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Lucullus. „Wir haben," sagte er mit rührender Weh-muth, „die letzten Austern dieses Jahres, und die erstenForellen, getrennt durch eine Kräutersuppe, kotuAk xrin-tanwr, worin die Küche meiner Frau Försterin excellirt.Dann schreibt mir der Förster, der das Wild noch besserzuzubereiten als zu erlegen versteht, von einem Schnepfen-Salmi mit Trüffeln und von einem Auerhahn, der seinefröhliche Urständ auf unserer Tafel feiert, nachdem er achtTage lang in kühler Erde begraben gelegen. Wir werdenunter uns sein und vortrefflich bedient werden. Ich lasseim Eckpavillon serviren, mit der Aussicht über das Thalund in den Strom. Ach, lieber Roland, glauben Sie mir,die Rückkehr zur Natur ist das Einzige, was uns nachallen Geschäften und Leidenschaften des Lebens als Er-holung übrig bleibt." — „Natur mit Trüffeln undAustern, frappirte Natur," lachte Roland, indem er inden Wagen stieg. Siehe da, auf den Kissen lagen zweiVeilchensträuße, welche Seraphine herausgeschickt. „DasFräulein," meldete der Kutscher, „läßt den gnädigenHerren guten Appetit wünschen." Beide steckten dieBlumen nachdenklich in's Knopfloch. — „Vorwärts, in'sForsthaus. Laß Deine Pferde ausgreifen. Schlag sechsUhr bist Du droben."