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! »er ohne Geld, das bei diesem Mische» Hellsehernicht, wie bei einer Hellseherin, dem Magnetisie- sren und Rapportsetzen Abbrach that, sondern viel-mehr Vorschub. ' Wie bei den Jaden das Schlich-ter- und Kantoramt vereinigt sind, so verwalteteer auch beide, wie »»eigentlich, so auch figürlich zu-gleich gewissenhaft, das erste unter Schuldnern,das andere in Gesellschaft; und so ist mancherMensch ein vielseitiger Pferdeschwanz, dessen Haarehier als Schlingen erdrosseln, dort als Haar-seils herstellen, oder als Fidelbogensenne bald zurFolter auf dem Arme, bald zur Musik von demsel-ben gezogen werden.
Der Schächter nur Kantor Hoseas wollte beidem Apotheker vor dem Verfalltage die Höflich-keit selber sein — denn zur Grobheit bat manimmer »och Zeit, wenigstens die Verfalltage —und sichchiit höflichenFahnenschwenkUIIge» Lurch dieFrage» zeigen: wann er morgen am gelegensteni komme ; aber Marggraf versetzte barsch: „zu jeder! Zeit": denn dem Schreibfingerrecht des Wechsel-! stellens folge doch das Faust- und Tatzenrccht des^ Wechselarrestes. Jener wollte noch höflicher fort-fahren und ihn nickt »erstehen; da fuhr der abge-^ hetzte Apotheker fast stößig, wie ein rarKn-eö-s Hirsch, wider ikn und sagte aufgebracht. er sollej sich am rechten Verfalltage herscheeren , aber heute^ sich fortscheeren. So schießen — könnt' ich als; Dichter singen — auf einem Schiffe, das in Brand: gerätst, sich die Kanonen selber los. Hvseas erwie-derte sanft genug, er komme gern morgen wieder,und fügte bei: --Sollte wohl ein Kaiser von Chinablos von seinem Acker und Pfluge leben kön-nen ?"
i Ich vermuthe, daß er vielleicht damit auf Marg-grafs Gvldtiegel oder auf dessen' zu selten in dieHand genommenen Pharmazeutischen Pflug an-spielte, als welche beide ihm so wenig Brod ein-tragen, als dem chinesischen Kaiser das jährlichePrunk-Ackern? Es sollte mir aber lieb sein,würd' ich eines andern belehrt.
Wenigstens jüdisch ist der Einfall, nämlich wi-tzig. Wenn man sich fragt, warum die Judenaußer der ander» kurzen Waare auch die des Wi-tzes häufig führen: so antworte man sich vieler-lei: die Gedrungenheit des Talmud schärft zumWitze — ihr kaltes Verhältniß gegen die Men-schen als Kauf-und Verkaufkunden ist, wie an-dere Kälte, dem witzigen Nvrdscheiue günstig —von Christen, Türken und Heiden in Blokade-Zustand gesetzt, greifen sie zu ihren letzten Waf-fen, zu den Scherzreden, bei dem Verbot derErnstworte — ihr Leben ist ein ewiges Reden undUeberreden, und das Waarengewölbe ihr Sprach-gewölbe; dadurch wird ihr orientalisches Feuer inelektrische Witzfunken zersprengt, und ihr Talentwird aus einem Geschäftträger der langen Wissen-schaft der Aufwärter und Läufer des Augen-blicks.
— WaS mich hindert, noch zwanzig andereMütter des jüdischen Witzes anzuführen —,z. B.vorzüglich diese, daß weniger eine gewisse gemäßigteAlleinherrschaft, als eine gemäßigte Sklavereiden Ausbrüchen und Springwassern des Wassersdurch die Unterdrückung der republikanischen Re-deströme ungemein aufhilft, wie jetzige Griechen,
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letzte Römer, vorige Franzosen beweisen — wasmich daran hindert, sind drei Schwestern des Apo-thekers, welche nach dem Abtritte des Juden mitKüchenzetteln eintreten, um mit ihrem Dreizackeinigermaßeu das Peinige» des Oiamantenuiachersfortzusetzen im nächsten Kapitel.-
Sechstes Kapitel,
worin ein Dutzend heitere Kirmesgäste anlangt, nmsich bei dem niedergeschlagenen Apotheker nochmehr aufzuheitern.
Ich muß es leider als Geschichtschreiber ruhigtragen — um nur geschichtlich fortfahren zu kön-nen — daß das Schicksal so unter meinen Augenund meiner Feder den armen Apotheker von derWade bis znr Nase in ein großes spanisches Zug -»nd Blasenpstasier einkleidet und einschlägt, unterwelchem er, wie unter dem spanischen Mantelder Folter, zu einer Riesenblase auflaufen soll.Gleichwohl muß ich als redlicher Mann die Sacheweiläufig erzählen.
Ich habe schon berichtet, daß Marggraf seinein Rom und Umgegend ansässige Sippschaft zu ei-nem Glauzeffen eingeladen, damit sie, nachdemsie lange genug zu ihm hinabgesehen, endlich zuihm hinauf sähen, wenn er, anstatt auf derSchwitz- und Ruderbank, auf einmal auf einemhohen Schatzkasten und Goldbergwsrke säße. Be-sonders erpicht war er darauf, daß der Glanz sei-ner erfundenen Diamanten, als ein warmer be-fruchtender Sonnenschein, zu allererst auf die er-frornen (weniger auf die erkältenden und erkalte-te») Anverwandten falle, so früh als nur möglich,damit er sie sogleich bei seinem ersten Wohlthundazu vor sich hätte. O! wie wollt' er Nest nachNest entzücken und äzeu! — Aber warum halt'er so viele Steinfresser und Steinschneider aufeinen Meteorstein von Juwel eingeladen, der jaerst noch vvm Himmel fallen mußte? Es war einGefühl in ihm, als könn' er Lurch die Verlegen-heit, der er sich absichtlich blosstelle, dem Schick-sal die Hülfe abzwingen, wie etwa» ein Feldherrsich und seiirem Heere selber die Wege des Rück-zugs abschneidet, nm gewisser zu siegen. — Dabeihatt' er noch von Glück zn sagen, daß seine Schwe-ster Libette ihn sehr geschickt betrogen und wenig-stens an vier der allervornehmsten Verwandten,die sie einzuladen gehabt, mit keiner Sylbe ge-dacht, sondern blos die verarmten, die weniger be-gehrten und nöthiger bedurften, dringend um dieEhre des Besuchs gebeten, indeß umgekehrt diezwei andern Schwestern gerade die bettslhaftenunterschlagen wollten.
Nun rückte endlich der wolkige Nachmittag mitseinem Abend an, der das Donnerwetter in sichhatte. Man weiß in großen Städten wenig, wieviel in kleinen ein Jahrmarkt ist, und vollendseine Eßeinladnng dabei. Dazu kommt, daß schon, ^