Band 
IV.
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Der Komet.

etwas breit Lurch einander rinne» lassen, weiler noch keine Höfe gesehen — ausgenommen, die wenigen auf dem Leipziger Theater vom

> Parterre aus — und weil ihm , wie so vielen

i Tausenden, von einen, Fürsten nichts als Ge.! folg und Anhängsel zn Gestcht gekommen war,

! wie den Jtaliänern und Spaniern von dem gro.

> ßen Kometen 1702 nichts anfging, als nur

! der lange Schwanz; aber Worble that dochj seine Striche ganz keck im Bilde, weil er

s wußte, daß sei» Graf eben so wenn; davon! verstand, wie er; und so ist es immer ein

> wahrer Vortheil für jede sprechende Unwissen-

i heit, wenn sie auf eine hörende rechnen

s darf.

§ Allein der Graf war überall aus alle»,leichter siegend zu treiben, als aus seinen Ein-bildungen , die er immer mit neuen „nischanzte— diesesmal mit einem ganzen Heere, das

am römischen Hofs und unter den Abmalen,

geworben war — und er stellte daher, lächelndüber des Relsemarschalls unzsitige Aengstlich.keil, diesem weiter nichts entgegen, als die1 simple Frage : ob er denn nicht Graf von

Hacencoppen sei , und folglich schon als sol-cher ohne Weiteres courfähig? In Paris wähltman für venerische Säuglings ähnliche Ammen,um diese» die Arzneien für jene einzugebenlind zu überliefern; — so verwandelte sich Worblezum Pazienten, um durch Selbertäuschung diefremde anzugreifen, und erklärte entschieden :und »ach einem so langen stummen Inkognito! komme das Vorstellen sehr spät, und der Hofwerde für das vergebliche lange Erwarten

sich vielleicht rächen ; doch woll' er vorher durchdie fünfte, sechste Hand den Oberhofmarschallausforschen.--

--Jetzo hab'ers doch," sagte sagte er auf ein-mal, -den ganze» feinsten Ausweg, er schlagenämlich dem Grasen vor, an, Tage der Aus-stellung gerade in der Stunde den Bildersaalzu besuchen, wann der Hof, und mithin diePrinzessin, anwesend seien, worauf sich, da

er zugleich in Bildnissen und in eigner Per-son selber da sei, alles auf das Schönste ent-wickeln müsse.--

Aber ein besonderer geheimer Artikel, denblos Worble kannte, und ohne welchen allesEin Teufel gewesen wäre, war hei dem Ver-trage dieser: durch Ab - und Zuläuler amHofe für ein paar Thaler alles so zu kartendaß Hacencoppen gerade dann in den Bilder-saal einträte, wenn der Hof schon wieder abgetre-ten.

Der Graf stellte sich auf der Stelle diePrinzessin und sein Bild vom Kupferstecherund sein eignes Gesicht vor, sammt den Erfolgendavon, und versetzte: — „Ihr Vorichlag, H.Marschall, ist mir eben so unerwartet, als höchstangenehm, und er wird vollkommen geneh-niigt.--

--Denn wenn ich noch nebenher bedenke-- —fuhr Worble, ganz ermuntert durch die schöneAussicht, fort, daß Nikolaus die Prinzessinund den Hof gewiß verfehlen werde — --wieLi? herrliche fremde Prinzessin, der Hof ohne-

hin, einen malerischen Mäzen, von dessen Pro,tekzionsn der Künstler sie schon so viel ver-nommen. wird sehen wollen, mitten unter sei-ne» Abmaler» und Abbildungen, besonders umdas Treffen zu vergleichen — wie sie dabei , da sieselber in Nikolopolis sich umgesehen, auch Leu ar-chitektonischen Mäzen nicht übersieht — wie eins lso hohe zarte Prinzessin, als die Prinzessin, Sienur von bor Seite (zum Scheine) ansehen wird,aber ihre Porträte desto mehr, aus sehr guten unddelikaten Gründen, wär's auch nur, um fiir irgendeine Freundin das ähnlichste Bild von Ihnen zuwählen — — ich rede nicht aus, Durchlaucht;indeß, wenn dergleichen Prozedur nicht tausend-mal fruchtreicher ausfällt, als tausendfaches Vor-stellen Lurch alle Oberhosnieisterinnen hindurch,oder sonst-ich rede aber, wie gesagt, ab-sichtlich nicht aus." !

— Es war auch gut, denn es erhitzte den Gra- !len zu stark. Er fertigte auf der Stelle einen ilaugen Feurrbrief an Ämanda ab — Dinte und ^Feder nahn, er nicht dazu, blos seine Gedanken !— und schrieb es ihr voraus, wie ihre Freundin ivor ihm in der Ausstellung als die Blumengöllinstehen werde, mit allen Orangeblüten des so eiligentflogenen Paradieses im römischen Park behän-ge» und wie ihm neben ihr, »ach einer so langenUusichtbarkeit, sein werde, als säh' er sie selber —und er malte den Brief, den er schreiben wollte, !mit den Worten aus : --ja sie wird mich ganz er- irathen und.dir selber schreiben, wie der Orangen-Blüienstaub, den Du an jenem Abende in derWüste meines leeren Lebens gesäei, zu einemGarten aufgegangen und sie ganz mir blühendenOrangen überdeckt."

— — Und so war denn Hacencoppen ganzim Himmel; aber ich lache nicht über ihn uno seinenHimmel. Ob er sich, oder ob Worble ihn, dasHimmelblau weiß machte : die Sache ist doch die,er hält seine Himmelfahrt Lakin, und jeder Tagbis zur Ausstellung hebt ihn um eine Staffel hö-her hinein.

— — Wenn ich sein Glück nicht glauben

will, so brauch' ich mich in den, Garten , wo ichdieses schreibe, blos nach den kleinen Mädchen um-zusehen , die neben mir spielen , »nd ein eben sogroßes Eden gewinnen, indem sie z» einander sa-ge» : --Jda, das soll unser Mehl sein (nämlich derMarzstanb), aber gib der Frau nicht mehr dafürals 5 Dukaien (Scherben). — Das soll die Tor-t npfaniie (nämlich eine Muschel) sein, Fanny —Deine Schürze aber, Malchen, die ist der Fenster-vorhang — und hier stehr unsers Plitzstnbe, Jette,ihr müßt aber nur erst alle Bohnenstecken wegtra-gen, und dann ,olleu alle Damen kommen und derThee llunüaut ist parat.- <

Wenn man einige Fuß abrechnet, um welche !diese Theegesellschaft zu kurz ist, sammt der Lang-wrile, die ihr fehl!: so kann sie sich mit jeder er-wachsenen messen, sogar im Reden und Afterredenund in jedem geistigen Genuß, zu welchem sogarförderlicher gehört.

— Und so ist an keui Himmel, in welchen Ni-kolaus blickt und fährt, wenig auszusetzen, da sol- lcher dem allernächsten Menschenhimmel, dem at-mosphärischen über unsern Köpfen, gleicht, nach !