Der Komet
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so mancher krönenden Universitäten lind Doktor-hntmacher retten kann, weil sie am leichtesten er-klärt, warum ein oder der andere Wasserkopf, oderLnft- und Erd-, aber kein Feuerkopf, den akademi-schen Kurhut trägt. Es schickte nämlich öfter,als man weiß, ein Schleicher ohne Kopf in seinemNamen einen so herrlichen geistige» Ersatzmannl in daS Katheder-Schlachtfeld, daß dieser nothwen-^ dig einen Kvadjutorhut heimbringen mußte,j Solchen nimmt darauf der Absender, als geistiger! Kronerbe, in Empfang und weiß ihn trefflich zui benutzen, weil er sein Gehirn gleichsam zum leich-i len kleinen Kiffen gebrauchen kann, das sonst dieDamen in den Haaren trugen, um darauf dasHütchen fest zu stecken. Früher mögen leicht —obwohl jetzo schwer, wo ja die Pässe als Vor-steckbriefe den ganzen Reiseleib abschreiben —Späße dieser Gattung vorgefallen sein, die manj beute noch nicht kennt. Wer steht und bürgt uns! z. B. dafür — ick habe einige Gründe, so zu^ frage» — daß nicht der alte schäkerhafte Kant sichi unter dem Namen irgend eines matten Kantia-! ners für diese» hat examinieren und als dessen, philosophischer Lehnträger zum Doktor machen! lassen, um nachher das Patent dem jungen Men-! schen zu schenken, welcher alsdann mit einigem !! kantischen Sprachschatze die Täuschung leicht fort- !! führte?
i — Wir begeben uns i» die Apotheke zurück.
Stoß riß sich vor Entzücken über seines Herrn! Doktorhut die Arsenik-Binde vvm Maule, um nurunter dem Giftstampfen den Kopf umzuwenden
> und zu sagen: „Snoiv! Alle die Hagel! Alle diePest! Oval» ! Ich muß 'naus— Er sprang so-gleich vor den stillen festen Rezextuarius vor, derin seinem Kämmerchen vor seiner kleinen Ne-benoffizin hantierte, welche meistens aus Thier- ^Ingredienzien, aus Fnchslungen und Fuchs- ;Hirn, Hechtgräten, Krötenhänlen und vorzüglich ^aus den verschiedene» offizinellen Drecken be- !
! stand, womit er nach der Anleitung der „Neu- ,vermehrten Dreckapotheke" (') im Stillen die!^ wunderbarsten Kuren machen konnte. Siehst ,du, Esel, sagte Stoß, der Prinzipal ist auch ein^ gemachter Doktor und zwar aus Erfurt, und wirkönnen von nun an auf den Drachendoktor husten ;
^ aber er wird wohl besser kurieren, als du mit all'
> deinen, Dreck."— Der Rezeptuar antwortete blos :j "Wer konnte das riechen?" Er fuhr wieder inI die Apotheke zurück unter lauter freudigem Mur-meln: „Doktor! Doktor-'" welche unbändige Ent-zückung ihm leicht zu verzeihen und zu gönnen ist, jda er vorher so waffenlos den Demüthigungen fei-nes Herrn zuhören mußte.
Desto weniger konnte sich Worble in das nach-dunkelnde Gesicht deS neu ausgerufenen Doktorsfinden; bis er endlich die Ursache davon erfuhr,die Zerstörung des Marggraf'sche» Jerusalems,oder vielmehr des ersten Tempels oder Diamants;denn ein zweiter Tempel oder Diamant war noch ^
! !
' (*) Neuvernichrtc ycvlsamc Drcckapothekc, wie ncm- ,
! i ich mit Koty und Urin fast alle , ja auch die schwcrgc,
^ giftigste Kranckhcitcn u. s. >v. curiret worden u. s, w. ', von Christian Frany Pantini. Frankfurts am Mann, in '
> Verlegung Friedrich Knochen und SohnS, I7IU, >
in der Baute und >'n den Kohlen. Nun verschat-tete sich wieder Worble'S Gesicht, seine bisherigeHoffnung, Marggraf lege sich auf falsche Steine,war durch die traurige Nachricht zu Wasser gewor-den, daß er blos nach ächten gestrebt und fesige-zielt.
Wenn der Ausgang Strafen auflegt, so schärfeman sie nicht noch dnrch Worte; Schweigen und !Blicke sind schon Schürfungen. — „So seh' einer 'roch! —" fing Worble an. —»-Inzwischen bei dem !Abendessen, das ohnehin schon am Feuer stehen 'wird, muß es sein Verbleiben haben; denn Dugibst den Doktorschmaus und lässest das Diplomauf einem Teller herumlaufen und uächstens kurierstDu nebenbei ohne Abbruch De-ner ehemaligenVersuche. Wie wird sich der Hundedoktor (ernahm Deine Einladung durch mich recht freund- .lich an) heule über den neuen Kollegen er-freuen Hier sprang er als ein »»aufgelöster Lv-gogryph vom Apotheker fort. Dachte Worblemehr auf das Abendessen als an das Unglück ? Oder ^wollt' er mit jenem den Apotheker trösten helfen, !weil der Mensch unter dem Essen und Trinken '(wie der Jude dabei überhaupt den Hut) den ^Freiheithut aufhat?
Hastigen Lust-Menschen werden selten ihre bes- !fern Absichten angesehen; der Freimäuerer war in !der guten fortgeeilt, bei den Wechseljuden und !Gläubigern Marggrafs nach Vermögen einen Wet- iterableiter gegen das Gewitter zu verfertigen, das 'er, in den morgen fälligen Wechsel gewickelt, für ^den Apotheker zum Erschlagen in der Tasche trug.
Er versuchte viel bei dem Schächte»- Hoseas — er-bot vor dessen Ohren alles, was christliche und jü-dische Beredsamkeit vermochte, auf, zum Erlassedes Wechselarrestes am zweiten Markttage — er-schlug sich zum Bürgen vor, ja zur Ausstellung einesnoch höbern Wechsels und zu jedem Verhafte — er ^that noch viel mehr, was weder er, noch der Jude !
ausgeplaudert und man also gar nicht weiß--
aber alles, was Besonderes erfolgte, war, daß derScdächler Hoseas, welcher zu allem den Kopf schüt-telte, um einen Tag früher, nämlich eben denersten Markttag, bei dem Apotheker erschien, umdiesem sein Gesicht als einen bald zu entsiegelnden >Verhaftbefehl und allerhand andere häßliche Ne- jbengedanke i vorzuhalten. ^
Uebrigens wäre Worble wirklich für Marggraf !ins Gefängniß gegangen, schon weil es etwas 'Neues war oder weil das Kerkerfieber vielleicht >zu eurem Verdaufieber feines an sich unverdau- !lichen Kochs oder WeibS werde», oder weil er indem Schuldthurm gemächlich in einer Kasematteund Gränzfestung gegen andere Gläubiger sitzenkonnte, oder weil er seinen Freunden, wie seinenNeigungen, gern opferte, und viel für sie ver»schluckte,, sogar fremden Gift und Ausfall, nurkeinen einzigen Einfall. Allein Hoseas wollte sichan ein so leichtes Windspiel, wie Worble war, »ichthalten, welche», wie den Windhund, seiner kurzen !Haare wegen, wenig Flöhe (Sorgen) beißen könn- !ten. Es war sonst dieser Hoseas außerhalb der !Geldsachen ein guter Mann und gebildet genug vonWelk, Sprachen und dergleichen — er schätzte ^Geister — er empfand Herzen — verstand Scherze i— trieb Scherz-nur aber mit keinem Schuld- -