Band 
IV.
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Der Komet.

dem er bemerkte, daß er sie einem tapfern Gene-rale, den er gefangen, abgezwungen. Niemandgab sonderlich darauf Acht als Marggrafs Leute,welchen er die Sacke „och nicht wie den ander»schon zum tausendstenmale vorgetragen. AIS eineBeweisstützr seines Mull,es stellte er seine» Sta-chelstock auf, mit welchen, allein, sagte er, ohne einanderes Gewehr, als einen kleinen Stock - Degen,der darin steckte, er durch den nahen verschrieenenWald sich wage; »Gott aber sei den Kerlen gnä-dig, die mir darin aufstoßen, und mir verdächtigvorkommen", sehte er hinzu, und sah fast grimmigdie unerschrocknen Mienen von Worble an.

Dieser versetzte endlich, er tret' ihn, ganz bei,denn er wisse aus eigner Erfahrung, was e,nMensch in der Tapferkeit vermöge; er habe ja inder kurzstämmige» Gestalt, wie er dastehe, undin bloße» Zivilkleidern, und eigenhändig, mehrals einen Milirär braun und blau geschlagen,zwei „»harmonierende Farben, welche freilich nie-mand gern tage, wegen ihrer so schreienden Ge«schniackwidrigieit ; aber er schlage um so lieberund ohne Gewissensbisse ein Schulterblatt unterder Epaulette, oder eine» gestickten Ellbogen i»einen, Mvnturürmel entzwei, da diese Knochen -Glieder sich nach neuer» Erfahrungen (*) „ocheher wiederl>erstelle»,als die verletzte Ehre selber.

Der Offizier würdigte ihn keiner Erwiederung,da ihn so etwas gar nicht anging, sondern bloseines gleichgültigen Blicks und machte sich kallsin-nig, aber, zum stärkeren Beweise seiner gedachte»Kühnheit, reisefertig zum Gang in den Spitzbu-benwald. Er ging »m abzurechnen hinein zumWirth, und ließ den Hut da, nahm aber den Stocknut, und Worble sah in einen, Winkel zu, wie erreu hoble» dicken Slockknopf abschraubte und dieNepetieruhr wie eine Kugel fest hinein lud, derKnopf sollte etwis Sich-rstell-nderes von Festungoder Köttigstein für die Uhr, die er vorher seinZkockoum klingeln lassen, im rekognoszierendenWalde abgebe», als die bloss Hosentasche konnte.Der aufrichtige Wirth hatte schon vor der redne-rischen Uhr - Ausstellung den, Marschalle die Auf-bewahrung und das Transportschiff eines solchenKunstschatzes verratben.

Bon Penk kam wieder, und zog aus Verachtungohne Grüßen ab. Seine» Stachelstock — wie derBienenstachel, nur die Scheide des eigentlichenSlcchgewehrs — trug er wagrecht; und wie Lö-wen und Katzen ihre seinen Krassen unter demGehen zurückschlagen und schonen, so stach er auSgleichen Gründen den Stock nicht ei». Da begabsich Worble zu den, Fürstapotheker, dem überallnichts weher that als eine Unhöflichkeit, mit einemleisen Schwur in dessen Ohr hinein, er wolle eineWoche lang Fijchschuppe» käuen, und Fischgallen-blasen dazu trinken, wenn er nicht den ÄrMe-rissen sammt seinen, Stocke, sobald solcher nurden Hügel hinab sei, vor aller Augen, mit demBlaserohre des Gasiwirthjnnaen in die Flucht undin den Walde jage, und er bitte um nichts als

(*) Ein Unterkiefer wiedcrerjcngie sich (nach Sie-bold) — ein Ellent-vecnstrck (nach Nupsch) — einSchlüsselbein (nach Moreau) — ein Schullcrbtall (nachEhobart).

zwei Minuten Geduld. »Ja, ja das thu' ich,«sagte.er lauter vor vielen.

Die Sache schien in der That unglaublich, undvon der Stockt,hr, oder dem Uhrstock, hatt' er »ochdazu aus Gründen kein Wort hervorgebracht.

Er rückte nun den, Artilleristen nach, mit kei-nem andern Artilleriepark bewaffnet, als miteinen, Blaserohr — die Tasche war das Kugel-zeughaus — und schoß in einiger Nähe ein Paarnaßkalte Kugeln wie zum Salutieren Peuke» aufden Rücken. Der Artillerist drehte sich wild »mund fragte sehr ernst den Marschall, ob er ihnnicht vor sich gesehen unler dem Blasen. Worbleaber hatte ,hm schon wieder eine zweite schmuzigeKugel a»f die Weste gesetzt,bevor er nur zur Ant-wort geben konnte, er schieße zu seinem Vergnü-ge» gewöhnlich gerade und nie qneer, und wersich getroffen fühle, wie etwa von seiner Satire,der müsse eben einen andern Weg einschlagen ; er,seines Orts, blase fort.

»So will ich Euch Mores lehren, Ihr imperti-nenter Fürstenhund!» schrie Peuk, der Ehre undWeste zugleich befleckt sah, und hob wichtig denStockdegen in die Höhe,'theils zur Kriegdemonstra-zion, als woll' er den innern Degen abschraubenl»iv herausreißen, theils um unter diesem ma-skierten Angriffe geschickt vor alten Dingen denKrön- und Schlag schätz des Stvckknvvfs, dieNevetieruhr, zu flüchte» und einzustecken. Aberdazu, zur Anlegung seines Brückenkopfes, nämlichzur Abnehmung ssincs Slockknvpfes ließ ihmWorble keine Minute Zeit, sondern drang schreiendmit erhobenem Blaserohr, gleichsam mit den, Ba-jonet des vorigen Schießgewehrs, auf den Stockein, und »im war den, Artilleristen die traurigeWahl ohne die geringste Bedenkzeit vorgelegt, ober entweder mit dem Stachelsiock das Rohr, daSschon geschwungen wurde, ausparieren und legie-ren sollte, und ob er folglich mit einem einzigenSchlag an seinen Stock den beständigen geistigenElektrizitätträger, gleichsam durch einen Ührschlagan seine Schlaguhr, diese vermittelst der Erschüt-terung auf immer zerrüttet sehen wollte; —

oder ob er—war die andere Wahlfeite— lieberzur Schande greifen und vor den, Kerl, den er inseinem Leben nie gesehen, geradezu waldeinwärtsrennen sollte.

Von Penk griff zur Schande. — Unter fünf oderacht der tapferste» und fürchterlichsten Flüche —sie sollten seinen Schwanengesang vorstellen,wie der Reise»,arsckall seinen Todes - Engel —warf er sich in den nahen Wald, und rettete somit wenigen Sprüngen das Kösiltchste, das ernur hatte, die Uhr.

Der Marschall setzte ihm so lange nach aes Ehre und Zorn nur geboten, und rief ihmnoch zu : er habe ja nichts zu fürchten als einelendes Blaserohr; kam aber bald mit Lorbeerenbedeckt aus dem Walde zurück.

Mitten unter dem Amtjnbiläum einer Tapfer-keit , die er in der Schlacht bei No», so gut wienicht gezeigt, bekam er, der Jubilar und Groß-würdeträger, dieselbe harte Nuß aufzubeißen, dieick selber schon an, Eingänge dieser Beschreibungöffnen mußte.

Nichts ist nämlich verdrüßlicher nnd erhält einen