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Franz Dingelstedt's Sämmtliche Werke : Erste Gesammt-Ausgabe in 12 Bänden
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sich befand, und auf seine Zukunft. Daraus war spat,aber fest der Entschluß hervorgegangen nun, ein sehrmerkwürdiger Entschluß, den uns der Verlauf diesesunseres siebenten Kapitels in ganzer Größe und in allenseinen Folgen darthun wird.

Kurz nach zwölf Uhr läutete er bei Fräulein Lomondan. Da Beppo noch abwesend war, führte ihn Mariesofort ein, und zwar nicht in den Salon, sondern in dasCabinet, wo die Sängerin seiner harrte. Die erste gegen-seitige Begrüßung, der Handkuß, so leicht er scheinbargegeben und empfangen wurde, ein kurzes, vorbereitendesSchweigen verriethen die Erregtheit, in welcher sich Beidebefanden. Es lag eine elektrische Spannung in derAtmosphäre des kleinen Gemachs, aus dem alle Störerentfernt worden waren, auch Pitt und Fox und der ge-schwätzige Papagei. Als man Platz genommen, die Dameaus dem Eckdivan, der Herr in einem Fauteuil an ihrerSeite, mit kluger Berechnung das Licht in seinem Rücken,hatte der Mann von Welt seine volle Sicherheit wieder-gewonnen und schlug mit aller Fertigkeit das Vorspieldes Gesprächs an.Mein Fräulein," sagte er, seinen Hutneben sich auf den Teppich stellend,Sie kennen dierömische Geschichte?"So viel zu Norma oder derBestalln nöthig ist; wenig mehr."Immer genug, umzu wissen, wie jener alte Römer hieß, der in den Senatvon Karthago eintrat oder war es anderswo? meinLivius ist mir nicht gegenwärtig seine Toga feierlich inFalten schlug und den versammelten Vätern zurief:Hierbringe ich Frieden und Krieg! Nun wählet!"EineKriegserklärung, Herr Graf? Sie erschrecken mich!"