Band 
IV.
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Der Komet.

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lenken weiß, wenn eS nicht gegen seine Ehre liefe,wie er sagte, einem elenden Bürgerlichen oderBücherschreiber mit dem Säbel den Kopf zuspalten, oder auch nur einen Finger wegzuhauen.Diesen Rittmeister federe ich nun jede Rächt,wenn wir Beide die Schlafhauben aufhaben—gleichsam unsere Sturmhauben — ; und er mußsich mir im Bette stellen, und ich adle mich nichteinmal,was ich so leicht im Traume könnte. Nunist es aber kläglich, dabei zu stehen und es anzuse-hen, wie ich den Husaren zurichte mit meinemSäbel — rechts und links, in die Quer und in dieLänge, vierfingerig, dreifingerig, zweifingerig,ein-öhrig wird er gehauen in den verschiedenen Näch-ten, und nur den Schädel läßt man ihm sitzen, alsUntersahschale der Husarenmütze und des Lebens.Darauf last' ich ihn um Schonung flehen, und mirmehr als einen Dank sagen, daß ich ihn meinesSäbels und des Durchhanens gewürdigt. Esmuß aber mein Traumgefecht wirklich in ihmvorfallen, — fragen will ich ihn nicht — weil er,wenn ich ihm begegne und als Sieger ihm etwasstolz ins Gesicht schaue, mich äußerfl erbittert an-blickt, was dem gedemüthigten Husaren gern zuvergeben ist, da er sich für seine Demüthigungnicht rächen kann. —

Allerdings sieht ein einsichtvoller und rücksicht-loser Man», wie Sie, von selber, daß die Traum-bildnerei gerade wie die Schriftstellerei sich auch zuguten herrlichen Zwecken (ich möchte mir schmei-cheln, in der einen und in der andern Beispiele ge-geben zu haben) verwenden läßt. Ein Benedikti-ner, erzählt Jsiburd «Mvviao. num. 26 .), hattein der Nacht, vor dem Morgen, an welchem ereine Purganz nehmen wollte, den Traum, daß erdie Sache schon im Leibe habe; und siehe da, amMorgen war auch die Wirkung vorhanden, unddie gekauften äußern Pillen brauchte er gar nichtzu verschlucken. — Run ließe sich recht gut denken,daß ei» Arzt die Abführmittel und Brechmittel,die er dem Pazienten verschreibt, ihm so langevorträumte, bis sich Wirkung einstellte. Ein Hof-medikus könnte zarte» höheren Personen, stattder ekeln Pillen, Träume eingeben, und in öffent-lichen Krankenanstalten könnte der Staat manchenApothekerzettel in der Tasche behalten, wenn derSpitaldiener oder Krankenwärter als Vorträn-mer der Arzeneien anzustellen wäre, und mannichts in der Apotheke zu machen brauchte, Oderman könnte auch der Staatkaffe (wie schon jetzt,aber ohne Vortheil der Kranken geschieht) Arze-neien ansetzen, die gar nicht gegeben worden.

sondern nur geträumt. — Die Ekelkur, die mancher Arzt oft bei Wachenden ohne seine Absichtdurch sein Aeußeres macht, könnte er bei Schla-fenden, wo es nöthig ist, durch sei» Inneres aus-führen; und so würden sich die Jünger des Aesku-lap, den schon die Griechen den Traumsender ge-nannt, sich des Meisters durch die Träume würdigzeigen, die sie uns unmittelbar und ohne Druckpa-pier vormachten. Ja, ob man nicht auf Schiffenund in Festungen, wo zuweilen die Arzeneienausgehen, statt dieser die Apotheker selber ver-schreiben könnte, da ihre treffliche Einbildkraft ge-wiß ohne Kräuter gute Brech- und Abführmittelmachen könnte: dies würde bald die Zeit lehren,nebst den erfoderlichen Nächten.

Allenthalben vermißt man »och au Höfen undauf Thronen, gerade für die ganze eine Hälftedes Lebens, alle Hofluflbarkeiten, Spektakel undHvffeste, und nur die andere hat dergleichen einige,die wachen; so daß mithin die schlafende noch einganz unentdecktes Amerika, oder eine neue Weltder Himmelkugel oder Glückkugel blieb, weil ho-hen Herrschaften in der Kunst, allezeit fröhlich zusein (der »r» seiupei' ssuckendi), jeden Tag zehnStunden fehlen, wenn uicht mehre. Dagegengibts nun kein anderes Mittel, weil der Hof nichtin einem fort für das Vergnügen wach bleibenkann, als einen geschickten Vorträumer, dersden Frommen im Schlafe bescheert. Ein solcherwäre alS der wahre eigentliche msttrecloplaisii-sfür die Nacht anzustellen, wo jeder seine Himmel-fahrt nach dem Betthimmel hielte, und in derRuhe das rechte rheinische Lustschloß wou lkeposanträfe» Da nun ein Traum- und Nachkfreu-denmeister oder Intenclant üs pluisios lauterFreuden anordnete, die keinen einzigen Gul-den kosteten — weil alle unmittelbar von Gehirna» Gehirn abgeliefert werden—so könnte» auch dieLandstände und die Kammern gegen die Freuden-feste und diese Lustlager ohne Soldaten nichts ha-ben ; keine LandeSschulden würden gemacht, weilder nmtto« ü« Mislrs ein wohlfeiler Fliegen-schwamm wäre, womit die Kamtschadalen sichdurch dessen Aufgüsse wahre Edenträume, und sichdie Bettlade zur Nektar-Braupfanne machen.

Wenn ich weiter nachdenke, lieber Polizeidirek-tor, wahrlich, das schwere Beglücke» der Menschenwürde gar zu himmlisch leicht gemacht, sobaldman es ganz in seine Gewalt bekäme, blos durchTräume zu erfreuen — Wunde» zu schließen nachdem Schließen der Augen, und den geplagte»Mensche», wenigstens so lange er liegt, aufrecht zu