Band 
IV.
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Der Komet,

- peil muß und sei» Hirn bei den, einen Ka- !! pellmeister liegt und sein Herz bei dem andern» !2H b'>!"

! »Jetzo lieg' ich endlich (Er stört nur stets) znm ^

^ Beisetze» in die Fürstengruft ganz fertig da. ^Wenn ich nnn, da mir ja Las Schönste zu wählen ,freisteht» annehme, ich stinke so stark wie andere jgekrönte Leichen im Verfaulen: so erhalt' ich gleich imehren Fürsten die Gelegenheit, zweimal begrabenzu werden , gleichwie man die französischen Fürstenzweimal taufc."

"Wie oft werden denn Kaiser und Reichs- und^ andere Kurfürsten eigentlich begraben, wenn schonj Herzen und Gehirne ordentlich zur Ruhe gevrachti worden?" fragte Stoß.

^ "Heiliger Gott! versetzte Marggraf, hier ist jai mehr von Särgen die Rede, wovon der eine vollemit dem ausgeweideten leeren Leibe still von den! Hoskavalieren an Tellertüchern kann eingesenkti werden; es ist dies keine Einbildung, wildern in,deutschen Hofrechte von Friedrich Karl von Mo-ser, erster Band i?6i, gegründet und erzählt, daßTellertücher durch die Sarggriffe gezogen und sodie fürstliche Leiche langsam von den Herren! hinabgelassen wird. Aber die Hauptsache bleibt! immer der leere oder Paradesarg; wovon einmal! ein zinnener in Wien (nach Hrn. von Moser)i »2 Zentner wog und Kupfer gestochen heraus-> kam mit vielen Beschreibungen. Jetzo aber wollt'ich, Er sähe lebhaft die tiefe Trauer um mich —den Leichenwagen mit einem Doppelpostzug —und die getragenen Schleppe» sowohl der Trauer-mäntel als deS Leichentuchs, und wie die StangendeSThronhimmels zwar von vornehmen Kammer-herren fortgebracht werden, aber dessen Schnürevon »och vornehmer» — wie Pferde gar nicht ge-, ritten werden, sondern geführt"-

»Monblou! All' die Pracht! " sagte Stoß, undklatschte auf die Knie.

»Und da gibts keine Wachskerze, keinen Herold-stab und Pferdeschwanz und nichts, um das nichtBoy gewickelt wäre — und da hört Er gedämpfteTrauertöne und gedämpfte Pauken und Ka-nonaden und Salven bei der wirklichen Einsen-kung" -—

»Wie dämpfen sie denn die Kanonen und dieSalven?» fragte Stoß.

»Ich soll es erst noch hören; —durch Pulvervielleicht. Du vergißt aber über den Betlel dasTrauerpfsrd mit den prächtigsten Diamanten amSchwanz, und das Paar Kavaliere, die es führen.Schaue noch schärfer im Zuge auf das Freuden-pferd hin, ein herrlicher Springer, die rothe Scha-bracke ganz mit Gold und Diamanten durchzogen,und der Reiter darauf, mit seinem emaillirtenHarnisch und vergoldeten Helm und seinem Degenin der Rechten, sticht allen in die Augen und kvur-betiert ..... ich wollte, ich säße darauf und pa-radierte !»

»tloquin! sagte Stoß. Das ist gerade meinGedanke. Aber warum sprengt denn der Gold-! mann jetzv mitten unter die gedämpften und gestör-ten Leute und Sachen 'nein? »

^ »Er will nur auf dem Pferde die Empfindungen j! eines Thronfolgers ausdrücken und es zeigen, wie j! sich ein solcher darauf freuet.»

»Das könnte aber der Narr, versetzte Stoß, heim-lich in seiner Stube verrichten und die Trauerleutenicht so mitten in ihrem besten Betrübtsein aufhal-ten. Meinetwegen reit' er in die Hölle, ich seh'ihm „ich, nach.»

»Stoß! Nichts wird aufgehalten; denn ohneGränzen dauert der Jammer um mich im ganze»Lande fort und alle Freuden scheinen mit mir wievergraben ; und sechs und vierzig Leichenprediglenüber mich in Regal-Folio (so viel erlebte KurfürstAugust I. von Sachsen nach seinem Hintrilte) wer-den mit Kupfern und Sammtbänden an alle freund-schaftliche Höfe verschickt — damit sie es lsien, wieman mich auch nach meinem Tode lobt und erhebt— und jeder Mensch von Geburt und Hof trägtwochenlang seine schwarzen Strümpfe undDegen,und angelaufenen Schuhschnallen und brennt stehvor dem neuen Fürsten, so zu sagen, mir langsamweiß; ja ein Trauern um mich vorige» Landes-herr» wird so hoch gehalten, daß nur höchster undhoher Adel und Slaatbeamte sich desselben erfreue»,gemeines Bürgerwesen hingegen sich von jeher kei-ner öffentlichen Traurigkeit um mich unterstehendürfte.» !

»Der Donner ! So stehts? — Ich denke aber, !ich kann so gut über Ihr dummes Sterben vorder Zeit mich ablamentieren, als irgend ei» andererFlegel von Adel, und keiner soll mirs wehren,wenn ich kohlschwarz gehe» will von der Gurgelbis zum Knorren; ein redlicher DcfektuariuS kann jwohl so'gut seine paar Esten Flor um den Arm spuh-len, als ein Referendarius, und läßt sinne Schnal-len schwarz anlaufen.Jst denn ein verständiger Stö-ßer schlechter als eindnmmes, viehisches Reitpferd,das bis an den Hintern in Flören stecken darf, unddas doch sich nicht so viel aus höchstseligen Kö-nigen macht, als sein Reitknecht? So haben unsdie großen Hansen schon die besten Lustbarkeitengenommen, nun wollen sie uns noch um ei» paarTrauern,bringen. Mir komme keiner; auf denöffentlichen Viehmarkt stell' ich mich hin und heulebitterlich und lchwenke einen langen Flor am Huteund schrei aus: ja ja, ich trauere gleichfalls, mirnichts dir nichts, ich kenne meinen Herrn Landes-Herrn wohl länger als ihr alle, schon als er »och ^als armer Prinzipal auf dem Kanapee lag, und es >ist, als seh' ich ihn noch vor mir.» i

»Das thut Er ja ohnehin. Mehr Kissen! Zch -muß viel höher liegen. Mach' Er nur nicht sogar viele Umstände, — als ob ich Ihn nicht vor !meinem Hintritte dermaßen adeln könnte, daß C> iso traurig und schwarz erscheinen kann, wie nurirgend ein Mann von Geblüt? Und sollt' ich voll-ends — wer kann's wissen — gar, wie Karl derGroßes*), bei lebendigem Leibe meine fürstlicheLeichenbestattung feiern, um selber etwas mit Ge-sundheit zu genießen: so seh' ich ohnehin auf Ihn,besonders und ich verspreche Ihm (halt' Er michbeim Wort) jede Hoftrauer um mich zu erlauben, !die Er nur wünscht." (Hier küßte der Stößer sichbeide auf den Mund gelegte Hohlhände.)

»Aber, mein Freund, dies alles ist nurhochfürsi-liche Beisetzung; jetzv betracht' Er erst hochfürst-liches Beilager, das lange vorher zu halten ist, undsag' Er mir, wie Ihm wird nach dem Vorigen.

(*) Er meint Kart V. '

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