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Natur, welche ihre vollberechtigten Ansprüche hat, nichtzu befriedigen im Stande sein. Der Unterschied derJahre..." — „Wird ausgeglichen durch eine Millionfür jedes. Lautete nicht so Ihr eigener Ausspruch, HerrGraf?" — „Den Sie verkannt haben, liebes Fräulein,wenn Sie ihn so deuteten, als sollten Sie sich gleichsaman den Meistbietenden verkaufen. Wenn Sie sich einmalentschließen, aus dem Glanz der Bühne in das Privatlebenherabzusteigen ..." — „Das werde ich, früher oderspäter, müssen; darum besser, es geschieht zu früh, als zuspät." — „Wär' es möglich, daß Sie in der Fülle derKraft entsagen, aus dem Gipfel Ihres Ruhmes und IhrerHerrschaft abdanken könnten?" — „Sie kennen die Kehr-seite der Münze nicht, Graf Wallenberg, weil Sie nichthinter die Coulissen geblickt haben. Ich darf Ihnen ge-stehen, daß ich des Theaters von Herzen müde bin. Eswar meine Heimath nicht, sollte auch nicht Ziel meinesWegs, nur eine Station darauf sein. Glauben Sie mir,mein Freund, wenn ich morgen Abend in der Amazonenicht nur der hiesigen Bühne, sondern dem Theater über-haupt Ade sagen müßte, so wäre dies Opfer nicht dasschwerste meines Lebens." — „Wenn das ist, so steigenSie, nicht doch, so springen Sie mit gleichen Füßen vonden Brettern, die die Welt bedeuten, aus jene, die dieWelt sind. Verlassen Sie die Bühne, aber nicht, um indem Comptoir oder in dem bürgerlichen Salon Krafftsunterzugehen, sondern um von einer Höhe zur andernüberzutreten, vom Theater in die Gesellschaft; herrschenSie in Wahrheit und Wirklichkeit als Dame, wie Siebisher als Prima-Donna nur in einer Welt des Scheines