I.XIX
also — wie aus dem Vorstehenden durchschimmert —längst nicht mehr bewahrt. Karoline Bauer ist seit demFrühjahr 1844 Gräfin Brook-Plater. Eben so langewohnt sie in der Schweiz.
Fährt man von Zürich aus mit dem Dampfer überden wunderschönen See, so winkt bald rechts — über derStation Nüschlikon — hoch vom grünen Weinberge, auseinem weiten Park mit alten Bäumen, ein freundlichesweißes Haus nieder, von schlanken Pappeln überragt.Aus seinen hellen Fenstern und von der Blumenterrasseblickt man links über das Master aus das nahe Zürich,
>— rechts über den weiten blanken See auf die stolz-gethürmten, schneeleuchtenden Glärner Alpen. . . Dasfrischeste, fröhlichste und friedlichste Fleckchen Erde füreinen sonnigen Abendtraum. . .
Ueber dem gastlich winkenden Hause spielt im Windeeine weiß-rothe Fahne — in den Farben Polens. GrafLadislaus Broöl-Plater lebt hier mit rührender Pietätden stolzen Erinnerungen seines unglücklichen Vaterlandes.In seiner Jugend hat er für Polens Freiheit und Selbst-ständigkeit gekämpst und gelitten —sein ganzes langesLeben hat er für Polens Ruhm und Ehre gearbeitet undmit vollen Händen gegeben. Davon wissen die vielenpolnischen Flüchtlinge und die jungen polnischen Studentenam Züricher Polytechnikum zu erzählen, die so oft undnie vergebens an die Thür von Villa Broelberg klopfen.Dafür zeugt seit Jahren das hochinteressante »PolnischeMuseum« drüben am See m der alten Rosenstadt Rappers-wyl, in dem tausendjährigen ephenumsponnenen Schlosse