Band 
IV.
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Der Komet

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schönen kommt. Immer bat man Loch manchemajestätisch - ziehende, oder majestätisch-gebansteWolken — oder Abends und Morgens etwasRoth — einen und den andern Stern — vielleichtgar ein langes Stuck Blau — und damit kannman schon haushalten, bis nach diesen, Hausbrodwahres Himmel - und Götterbrod heruitter gege-ben wird. Und eben so möcht' ich schwören, essei kann, deutlich, daß es eine ganz elende, er-bärmliche, nichtsnutzige Gegend gebe. Den Him-mel an sich schon — und also gerade das Herrlichste,die Hanskrone und Stralrnkrone jedes Erden-klumpens — bat jedes, auch das kleinste undsumpfigste Loch von Gegend so gut als eine weiteEbene; denn das Loch hat nothwendig Berge umsich; und auf diese steigt man dann und steht sichum ; und von Slernen will ich gar nicht reden,die überall Hinschinin,ern, wohin nicht einmal dieSonne blicken darf. Blase» Sie nnch, ick erlaub'es gern, Herr Hvfpreoiger, in irgend eine san-dige platte Mark: der Frühling soll mir dort nichtentlaufen, oder im Sandmecr ersaufen; etwasGrünes, dabei mit etwas Bliitenwejß bespren-kelt, wird es doch kort geben, elwa z. B. einenSchlehenbusch ; an den Busch halt' ich mich, undirgend ein Zugvogel, der gar darin nistet, besingtmir den Lenz. Irgend ei» frischfarbigcs, jabuntes Blümchen müßt' ich in jeden, Falle finden,und ich würd' es abreißen und lange ansehen,und dabei fragen : " sollte man unter so dickemharten Schnee ein so feines zartes Schneeglöck-chen erwarten?" — Und wär' eS nun gar einVeilchen mit seinen, neue» Duft, uno ein Süd-lüftchen dabei, und der Himmel zeigte auch et-was von der Farbe des Blümchens: so würd' ichwissen, wie es einen, Mensche» i», Frühling zuMuthe ist. Wollten Sie mich aber noch weiterversprengen, wie ich fast vermuthe, etwa in dieLüneburger Hatte: so thun S-e, fürcht' ich, sichselber den meisten Schaden; den» ich bekäme dortvielleicht ein gar zu gutes und zu üppiges Leben;nicht etwa, weil ich eines auf der Hatte mit denBienen »ndäScbafen führte — obwohl a.uch diesreich genug ausfiele — sondern weil kort mittenauf der Ebene nach jeder Postsiaziv» ein Hansanzutreffen wäre, ein Wirts,s- und Posthans mitmehr als einem Baume, und mit dem ganzenSanggevögel dazu; indem die Thiere aus Man-gel au Bäumen sich natürlich meilenweit umherauf den wenigen sammeln, um das Posihaus.Allerdings steht die Gegend um Hof in, Boigtlande,wo ich wohne, weit über der Lüneburger Haide,durch ihre vvrbeifließende Saale, ihre nahenTannenwälder und fernen Berge, und ich habehimmlisch genug da gelebt, in der dortigen Na-tur. Freilich würden Durchlaucht in Der,leck,dem Vorhofe und Vorhimmel des BaireutherHimmels, mehr von, letzten finden. Im Gan-zen ist auch jeder mit seinem Lande zufrieden,sei es noch so schlecht, aber selten mit feiner Wit-terung, feiste noch so schön, und dies blosweil jenes nicht sich, aber ihn ändert, diese hin-gegen aber immer sich, und nicht ihn; und wennvollends diesem Mensche» willkürlich einfällt zuverreisen, so soll es dem Himmel auf der Stelleeben so willkürlich einfallen, sich zu erhellen. Ich

für meine Person sehe sogleich jedes etwa mir ver-drießliche Wetter für ein reckst erwünschtes an,das sich eben einer oder der andere für seineWirthschaft glücklicherweise gerate bestellt hatte,z. B. ein Landmann , mit hochliegenden Sand-äckern, ober ein Fischer kür seinen Aalfang. Lei-der Hecken die meisten sich zu ihren Lust-tntdNheinfahrten die Nheinscknaken selber aus; ich jaber kehr'es „in, und zapfe mir, wenn blos dieSchnaken da sind, aber der Rhein nicht, irgendein Paradiesflüßchen dazu an, und wär' es schmalwie ein Krebsloch; und ich bin vielleicht in die-sem Sinne für einen halben Waffelkünstler derFreude zu nehmen."

Unter dem ganzen Redefluß — darum würd' erimmer länger — hatte der Fürst starr »erblickendimmer in sich hinein genickt, weil es das herrlich-ste Wasser auf alle seine Mühlen war. Hingegen Ides Hofpredigers Denk- und Lehrgebäude wurde tganz vom Wasser untergraben. Dieser hielt des- !wegen mit dem Käuen inne, und machte den ,Mund auf, und sagte laut: »Aber Herr Kandi-dat !» — und gleich darauf leise: >-v Brod, HerrWvrble, Brod !-, Aber letzter hatte seines aufge-zehrt — und der Hofprediger hatte daS ganzeMaul voll Schinkenfett und kein Brod dazu. Ich ltrag' es absichtlich zur Warnung vieler xhilvso- jPlüschen Mitbrüder recht ansführlich vor, daß der >scharfe Nachdenker Süptitz nullen in seinen Krieg- !zurüstungen — da er zugleich außen dem Kantn- !daten, und innen sich selber zuhören mußte — jeinen fingerlangen Schnitt Schinkenfett in den lMund geschoben hatte, ohne im Feuer des Ne- ,dcns nickt sowohl als des Denkens dem Specke das !nöthige Brod nachzuschicken, mit welchem, als der ^Widerlage, man jede Fettigkeit unterbauen mnßobgleich sie selber wieder als Wickelgegengift zudienen hat. So saß aber Frohanf da, mit seinerNachenhöhle als Speckkammer, und ohne eine'Brosame als Gegenpol — »nd wußte nichts z»machen, am wenigsten eine Widerlegung, und seinbester Freund konnt ihm nicht rathen, was das Kür-zeste und Unschicklichste gewesen wäre, geradezu dasFett heraus zu spucken vor dem ganzen Hofe. Solitt er, bis endlich Brod ankam, und er es or-dentlich (er käncte die nölhiqe Zeit hindurch stillvor allen) mit den, Schinken gehörig bis zumVerschlucken durchgewirkt hakte.

Nun fing er nist Gelassenheit, aber mit Nach-druck sich zu beklagen au: "tausend ähnliche Un-fälle und Zufälle wie der erbärmliche, der ihn imAntworten gestört, träfen ihn täglich „nd wäre»sein tägliches Brod, und er habe ein Systemdarüber, dessen er schon gedacht — z. B» wenn er,wie vorgestern, der Reise wegen nach der Wetter-fahne scbane, so könn' er wetten daß sie ihm so mitder Schneide entgegen starre, daß k.as schärfsteAuge nicht heraus fände, wehe sie von Süden odervon Norden. — Und wol!' er in der Nacht daraufvon den ausschlagenden Glocken für sein Lebengern erfahren, ob sie II oder 12 Uhr aussprechen,so sei er schon daran gewöhnt, daß, wenn er ihrerwegen von drei Viertel an gewartet, die dreiStadtuhren in Rom, welche sonst kleine Stunden- izahlen in billigen Pausen hinter einander aus,- jschlagen,bei großen ordentlich an und i:: e:p.isr;r ,