leiden-Last erscheint uns als eineRiederdrückung und Versenkung auf immer, alsein angehangener Grabstein, welcher den Verur-theilte» in die Tiefe ziehen soll: aber vergessen wirdenn, daß die Lasten so oft nur Steine gewesen,die man Taucher» anhängt, damit sie Herabkommenzum Auffischen der Perle» und dann bereichertaufgezogen werden?

Die Freude fliegt als ein so schönfarbigsr, schmei-chelnder , nichts verletzender Goldfalter um uns ;nur legt und läßt er so oft Eier zu gefräßigenRaupen zurück, welche viel und lange verzehren,bis sie sich wieder entpuppen r» leichte» Goldfal-tern.

Der Geist allein erschafft die Zeit; nun wohl,so miß deinen kürzesten Tag der Freude mit einerTerzienuhr. und deine längste Nackt des Trübsinnsmit einer Achttaguhr.

Große» Seelen ziehen die Schmerzen nach, wieden Gebirgen die Gewitter; aber an ihnen brechensich auch die Wetter und sie werden die Wetter-scheide der Ebene unter ihnen.

Wir verwundern uns nie über den Sonnenauf-gang einer Freude, sondern über den Sonnenun-tergang derselben. Hingegen bei den Schmerzenerstaunen wir über den Hyadenaufgang, aber denUntergang des Regengestirns finden wir natürlich.Himmel! was hat unser Herz für eine seltsameAstronomie gelernt!

Es gibt noch süßere Freudenthränen als die imWachen — es sind die im Traume.

Daß die Menschen sich, ohne zu erröthen, überdas Wetter beklagen und ärgern, ist ei» Beweis,wie die Empfindung die hellste Einsicht überstimmt;es ist blos eine Wiederholung der Lausanner Pro-zesse mit Raupen, und nicht einmal so gut als diealten Anklage» der zauberischen Wettermacher. Dajeder Nebelhimmel das Gebräude von Erde, Mondund Sonne ist, und so unabänderlich entsteht alsdie Nebelflecken des Sternhimmels: so ist eS ebenso viel Unsinn, wenn wir uns über unsere mattebewölkte Sonne ärgern, als wenn wir über dennoch matten, Sonnenschein der zahllosen Milch-straßen-Sonnen klagten. I» beiden Fällen wollenwir. Laß sich die Welten nach uns —nicht wir unsnach ihnen — richte», und der Meteorstein sollauf seiner lange» Reise nach der Erde stets durch