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anzutreten. Das Weltkind und der Diplomat, Beidesahen sich am Ziele ihrer heißesten und geheimsten Wünsche,im siebenten Himmel.
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Damit, meint der geneigte Leser, endet diese Ge-schichte, trivial glücklich, wie einhunderttausend andere,mit einer doppelten Heirath. O Du kurzsichtiger Greis,oder unerfahrener Jüngling, oder leichtgläubiges Mägd-lein, wie grob ist Euer Irrthum! In unserem Zeitalterhört der Roman, die Novelle, das Lust- oder Trauerspielnicht aus mit der Hochzeit, sie beginnen vielmehr dannerst. Unsere Väter waren des Todes froh und danktendem Schöpfer, wenn sie ihre Geschöpfe auf der letztenSeite oder in der Schlußscene bis an den Traualtargeführt, die Heldin unter die Haube, den Helden unterdie Hörner gebracht hatten. Aber die Romantik desmodernen Lebens datirt nicht bis, sondern von diesemkritischen Zeitpunkte. Man vergleiche alle französischenMuster-Komödien und Monstre - Romane. Auch unserunsterbliches Werk hat, außer dem überstandenen erstenTheil, einen zweiten: Künstler-Ehen, einen dritten: Einvornehmes Haus, und ein komisches Nachspiel: Raffaelund seine Maria; so daß es sich, nicht mehr und nichtminder als die klassischen Tragödien von Altgriechenland,trilogisch oder mit Inbegriff des Satyrspiels tetralogischgliedert. Doch wollen wir Gnade vor Recht ergehenlassen und diese immense Perspective dem geblendetenAuge des Geneigten hier nur andeuten. Eine Billigkeit,die man uns nicht hoch genug anrechnen kann. Derjenige