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Der Komet.
welchem wir Blicke und Seufzer schicke», ober gleich am Ende nichts ist, als die blaueFarbe unserer anfgethürmten Luft, die wireiuathme» und ausstoßen. — Aber der blaue Him-mel wobnt eben eigentlich in dem himmelblauenAuge. das ausblickt.
Zwanzigstes Kapite' ,in zwei Gängen.
Der Ledermann — die Bildergalerie.
Erster Gang.
Der Nachtwandler — der Wohlfahrtausschuß —Schloßwachen.
Wenn ein Mann in Einem fort von Morgenbis Abend mit Lob erhoben wird, sowohl von an-dern, als von sich — wenn er die besten Aussich-ten auf Thronen und Prinzessinnen genießt —wenn er mit seinem Gesichts Zwei und dreißigmalin die Gemäldeausstellung hinein kommt, ja selbermit seinem eignen dreiund dreißigste» darin nach-zukommen vorhat: so sollte wohl jeder denken, waskann ihm fehlen, dem Manne? Aber doch snmrn-ste und sarste und schnurrte dem Grafen mittenin den Lustgängen seines Paradieses eine fataleHornisse ins Gesicht, die sich jeden Augenblick dar-auf letzen konnte; — und dies war der sogenannteewige Jude in Lukas-Stadt. Wir wollen hiernicht lange fromme und einfältige Betrachtungendarüber anstellen, daß auch die Hohen der Weltihre Plagen haben und Menschen bleiben, unddaß sogar für Throne», trotz ihrer Höhe, nochSchlaglawiuen auf den Gebirgen der Zukunft be-reit liege» ; sondern wir wollen uns lieber gleicherinnern, daß Nikolaus von der mir Affenlederüberzogenen Gestalt, die ihn im Nebel gleichsamangeredet, besonders autgeregl worden. In denWellen seiner einmal bewegten Phantasie brachund verzog sich dann die Gestalt immer unförmli-cher, und daß sie vollends Nasenspitze und Ohrenbewegen konnte, war ihm schrecklicher, als sah' ereinen Löwen mit dem Schwänze, oder eineSchlange mit der Zunge wedeln. Am fünftenMorgen nach dem Einzugs brachte der tiekden-kende Stoß die Schreckenpost, der ewige Judehabe in der Nackt Nikolovel in Brand steckenwollen, und sei auf den italiänischen Dächern miteiner breiten Mordbrennerfackel umherspäheudgesehen, aber durch das Hinaufblasen des Nacht-wächters gestört und hinab gezogen worden.
Der Fürst, als Landesvater seiner Residenzstadtund seiner Restdenzstädter, wollte eiligst Eilbotendahin beordern, als sich der dicke Scklvtfegsr. mel-den ließ, der, sofort vorgelassen, mit einen, ver-faulten Bret eintrat. Er sei — berichtete er —
Nachts draußen in der Stadt gewesen, und habezu seiner Lust waldhornieret; da sei der Leder-uiensch mit dem faulen Holze, das er oben auf denHäuser» wie eine Fackel herum geschwungen, aufeinmal vor ihm gestanden, und habe ihm dasselbe,als einen Brief an den H. Grafen zum Ueberrei-chen übergeben, und eS sei wahrscheinlich ein altesSargbret aus dem benachbarten Kirchhofe, wieaus der angestrichenen Farbe, und aus den nochleserlichen Wörtern: "denn ich bin Herr und sonstkeiner" zu ersehen.
Wiewohl jetzo Stoßens ganze Mordbrenners,zu einen, phosphoreszierenden Faul- und Sarg-bret erlosch, lind das ganze Gerücht auf einenDachwandler einlief, welchen ein Lippen-WaldHorn, statt eines Nachtwäckterhornes, herab ge-trieben : so wurde dem Grafen das Wesen geradedurch die abenteuerliche Knoteulösung noch schau-erlicher. Er ließ den in der Stadtgeschichte unfehl-baren Pabst vorrnfe», um Licht zu bekommen.Dieser schenkte ihn, so viel reinen Wein. als erhatte, ein: der Ledermann — dies war stadtkun-dig. dem Wirth zufolge — blieb jedem ein W»N-derthier, besonders da er (Tausend siu dZengen)von nichts lebte, ausgenommen von der Luft, undniemals einen Bissen oder Tropfen zn sich nähme,oder sonst natürliche Bedürfnisse verriethe; unddoch ergriff' er die stärksten Männer mit Nieseu-muskeln, wäre aber durch ein einziges Wort voneiner Frau zu bändigen, weil er für das weiblicheGeschlecht eben so viel Zuneigung äußerte, als fürdas männliche Haß. "In dieser Woche aber —bemerkte Pabst — sei er ganz besonders des Teu-fels lebendig; er marschiere mehr, als sonst, aufden Dächern herum, und sogar schon aus den,Schornstein des römischen Hofes hab' er dreimalherausgegnckt. In dergleichen Paroxysmen geratheer aber jedesmal, vorzüglich wenn große Herrenin der Stadt eintreffen, die er sämmtlich nichtausstehen will, weil er allein der regierende Fürstder Welt in seiner ganz erbärmlichen Narrheitzu sein Lenkt; aber nach der Stärke seines jetzigenUnwesens müsse er fast urtheile», daß ihn mehrals ein einziger, blos durch die Geburt angekom-mener, Fürst in Hitze setze."-
Hacencopven verstand recht gilt die feine Anspie-lung auf seinen Rang. Der Stößer aber fingFeuer bei dem Schornstein des Gasthvfs, aus demdas Lcdergespenst dreimal gescbanet; und er fluchtemehre Mon-ckiku's und -tu ,1 ln'liln's i„s Zimmerhinein, in,, angenscheinlich zu machen: „der Dracherutsche gewiß wohl in der nächsten Nacht denRauchfang herunter aufs Kamin, lind erdrosseleam Ende den Herrn, der Seibeinns! Saone,sagt' er, es ist ein höllischer Hexenmeister, sowahrhaft, als ick mit meinen zwei Füßen dastehe.Da muß aber der Herr Wirth alle Abende einenBesen ins Kamin legen, so kann er nicht darüberweg." — Stoß steift sich nämlich auf einen bekann-ten Paragraphen der Nockenphilosophie, daß eineHexe über keinen in den Weg geleglen Besenschreiten kann, ohne ohnmächtig z» werden; einfreidenkender Paragraph, der denselben Besen,welcher das Zauber - Reitpferd ist, zum spanischenReiter und Schlagbar»,, der Hexen macht.
Der ehrerbietige Pabst schlug i» allem Scherze